1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Wettenberg

Gemeinsame Zeit mit Freunden verbracht

Erstellt:

gikrei0309Partnerschafts_4c
Zsámbéks Bürgermeister Laszlo Horvath, Dolmetscher Tamas Bors, Wettenbergs Bürgermeister Marc Nees und der Vorsitzende des Kultur- und Partnerschaftsausschusses Georg Schlierbach (v. l.) auf dem Kalvarienberg. Repro: Mattern © Volker Mattern

Die Partnerschaft zwischen Wettenberg und Zsámbék währt gut 35 Jahre. Eine Wettenberger Delegation weilte zum Nationalfeiertag jetzt in Ungarn.

Wettenberg (mav). Gut 35 Jahre währt sie schon - die Partnerschaft zwischen Wettenberg und Zsámbék in Ungarn, in die später auch die Nachbarkommune Tök mit eingebunden und aufgenommen wurde. Auf kommunaler Ebene wird vorgelebt, was in der großen Politik auf europäischer Ebene oftmals so gar nicht rund läuft. Umso wichtiger ist es, beharrlich zu bleiben, sagen Wettenbergs Bürgermeister Marc Nees und der 1. Beigeordnete, Ralf Volgmann. Beide gehörten, neben dem Vorsitzenden des Kultur- und Partnerschaftsausschusses Georg Schlierbach, zur 16-köpfigen Delegation, die aus Anlass des ungarischen Nationalfeiertags am 20. August wieder einige Zeit bei den Freunden in Ungarn verbrachte. Mitgereist waren Mitglieder des Heimatvereins Zsámbék, der Freiwilligen Feuerwehr Krofdorf-Gleiberg und des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK).

Gedenkplakette

Sie waren als Repräsentanten unterwegs und übermittelten auch Grüße der kommunalen Gremien Wettenbergs. Ein strammes Programm galt es während zweier Tage zu absolvieren, aber es sei ebenso ausgewogen wie vielseitig gewesen, bestätigten alle Mitreisenden, die viel Spaß hatten und Interessantes erleben durften. Auch Gäste aus Zsámbéks Partnerkommunen in Rumänien und Polen nahmen an dem internationalen Treffen teil. Begrüßt wurde sie alle von den beiden Bürgermeistern, Laszlo Horvath (Zsámbék) und Andras Böse (Tök).

Den Auftakt bildete die Einweihung einer Gedenkplatte am Geburtshaus des verstorbenen Johann Hain, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins Zsámbék. Sein Engagement in der Partnerschaft gilt nach wie vor als beispielhaft und wegweisend. Die Laudatio hielt Janos Bechthold, Vorsitzender des Vereins der Deutschen Minderheit in Zsámbék, der auch die Arbeit und das Wirken der Familie Hain insgesamt würdigte. Thilo Hain hat als Vorsitzender des Heimatvereins Zsámbék die Nachfolge seines verstorbenen Vaters angetreten, nachdem zuvor Ludwig Hankowetz dieses Amt einige Jahre innehatte.

Bei einer Besichtigungsfahrt mit Ortsterminen durch die beiden Partnerkommunen bestand Gelegenheit, sich mit den Bürgermeistern über die kommunale Infrastruktur und öffentliche Aufgabenstellungen austauschten. Hierbei durften auch aktuelle Entwicklungsprojekte sowie der Besuch des Militärmuseums auf dem Bergrücken über Zsámbéks Dächern nicht fehlen. Später stieß man am Feuerwehrhaus auf die Teilnehmer des parallel stattfindenden Jugendcamps »Zsámbék, Tök und Wettenberg«. Der Tag klang bei ungarischer Folklore gemütlich aus.

Das Programm zum Nationalfeiertag - eigentlich der Höhepunkt des Besuches - musste wegen starkem Regen improvisiert werden. Der Bedeutung allerdings habe dies keinen Abbruch getan, hieß es. Ein feierlicher Gottesdienst, der kurzerhand von der historischen Kirchenruine in die Stadtkirche verlegt wurde, galt der Würdigung verdienter Bürger aus Zsámbék. Am Nachmittag stand ein offizieller Partnerschaftsakt aller vier anwesenden Nationen auf dem Programm. Der Abend stand ebenfalls ganz im Zeichen des Nationalfeiertags und im Kulturhaus von Zsámbék fand zum Abschluss eine Feuershow statt.

Viele Begegnungen

Neben den protokollarischen Pflichten war an beiden Tagen genügend Raum für Begegnungen auf privater- und Vereinsebene. So besichtigten die Feuerwehrkameraden die Feuerwehr des Nachbarortes und die Mitglieder des KuKuK besuchten ein Opern-Konzert. Marc Nees resümierte aus seinem Antrittsbesuch, dass die Gastfreundschaft sehr herzlich und die leiblichen Genüsse hervorragend waren. »Liebe geht eben durch den Magen«, zitierte er lächelnd ein Sprichwort. Er sieht die Entwicklung von Zsámbék und Tök in baulicher und infrastruktureller Hinsicht als bemerkenswert und vielversprechend zukunftsweisend. Beeindruckt zeigte er sich vor allem vom Jugendcamp. Die jungen Menschen seien die Grundlage für den Fortbestand der Partnerschaft und hier gelte es, alles Machbare an Zeit und Geld zu investieren, was nötig sei, um aus politischer Verantwortung heraus eine positive Fortentwicklung zu gewährleisten. Neben den vielen Eindrücken hat auch das Wetter die seinigen hinterlassen: Von 38°C ohne Schatten bis zu Starkregen gingen die Kapriolen. Alle Gäste aus dem Gleiberger Land hoffen, dass 2023 wieder mit einem großen Bus zu den Partnerschaftsfeiern gereist werden kann.

Auch interessant