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Nächstes Jahr wieder »volle Kapelle«

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Getanzt und gefeiert werden konnte auch in diesem Jahr bei der »Just Concert« Version der Golden Oldies. Im nächsten Jahr soll wieder alles wie gewohnt stattfinden. Foto: Wißner © Wißner

Bürgermeister Marc Nees blickt auf das Festival-Wochenende zurück. Aufgekommene Kritik nimmt er an und will im nächsten Jahr wieder die »Oldies« mit allem, was dazu gehört feiern.

Wettenberg . Seine ersten Golden Oldies als Bürgermeister hatte sich Marc Nees (parteilos) auch anders gewünscht. Am letzten Juliwochenende ging die beliebte und weit über die Grenzen Wettenbergs hinaus bekannte Veranstaltung in einer abgespeckten »Just Concert« Version über die Bühne. Was die Besucherzahlen anging, so hätte sich die Gemeinde als Veranstalter »schon etwas mehr erhofft«, wie der Rathauschef rückblickend zugibt. Auch über den Ticketpreis, der von vielen als zu hoch kritisiert wurde, will der Bürgermeister zusammen mit dem Veranstaltungsteam rückblickend noch diskutieren. Die Entscheidung, die »Oldies« in kleiner Form stattfinden zu lassen, hält Nees aber weiterhin für die »einzig richtige.«

Als Ende April bekannt gegeben wurde, dass die Golden Oldies in einer »Just Concert« Version in diesem Jahr stattfinden, war der Aufschrei, vor allem in den sozialen Netzwerken, groß. Für viele war es unverständlich, dass nur wenige Tage später in einem vollen Festzelt tausende Menschen auf der Mockswiese in Pohlheim das Licher Wiesnfest feierten, während man in Wettenberg ein Festival, das zum einen erst drei Monate später im Sommer und zum anderen großteils draußen stattfindet, in seiner eigentlichen Form nicht veranstaltet wird. Nees konnte die Kontroverse damals nachvollziehen, weist aber auch darauf hin, dass die Voraussetzungen komplett unterschiedlich waren. »In Pohlheim ist es ein privater Veranstalter, der dort sein Geld reinsteckt. Wir als Gemeinde riskieren das Geld der Bürger,.«. Er stelle sich aller Kritik und nehme diese auch ernst, aber die damalige Entscheidung sei aus seiner Sicht richtig gewesen. Für ihn als Wettenberger hängt viel Herzblut an den Oldies, weshalb es kein leichter Entschluss gewesen sei. »Ich bin quasi seit Beginn der Oldies in irgendeiner Form daran beteiligt gewesen. Sei es Anfangs durch Essensverkauf beim Handballverein und später als Getränkelieferant. Da war es natürlich schwer zu sagen, wir machen dieses Jahr alles auf kleiner Flamme.«

Nur die Hälfte der Karten verkauft

Von insgesamt 6000 Karten, die hätten verkauft werden können, gingen am Ende ein bisschen mehr als die Hälfte über die virtuelle Ladentheke. Hinzukamen noch einige an der Abendkasse. »Natürlich sind wir was die Menge der Besucher angeht, enttäuscht. Da hätten wir uns mehr gewünscht«, sagt Nees. Denn was die Qualität der Bands angeht, so habe es eine deutliche Steigerung gegeben, findet der Wettenberger Rathauschef.

Der Ticketpreis (für beide Tage 40 Euro, Einzelticket 22,50 Euro) stieß vielen bitter auf und schreckte vorm Kauf zurück. Über die Preise mache man sich intern noch einmal Gedanken, versicherte Nees. Er stellte aber auch klar, dass »wir Preise, wie vor drei Jahren, nicht mehr erreichen werden«, denn dazu seien die Kosten in allen Bereichen zu stark gestiegen.

Kritik an der Auswahl der Bands, wodurch vermehrt die Musik der 80er Jahre im Fokus stand, habe auch Nees vernommen. Man müsse jedoch auch Bedenken, dass die Zeit sich wandelt. »Als das Festival 1986 zum ersten Mal stattfand, waren natürlich die 50er und 60er Jahre in aller Munde. Aber heute sind die 80er Jahre weiter weg als es damals die 50er waren. Wir müssen uns in dieser Hinsicht öffnen«, merkt Nees an.

In Zukunft werden aber auch weiterhin Fans der 50er und 60er Jahre auf ihre Kosten kommen. Schließlich kommt es auch auf eine gute Mischung an.

»Wollten die Marke präsentieren«

Dass man in diesem Jahr mit der Light-Version der »Oldies« ein gewisses Risiko eingegangen ist, das hatte der Bürgermeister bereits im Vorfeld ein kleines bisschen geahnt. Für ihn war jedoch wichtig, dass die Golden Oldies als Marke nicht in Vergessenheit geraten und dass man sich nach zwei Jahren Zwangspause auch wieder präsentieren kann. Die Organisatoren Christoph Ludwig und Alexander Barth zeichnen seit 2019 für die Organisation der »Oldies« verantwortlich, doch seitdem fand kein Golden-Oldies-Festival mehr statt. »Die beiden machen super Arbeit, haben gute Ideen und tolle Konzepte entwickelt, die aufgrund der Pandemie nicht präsentiert werden konnten. Deshalb war es wichtig, den neuen Ansatz und Stil der neuen Organisatoren zumindest ein kleines bisschen zeigen zu können«, sagt Nees.

Für 2023 laufen bereits die Vorbereitungen. Hier plant man aktuell wieder mit »voller Kapelle« wie die Fans es in all den Jahren zuvor gewohnt waren. Man wolle durch die frühe Planung auf Nummer sicher gehen, dass man auch die Bands bekommt, die man möchte. »Natürlich muss uns bei dieser Planung auch klar sein, dass wir im November die finalen Verträge unterschreiben müssen und es dann kein Weg mehr zurück gibt. Erwartungsgemäß dürften die Coronazahlen und Einschränkungen auch höher sein, da dürfen wir nicht die Nerven verlieren und müssen stabil bleiben.« Der Bürgermeister verspricht, dass wenn nichts Unerwartetes passiert, dass die Oldies im nächsten Jahr hochwertiger gestaltet werden, als in den Jahren zuvor. So soll beispielsweise ein Aston Martin DB5, bekannt aus dem James-Bond-Film »Goldfinger« in einem großen Diorama ausgestellt werden und weitere solcher Highlights soll im Laufe der bekannt gegeben werden.

Was schon feststeht: eine »Just Concert« Version wird es nicht mehr geben, auch wenn man sich wieder in einer ähnlichen Situation wie zu Anfang des Jahres befindet. »Das ist die Konsequenz des Erlebten«, so Nees, denn in diesem Jahr hat die Gemeinde als Veranstalter draufgezahlt und den Verlust durch Rücklagen ausgleichen müssen. Auch deshalb hoffen alle, dass die »Oldies« 2023 wieder so stattfinden können, wie sowohl die Wettenberger als auch auswärtige Fans von nah und fern sie kennen und lieben.

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