1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Wettenberg

»Standort in vielerlei Hinsicht entwachsen«

Erstellt: Aktualisiert:

Wettenberg (red). In Sachen Erweiterung des Edeka-Markes in Wißmar zieht die Koalition von SPD und Grüne an einem Strang.

Zu den Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden der CDU-Wettenberg, Dr. Gerhard Noeske, im Rahmen der Vorprüfung der Erweiterung des Edeka Marktes in Wißmar habe die Koalition von SPD und Grünen »eine Erweiterung am Standort bislang nicht in Betracht gezogen« und »es sei nur ein einziger Lösungsvorschlag zur Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Gießen vorgelegt worden«, der die Entscheidung zum Standort »ungut politisiert hätte«, nimmt die Fraktion der Grünen in Wettenberg wie folgt Stellung: »Der ursprünglich nur für die Versorgung der Wißmarer Bevölkerung geplante und bemessene Markt wurde schnell so gut angenommen, dass die Bestandsfläche für die heutigen Standards der Edeka-Märkte nicht ausreichend ist. Daher sind die Betreiber auf die Gemeinde und die politischen Gremien mit dem Wunsch zugegangen, den Markt zu optimieren«, sagt Corinna Vahrenkamp (Grüne). Diesen Wunsch habe die Koalition im Dezember 2021 zum Anlass genommen, Initiative zur Unterstützung des Marktes zu starten, äußert sich Vahrenkamp.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Matthias Schulz legt nach: »Leider hat Herr Dr. Noeske in dieser Debatte den Weg der gesunden politischen Auseinandersetzung auf Sachebene verlassen und sich für eine populistische Verkürzung der Tatsachen unter Unterdrückung der gesamten Wahrheit entschieden.« Tatsächlich habe die Koalition einen klaren Arbeitsauftrag an die Verwaltung gestellt, zunächst alle innerörtlichen Möglichkeiten darzulegen, sodann eine Erweiterung beziehungsweise einen Umbau im Bestand mit den Beteiligten zu erörtern und erst als letzten nachrangigen Schritt eine Erweiterung der Gewerbefläche in Richtung Gießen zu prüfen. Dieser Arbeitsauftrag wurde öffentlich in der Gemeindevertretersitzung im Dezember 2021 beschlossen. »Wenn in diesem Zusammenhang von einem ›unbegreiflichen Verfahren‹ gesprochen wird, muss leider festgestellt werden, dass eine sachliche politische Auseinandersetzung derzeit mit Herrn Dr. Noeske nicht möglich ist«, kritisiert Schulz.

Die Grünen erwarten daher einen fachlich fundierten Vorschlag der CDU-Fraktion zur Entwicklung des Edeka-Marktes in Wißmar, um zu einer sachgerechten Debatte zurückzukehren. Der Koalitionspartner der SPD-Wettenberg bekennt sich ebenfalls zu einem Einzelhandelsstandort vor Ort in Wißmar. Der Edeka mache einen wesentlichen Teil der Attraktivität Wißmars aus. »Nach 25 Jahren zeigt sich allerdings auch, dass der Markt seinem derzeitigen Standort in vielerlei Hinsicht entwachsen ist. So ist nicht nur die Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern inzwischen längst viel zu klein. Auch die Räumlichkeiten für die Mitarbeiter und die Marktleitung, die Lagerflächen, die Kühlflächen reichen längst nicht mehr aus«, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD. Eine von der Koalition beauftragte Prüfung möglicher Standortalternativen hat ergeben, dass es in Wißmar keine realistischen Alternativen zu der an den benachbarten Getränkemarkt angrenzenden Ackerfläche am Ortsausgang gebe. Die geprüften Alternativflächen seien allesamt zu klein, verkehrstechnisch nicht realisierbar und würden zu vermeidbaren Belastungen der Nachbarschaft führen. Demgegenüber kann durch einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zum derzeitigen Standort sowohl für die Wißmarer Kunden als auch für die Mitarbeiter ein moderner, attraktiver Lebensmittelmarkt entstehen. Der bisherige Standort kann aufgewertet und attraktiv gestaltet werden, so die Meinung der Sozialdemokraten. Zu der Empfehlung, die notwendige Erweiterungsfläche in den neuen Regionalplan Mittelhessen aufzunehmen stehe die SPD auch weiterhin. Zudem werde das Projekt »Sicherstellung einer attraktiven Nahversorgung in Wißmar« weiterhin tatkräftig unterstützt, heißt es abschließend.

Auch interessant