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»Owwe klar und unne dicht«

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Hans-Peter Steckbauer (l.), Marc Nees (2.v.r.) und Anke Schleenbecker-Baumann verabschiedeten den 93-jährigen Walter »Maffie« Marfilius aus dem Amt des stellvertretenden Obmanns. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Wettenberg (whk). »Das Amt für Langlebigkeit schreibt mir, es wär so weit, mei Verfallsdatum hätt` ich längst überschritte, ich wär` medizinisch nicht mehr zu kitte«, hatte Walter »Maffie« Marfilius 2019 anlässlich seines 90. Geburtstages konstatiert. Dass er seinen Humor, seinen Scharfsinn und seine Lebensfreude immer noch hat, bewies er jetzt. Anlass:

Der Obmann der Krofdorf-Gleiberger Ortsvereine, Hans-Peter Steckbauer, und Bürgermeister Marc Nees (parteilos) verabschiedeten »Maffie« aus dem Amt des stellvertretenden Obmanns.

Dabei wurden seine Verdienste und sein großes Engagement hervorgehoben. Bürgermeister Nees hatte als Dank für drei Jahrzehnte Engagement einen guten Tropfen mitgebracht und Steckbauer übergab einen Gutschein für einen großen Präsentkorb sowie für Inge Marfilius einen Blumenstrauß.

Im Alter von 93 Jahren hat Walter Marfilius sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. In der Januar-Sitzung soll ein neuer stellvertretender Obmann gewählt werden. Dann wird es auch einen ersten Ausblick auf die 1250-Jahr-Feier von Krofdorf-Gleiberg, die 2024 über die Bühne gehen soll, geben, kündigte Steckbauer an.

»Wer Maffie nicht kennt, hat nicht gelebt.« »Ich war bei den Vereinen, zwar nicht überall, aber ich habe mitgemacht«, erläuterte Walter Marfilius rückblickend und erinnerte an seine Zeit als »Ziehharmonika-Spieler«, unter anderem beim Obst- und Gartenbauverein. Er war Sänger im Gesangverein, spielte Fußball, eben ein Integrations-Moment in der Vereinslandschaft. Der dreifache Familienvater hat als Fachmann für Orientteppiche die Welt bereist, doch seine Heimat ist Krofdorf-Gleiberg und seine »geistige« ohnehin die Fastnacht. Die Liebe verschlug ihn ins Gleiberger Land, ein Glücksfall, auch für das Vereinsleben und erst recht für die Fastnacht. Mit »Maffie« als Elferratspräsident wurde Krofdorf-Gleiberg zur heimischen Karnevalshochburg.

Begeistert war der 93-Jährige, als er hörte, dass der Opa von Marc Nees aus Mainz kommt. Denn »Maffie« ist am Rosenmontag 1929 im heutigen Mainzer Stadtteil Hechtsheim geboren worden.

Auch Anke Schleenbecker-Baumann, Vorsitzende der Krofdorfer Fastnachts-Freunde, war zur Verabschiedung gekommen. »Maffie« brachte es mit dem ihm eigenen Humor auf den Punkt: »Owwe klar und unne dicht - mehr brauch` ich nicht«.

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