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Knappes Abstimmungsergebnis

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Über die Zukunft des Edeka-Marktes am Wißmarer Ortsausgang wird derzeit diskutiert. © Hundertmark

Wettenberg (rsa). Soll der Edeka-Markt Rink am Wißmarer Ortseingang in Richtung Gießen auch zukünftig an seinem Standort bleiben müssen? Oder infolge Expansionswunsches für ihn woanders eine neue Standortmöglichkeit geschaffen werden? Und falls ja, soll dies innerorts oder außerorts geschehen?

Die Diskussion um diese Fragen nahm im Beisein von Wettenbergs Bürgermeister Marc Nees den größten Zeitraum der zweieinhalbstündigen Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Gemeindeentwicklung, Bauen, Planen und Verkehr im Wißmarer Bürgerhaus ein. Auch in Wettenberg war in der Gemeindevertretersitzung der Entwurf des Regionalplans Mittelhessen (RPM) diskutiert worden. Allerdings hatte man sich nicht zu einer gemeinsamen Stellungnahme durchringen können.

Die Angelegenheit wurde zur Entscheidung dem Bauausschuss übertragen. Der sollte nun darüber befinden, wie viele und welche von ein paar Dutzend vorgesehenen Flächen in den drei Ortsteilen für eine andere als die derzeitige Nutzung in dem neuen Regionalplan aufgeführt sein sollen - der Anzeiger berichtete. Dabei sind Flächen, die im zehn Jahre alten letzten Regionalplan bereits enthalten waren, mit denen jedoch in diesem Zeitraum nichts passiert ist.

Und dann gibt es Flächen, die bereits im Vorfeld vom jetzt tagenden Ausschuss und der Gemeindeverwaltung als relevante Flächen für Siedlungserweiterungen sowie für Gewerbeansiedlung herausgearbeitet worden waren. Ob von den in den Regionalplan aufgenommenen Flächen mit den aufgezeigten Nutzungsmöglichkeiten einige oder alle tatsächlich umgesetzt werden, obliegt der Hoheit der Kommune. Ausschließlich das Parlament kann zur gegebenen Zeit darüber befinden. Um zuvor ausgeschlossene Bereiche wieder mitaufzunehmen, bedarf es allerdings eines speziellen Verfahrens, genannt »Abweichungsverfahren«. Und das ist nicht nur aufwendig, sondern wird auch richtig teuer werden.

Vielfältige Ablehnungsgründe

Trotzdem flogen einige neue Areale teils einstimmig ohne Enthaltung, teils mit Enthaltung oder per Mehrheit aus dem Entwurfsplan heraus. Jedoch herrschte überwiegend Konsens. Nicht so bezüglich des oben erwähnten geplanten Erweiterungsvorhabens des Edeka-Marktes Rink in Wißmar. Ob der Standortfrage waren die Messer vor der finalen Abstimmung im Ausschuss gewetzt. Zuvor wurden ein halbes Dutzend zumeist innerörtliche Standortalternativen aufgezeigt. Als zu klein befunden, nicht andienbar für die großen Liefer-Lkw, bisher nicht erschlossen, der Höhenunterschied zu stark, Rücksicht auf alte Parkbäume waren die vielfältigen Ablehnungsgründe. Auch die starke Lärmemission durch die Kühlaggregate der Lastwagen sprach gegen viele mögliche Standorte. Bis auf eine Fläche herrschte bei der Verweigerung für die Alternativen Konsens. Und dieser liegt nördlich der Reithalle in der Nähe des bisherigen Marktes.

In einer Sitzungsunterbrechung hatten die Vermieter des Marktes, das Ehepaar Bierbaum, Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Der etwas getrennt liegende Getränkemarkt gehört allerdings nicht in ihren Besitz, sondern Rink. Die Verpächter bekundeten ihr Interesse zur Beibehaltung des bisherigen Standortes. Durch Entmietung könnten dem Markt zu dessen Ausdehnung noch 500 Quadratmeter Nutzfläche zugeschlagen werden.

»Wenn man vor der Fläche steht, da blutet einem das Herz«, so Ausschussmitglied Andrea-Barbara Walker (CDU) zum Alternativstandort an der Reithalle. »Wenn die Ackerflächen einmal weg sind, dann sind sie für immer weg.«

Die Freien Wähler beklagten, die Informationen zu den alternativen Standorten zu spät erhalten zu haben. »Wir hätten selber noch weitere Alternativen gehabt.«

SPD und Grüne waren nicht gegen die Beibehaltung des jetzigen Standortes. »Doch das Potenzial einer möglichen Alternative sollten wir uns nicht wegnehmen lassen.«

Demgemäß ging die Abstimmung aus; mit fünf zu vier für die Aufnahme in den Regionalplan.

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