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»Parteipolitisches Verbeißen zu befürchten«

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Wettenberg (red). Als »sehr unglücklich« hat der Vorsitzende der Wettenberger CDU-Fraktion, Dr. Gerhard Noeske, den Umgang von SPD und Grünen mit den berechtigten Wünschen von Edeka und dem Pächter bezeichnet, den Markt in Wißmar auf heutigen Standard zu heben. Dieses Projekt, das neben dem Neubau des Kindergartens das wichtigste Vorhaben des Jahrzehnts für Wißmar darstellt, so die CDU, wurde nicht vom Gemeindevorstand vorgeplant, sondern als Fraktionsantrag in die Beratung eingebracht mit nur einem Lösungsansatz.

In der Ausschusssitzung am vergangenen Donnerstag sei deutlich geworden, dass diese Fraktionen sich bereits auf einen Neubau auf der Ackerfläche unmittelbar anschließend an die bisherige Bebauung festgelegt hatten. Bei dieser so bedeutsamen Entscheidung mit großer Auswirkung auf die Einkaufsmöglichkeit hätten SPD und Grüne die nächstliegende Variante, nämlich die Erweiterung auf der bereits versiegelten Fläche, gar nicht in Betracht gezogen. Der Eigentümer des gegenwärtigen Standorts, der eine Alternative anbietet, sei jetzt nicht einmal angesprochen worden. Erst durch Nachfrage der CDU habe er vom gegenwärtigen Diskussionsstand und der Ausschussberatung erfahren.

Bereits vor Jahren, berichtete er, wurde fachlich geklärt, dass auf der bestehenden Versiegelung ein wesentlich größerer Markt gebaut werden könnte, teilweise nach Abriss bestehender Substanz - und das bei laufendem Betrieb. Aus diesem Grund seien bei den Mietern, die wohl weichen müssten, nur kurze Mietlaufzeiten abgeschlossen worden. Diese wahrscheinlich bessere Alternative der politischen Entscheidung vorenthalten zu wollen, hält die CDU für unverantwortlich.

Sie hat schwere Bedenken gegen weitere Versiegelung des regionalen Grünzugs und das weitere Ausfransen der Bebauung am Ortseingang von Wißmar. »Gäbe es keine Alternative, müssten wir tatsächlich besten Boden zerstören, der auch ohne Ukraine-Krieg noch gebraucht wird«, so Noeske. »Wir müssten den unorganischen Bebauungsfinger am Ortseingang weiter in die Lahnaue schieben. Aber glücklicherweise haben wir eine realistische Alternative.« Leider sei durch das ungewöhnliche Verfahren mit einem Fraktionsantrag dieser zentrale Punkt für die Entwicklung Wißmars ungut politisiert worden. Viel besser wäre eine fachliche Abwägung durch die Verwaltung gewesen nach Anfrage des Marktbetreibers dort. Zu befürchten ist nun ein parteipolitisches Verbeißen von SPD und Grünen in ihre Lösung mit Versiegelung der Lahnaue statt der nötigen Offenheit in der Diskussion. Wie beim Neubau des Edeka in Krofdorf wird die CDU jedoch darauf bestehen, ernsthaft nach Lösungen zu suchen, die einen attraktiven und ertragsreichen Einkaufsmarkt ohne weitere Landschaftszerstörung ermöglicht .

»In Krofdorf war die CDU erfolgreich mit ihrer Forderung, im Dorfkern zu bauen und nicht auf der Wiese davor«, so Noeske. »Wir würden uns wünschen, dass nun alle politischen Akteure gemeinsam an einer vergleichbar guten Lösung für Wißmar arbeiten«, so der CDU-Fraktionsvorsitzende abschließend.

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