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Heimspiel auf Burg Gleiberg

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Nora Schmidt sing bei ihrem »Heimspiel« auf der Burg Gleiberg. Foto: Mattern © Mattern

Wettenberg (mav). «Für Freunde« war das Konzert und einige hat sie sicher dazugewonnen. Nora Schmidt gastierte auf Burg Gleiberg und »hatte die Sonne mitgebracht«, wie der stellvertretende Vorsitzende des Gleiberg-Vereins, Gerhard Schmidt in seiner Begrüßung die in der Region weithin bekannte Sängerin ankündigte.

Was das Wetter betrifft, gab es nämlich unschöne Erinnerungen an ihren letzten Auftritt vergangenes Jahr, wo der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte und die Kälte in alle Gliedmaßen kroch. Diesmal stimmten die äußeren Bedingungen, alleine der Besuch von knapp 100 Gästen war eher überschaubar.

»Nora & Band« machten mit ihrem zweistündigen Konzert das halbe Dutzend an kulturellen Veranstaltungen 2022 auf Burg Gleiberg voll und wurde dabei unterstützt vom Gleiberg-Verein und Burggastronom Axel Horn. Seit über 50 Jahren ist die Bühne ihr Zuhause und besonders freut sich die gebürtige Krofdorf-Gleibergerin auf die Heimspiele.

So wie bei ihrem vergangenen Auftritt, bei dem sie einmal mehr mit ihrer tollen Stimme, die ihr Pfand ist, überzeugte. Ihre Lieder und Texte sind ein Bekenntnis zu Frankreich. An die Menschen dort, an deren unbeschwerte Lebensart und die Sprache hat sie ihr Herz verloren und das liegt schon lange zurück.

Bereits 1972 nahm sie an den Schüleraustauschs mit Sorgues teil und damit spannte sie in ihrem Konzert auch den Bogen zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen dem südfranzösischen Provence-Städtchen und Wettenberg in diesem Jahr.

Auftakt ihres Konzertes war »Imagin«, jener Popsong von John Lennon, der auch als Hymne der Friedensbewegung gilt. »Die Neunte« gehört zum festen Bestandteil des Repertoires. Und dann: »La mer«, »Padam, padam«, »La complainte de la butte«, »Predre un enfants« und »L›accordéoniste« mit Manfred Becker am Akkordeon, um nur einige Titel zu nennen, die bezeugen, dass Schmidts Passion der mal schwermütigen, mal leichten Unterhaltungsmusik der Franzosen gilt.

Die Hommage an Edith Piaf gehört immer zu ihren Auftritten. Gleich zu Beginn deshalb »La vie en rose«. Seit ihrem letzten Auftritt im Burghof hat sich die Welt verändert und nicht zum Guten. Der Krieg in der Ukraine spielte bei Schmidts Liedauswahl eine Rolle. Es gelte, die Stimme zu erheben gegen das Unrecht, mahnte sie. Friedenslieder durften in ihrer Botschaft nicht fehlen und hierbei griff sie auch in die Kiste aus »Liederbuch«-Zeiten, die lange zurückliegen.

So begann nach der Pause der zweite Teil mit »Es ist an der Zeit« und »Traum von Frieden« - Lieder von Hannes Wader, dessen Texte durch die Stimme der Wettenbergerin wieder neu Gehör fanden und aktueller denn je sind. »Lampenfieber« hat Nora Schmidt auch nach über fünf Jahrzehnten immer noch und davon singt sie auch.

Sie durfte aber auch diesmal eine professionelle Band hinter sich wissen. Tobias Lauber (Piano), Burkhard Mayer (Gitarre), Frank Höfliger (Bass), Andreas Kühr (Schlagzeug) und eben Manfred Becker (Akkordeon). Ohne Zugaben entließ man die Sängerin nicht und so durfte sich das Publikum noch auf die Lieder »Hallelujah« und »Je veux« freuen.

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