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Raketenexplosionen über der Burg

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Pyrotechnik explodiert und E-Auto brennt: Positive Bilanz der Übung auf Burg Gleiberg.

Wettenberg (whk). »Bei Aufbauarbeiten für einen Event wurde versehentlich Pyrotechnik durch eine Zigarette entzündet. Dadurch fingen eine Holzhütte, ein Lieferwagen neben der Hütte und ein Pkw mit Elektroantrieb Feuer. Der Pyrotechniker blieb unverletzt und konnte sich in Sicherheit bringen«, so lautete das Szenario der Großübung der Feuerwehr auf Burg Gleiberg.

Die Einsatzleitung übernahm der zweite stellvertretende Gemeindebrandinspektor Christian Buhl. Im Einsatz waren 34 Einsatzkräfte und die Fahrzeuge HLF 20, TLF 16/25, Gerätewagen N, MTW, TSF-W, LF 10/6, Einsatzleitwagen, LF 10 sowie ein Kommandowagen. Vier C-Rohre kamen beim Löschen zum Einsatz. Teilweise hatten die Löschfahrzeuge in der Burgstraße und unterhalb der Burg Position für den Einsatz bezogen. »Der Brandschutz hat eine hohe Bedeutung für die denkmalgeschützte Burg. Im letzten Jahr wurden umfangreiche Maßnahmen im Rahmen des Brandschutzkonzeptes, das Elmar Martin entwickelt hat, umgesetzt«, erläuterte der 2. Vorsitzende des Gleibergvereins, Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt. Dazu gehörten das Vernetzen der Rauchmelder im gesamten Gebäude, neue Brandschutztüren, ein Notaussteig aus dem Dachgeschoss in der Oberburg. Die Gesamtkosten dafür betrugen rund 60 000 Euro. Die Wasserversorgung der Gemeinde im Ortsbereich von Gleiberg ist vor zwei Jahren neu geordnet worden. Den Hochbehälter mit 84 Kubikmeter Wasser hat die Gemeinde 2021 nicht mehr für das Frischwasser benötigt. Er wurde in das Eigentum des Gleibergvereins übernommen und dient nunmehr mit zur Löschwasserversorgung. Die Stadtwerke Gießen haben zudem einen Hydranten als Entnahmemöglichkeit eingebaut. Er wurde im Rahmen der Übung für die zusätzliche Löschwasserreserve erstmals erprobt und getestet. Damit ist auch der äußere Brandschutz entscheidend verbessert worden. »Wir hoffen, dass es nie zu einem Ernstfall kommt, aber wir wollen vorbereitet sein, damit kein Schaden am denkmalgeschützten Gebäudekomplex entsteht«, so Gerhard Schmidt weiter. Beobachter der Übung waren neben Gerhard Schmidt vom Gleibergvereins-Vorstand Vorsitzender Andreas Kraft, Dr. Jürgen Leib, Burgbaumeister Ulli Homberger und Karlfried Philipp.

Positive Bilanz gezogen

Christian Buhl konnte eine positive Bilanz der Großübung ziehen: Die Löschwasserversorgung ist absolut ausreichend. Zusätzlich könnte auch noch ein Hydrant unterhalb der Burg auf dem Weg von der Kirche aus einbezogen werden. Der Hochbehälter als zusätzliche Reserve wirkt sich positiv aus. Da auch ein Elektro-Pkw der Gemeinde »abgelöscht« werden musste, konnte hier die Kühlung der Batterie geübt werden. »Das Einsatzkonzept für die Burg ist schlüssig. Die Führungskräfte haben die Logistik und das weitläufige Gelände kennengelernt. Die Rettung des Verletzten war in der Oberburg gut möglich«, bilanzierte Buhl. Der Gleibergverein dankte der Feuerwehr für ihren Übungseinsatz.

Während der anschließenden Manöverkritik zeigte sich Bürgermeister Marc Nees erfreut, dass die Übung sehr erfolgreich und die Wasserversorgung für den Burgbereich sichergestellt ist. Der Pächter der Burg Gleiberg, Axel Horn, lud alle Einsatzkräfte zum gemeinsamen Mittagessen ein.

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