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»Genieß dein Leben jeden Tag«

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Erster Beigeordneter Ralf Volgmann überreichte am Montagabend Ex-Bürgermeister Thomas Brunner verspätet seine Abschiedsurkunde. © Theis

Wettenbergs ehemaliger Bürgermeister Thomas Brunner wurde jetzt offiziell verabschiedet. Familie, Freunde und ehemalige Weggefährten zollten dem 58-Jährigen ihre Anerkennung

Wettenberg (lth). Die offizielle Verabschiedung von Ex-Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) musste am eigentlichen Datum Ende Januar ausfallen, da sein Nachfolger Marc Nees krankheitsbedingt nicht direkt die Aufgaben des Verwaltungschefs übernehmen konnte. Damit Brunner, der sich insgesamt 28 Jahre in den Dienst der Gemeinde Wettenberg gestellt hatte, eine gebührende Verabschiedung bekommt, wurde diese nun am Montagabend in der gut gefüllten Mehrzweckhalle in Krofdorf-Gleiberg durchgeführt. Familie, Freunde und ehemalige Weggefährten zollten dem 58-Jährigen bei der Veranstaltung ihre Anerkennung. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Blasorchester Wißmar.

»Genieß dein Leben jeden Tag«, so hieß eines der drei Stücke, das das Wißmarer Blasorchester zum besten gab. Diesen Leitsatz gaben alle Redner an diesem Abend dem ehemaligen Bürgermeister mit auf den Weg. »Du hinterlässt keine Baustellen, sondern spannende Projekte«, bescheinigte Landrätin Anita Schneider als erste Rednerin des Abends ihrem SPD-Parteikollegen. Beispielhaft habe sich Brunner während seiner zwei Amtszeiten für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Landkreis, für die Schaffung von geeigneten Bedingungen frühkindlicher Bildung und Chancengleichheit in allen Bereichen eingesetzt.

Soziales Engagement lag Brunner immer am Herzen. So setzte sich er als einer der ersten Bürgermeister des Landkreises während der Flüchtlingswelle 2015/16 für die Unterbringung der Geflüchteten ein, erinnerte sich Schneider zurück. Allgemein war seine Amtszeit stets geprägt von einer »grundsätzlich familienfreundlichen Politik«, so die Landrätin.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gerhard Noeske würdigte das über die Jahre hinweg eingebrachte Engagement und die Kompetenz von Brunner. »Sie haben sich für Wettenberg verdient gemacht«, lobte Noeske. In den vielen gemeinsamen Sitzungen war man zwar nicht immer einer Meinung, dennoch überwog dabei der »angenehme und positive Austausch von Informationen«, so der Christdemokrat.

In stets angemessener, aber dennoch humoristischer Art verabschiedete stellvertretend für die Kreisbürgermeister Heuchelheims Bürgermeister Lars Burkhard Steinz (CDU) seinen ehemaligen Amtskollegen. So sei es gute Tradition, dass die ehemaligen Bürgermeisterkollegen mit einem Ständchen vom Bürgermeisterchor verabschiedet werden. »Wir sind allerdings nach Beratung zum Entschluss gekommen, dass wir dies keinem zumuten wollen und dass du, lieber Thomas, dies nicht verdient hast«, witzelte Steinz. Auch außerhalb von Wettenberg und über die Parteigrenzen hinaus genieße Brunner hohe Anerkennung. »Du bist beliebt und angesehen. Du giltst als kommunaler Praktiker, was eine Auszeichnung für dich ist.«

Nachdem Brunner vom Ersten Beigeordneten Ralf Volgmann die offizielle Verabschiedungsurkunde überreicht bekam, blickte Brunner selbst in seiner rund 30-minütigen Dankesrede auf 28 Jahre im Dienst der Gemeinde Wettenberg zurück. Er skizzierte viele Stationen seines Wirkens, nannte einige Projekte, die in seiner Amtszeit als Bürgermeister angepackt und fertiggestellt wurden Es sei ihm dabei immer wichtig gewesen, aus den Aufgaben Kraft zu ziehen und Augenmaß anzuwenden, erklärte Brunner. Er wertete es als gutes Zeichen und Zusammenarbeit, dass sowohl seine über die Jahre hinweg eingebrachten Haushalte sowie angetriebenen Großprojekte alle einstimmig oder mit nur wenigen Gegenstimmen beschlossen wurden.

Nach anschließenden, zahlreichen Glückwünschen und Präsenten ließ der Bürgermeister a. D. zusammen mit seinen Gästen den Abend ausklingen.

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