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Grundstücksvergabe kann beginnen

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Die ersten Arbeiten mit schwerem Gerät auf der Fläche neben dem Porsche-Zentrum in Launsbach haben begonnen. Der Gemeindevorstand kann nun mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen. © Moos

Die Wettenberger Gemeinevertretung beschloss in ihrer Sitzung am Donnerstag den Bebauungsplan zur Erweiterung des Gewerbegebietes in Launsbach.

Wettenberg (lth). Vielen wird es bereits aufgefallen sein, dass seit einigen Tagen Erdbewegungen neben dem Porsche-Zentrum in Launsbach an der Landesstraße 3093 stattfinden. Der vom Planungsbüro Zettel erstellte Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebietes stand am Donnerstagabend auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung. Nach munterer Diskussion wurde dem Beschlussvorschlag, der fünf Punkte umfasste, mit weiteren kleineren Zusätzen mehrheitlich zugestimmt. Nach diesem Satzungsbeschluss besteht nun Baurecht und der Gemeindevorstand wird sich mit der Vermarktung der Grundstücke befassen.

Bereits im Februar 2015 hatte die Gemeindevertretung beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen, so dass das Gewerbegebiet Launsbach in südlicher Richtung erweitert werden kann. Andrea Walker (CDU) merkte hierbei an, dass ihre Fraktion bereits vor sieben Jahren als einzige dagegen gestimmt hatte. Die CDU hatte damals die Flächen »Am Herrengarten« und unterhalb der »Schönen Aussicht« als Alternativflächen für die Gewerbeerweiterung vorgeschlagen, doch diese bekamen keine Mehrheit. »Schon damals hat es offensichtlich keinen interessiert, dass beste Ackerböden hinein in die Lahnaue für Gewerbeansiedlung geopfert werden«, blickte Walker zurück. Heute seien viele »aufgewacht« und drückten ihren Unmut darüber aus, dass der Blick in die Lahnaue vermutlich bald durch eine Halle versperrt wird, erklärte die Christdemokratin.

»Boden ist nicht vermehrbar«

Da es am Donnerstag darum ging, den siebenjährigen Prozess der einzelnen Entwicklungsschritte zum Abschluss zu bringen, sprach die stärkste Oppositionspartei noch drei Forderungen aus.Da das Gelände unterhalb der Straße verläuft, ist eine Aufschüttung nötig. Diese wird im Bebauungsplan mit zwei bis zweieinhalb Metern Höhe angegeben. Die CDU plädierte dafür, keine konkreten Höhenangaben zu machen, sondern dass die Aufschüttung an das Straßenniveau angeglichen werden sollte.

Als zweiten Punkt forderte die CDU eine Angabe der Längenbegrenzung für das Gebäude sowie eine uneingeschränkte Begrünung des Daches, egal welcher Art. Es sei zwar im Interesse der CDU-Fraktion, dass Gewerbe in der Gemeinde ansiedeln kann, allerdings plädiere man künftig dafür, dass es eine Bebauung auf hochwertigem Boden nicht mehr geben solle. »Boden ist nämlich endlich und nicht vermehrbar«, erklärte Walker.

Andreas Bittendorf von den Freien Wähler setzte sich dafür ein, dass in dem Antrag festgelegt wird, dass der im Flächennutzungsplan ausgewiesene Teil links der Landesstraße in Richtung Launsbach gelegen nicht mehr für eine Bebauung zur Verfügung stehen soll. So hatte es der Ausschuss für Infrastruktur, Gemeindeentwicklung, Bauen, Planen und Verkehr beschlossen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Ulrich Ellinghaus wies darauf hin, dass Wettenberg kaum Flächen habe, die sich für eine Gewerbeansiedlung eignen. Das betreffende Gebiet habe sich seit sieben Jahren dafür angeboten, da es nicht direkt an den Ortskern grenzt. Die eingebrachten Punkte der CDU bezeichnete er als »publikumswirksame Krokodilstränen«, die nun vergossen werden. Gravierende Änderungen im Bebauungsplan dürfe es ohnehin nicht mehr geben, da sich sonst alles nur noch weiter in die Länge ziehen würde.

Als Unterpunkte dazu, dass der Gemeindevorstand mit der Vermarktung der Grundstücke beauftragt wird, schlug Ellinghaus stellvertretend für die Koalition vor, dass die Grundstücke a) prioritär in Erbpacht vergeben werden sollen, b) die Erwerber sich verpflichten, die Außenfassade so zu gestalten, dass diese sich in die Umgebung einfügt und sich c) dazu verpflichten, die Nachhaltigkeitsstandards beim Bau der Gebäude einzuhalten. Die Forderung der CDU nach einer Längenbegrenzung der Gebäude wies er zurück, da im Plan bereits eine Maximallänge von 90 Metern verankert sei.

Nach einer rund zehnminütigen Sitzungsunterbrechung, die die CDU beantragte, stellten die Oppositionsparteien zusätzlich zu den drei Unterpunkten noch zwei weitere Punkte auf. So schlug man unter vor, dass unter d) die Aufschüttung der Fläche nur maximal bis zur Höhe der Straße zulässig ist und unter e) dass als Dach für eine Begrünung ein Flachdach vorgesehen wird.

Begrüntes Flachdach nicht gewünscht

Bei der Abstimmung wurden die Punkte a) bis d) mehrheitlich bei fünf Gegenstimmen beschlossen. Unterpunkt e) wurde mit Gegenstimmen der Koalition sowie drei Enthaltungen abgelehnt. Die weiteren Punkte sowie der gewünschte Teil der FW-Fraktion, den ausgewiesenen linken Teil der L 3093 nicht weiter für eine Bebauung vorzusehen, wurden mehrheitlich beschlossen.

Der Gemeindevorstand kann somit mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen. Bürgermeister Marc Nees (parteilos) hatte schon während der ausschweifenden Diskussion erklärt, dass er sich mehr Vertrauen in den Gemeindevorstand gewünscht hätte.

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