1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Wettenberg

Stehen »Golden Oldies« auf der Kippe?

Erstellt:

Von: Frank-Oliver Docter

gikrei_GO_RocknRoll-Tanz_4c_3
Auch dieses Jahr wurde bei den »Golden Oldies« wieder ausgelassen unter freiem Himmel getanzt. Archivfoto: Wißner © Red

Sollten bei der Traditionsveranstaltung in Wettenberg-Krofdorf-Gleiberg in drei Jahren noch »rote Zahlen« geschrieben werden, droht ihr das Aus. Dies machten Bürgermeister und Veranstalter deutlich.

Wettenberg (fod). Als nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause Ende Juli endlich wieder in Krofdorf-Gleiberg die »Golden Oldies« über die Bühne gingen, freute das viele Fans dieser seit 1989 stattfindenden Traditionsveranstaltung. Auch wenn es diesmal nur in abgespeckter Form geschah: Anstatt der gewohnten drei waren es nur zwei Tage, acht Bands statt 50 und auf die beliebten Oldtimer musste ganz verzichtet werden. Maximal 3000 Karten wurden für das Musikprogramm pro Tag angeboten, kein Vergleich zu den in früheren Jahren 60 000 oder mehr verkauften Tickets. Und dann blieb die schlussendliche Besucherzahl auch noch hinter den Erwartungen zurück.

Unter dem Strich steht ein finanzielles Minus im »mittleren fünfstelligen« Bereich, wie Alexander Bath und Christoph Ludwig vom Veranstalterteam am Dienstagabend bei der Sitzung des Wettenberger Kulturausschusses bekannt gaben. Von ihnen wie auch Bürgermeister Marc Nees fielen deutliche Worte, was die Zukunft der »Golden Oldies« betrifft.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass nach der Veranstaltung - die sich thematisch den 50er bis 80er Jahren widmet - »rote Zahlen« geschrieben werden. Schon seit 2019 sei das der Fall, teilte Ludwig mit. Angesichts dieser Negativentwicklung und nicht zuletzt wegen steigender Gemeindeausgaben durch die Energiekrise ließ Nees wissen: Sollten sich die »Golden Oldies« spätestens in drei Jahren »nicht mehr finanziell tragen, müssen wir das Ding beerdigen«. Auch Bath und Ludwig teilen seine Meinung, in dem Fall einen Schlussstrich zu ziehen. Beide hätten jedoch den »Anspruch«, bereits für die nächstjährige Auflage mit einer »schwarzen Null« zu planen.

James Bond-Autos

Derweil laufen die Vorbereitungen für die »Golden Oldies 2023«, die vom 28. bis 30. Juli stattfinden werden, auf Hochtouren. Alexander Bath wollte wegen noch laufender Verhandlungen des Wettenberger Teams und der beauftragten Veranstaltungsagentur zwar nicht allzu viele Details verraten, doch konnte er schon einmal ankündigen, dass wieder eine Oldtimer-Ausstellung - mit Privatautos und solchen aus James Bond-Filmen wie auch historischen Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen - geplant ist. Zudem wertete es Christoph Ludwig als »gutes Zeichen«, dass sich im Juli die Merchandising-Artikel mit dem neuen Logo sehr großer Nachfrage erfreut haben.

Der Erste Vorsitzende des Tanzsportclubs (TSC) Wettenberg, Dieter Jung, appellierte an die Veranstalter, die ortsansässigen Vereine stärker als dieses Jahr in die Vorbereitungen für die »Golden Oldies« miteinzubinden. Wie Ludwig entgegnete, soll dies künftig auch wieder der Fall sein. Bei der diesjährigen Veranstaltung, die keine »normale« gewesen sei, habe man die Vereine »nicht gebührend« einbinden können, räumte er ein.

Darüber hinaus gab Jung zu bedenken, ob es nicht des Guten zu viel ist, auch die 80er Jahre zu integrieren. Tatsächlich gebe es Stimmen, ganz auf dieses Jahrzehnt bei den »Golden Oldies« zu verzichten, berichtete Marc Nees. Dennoch soll weiter daran festgehalten werden. Schließlich bot Dieter Jung dem Veranstalterteam noch an, dass der TSC eine der Bühnen mit dem vereinseigenen Tanzboden bestücken könnte. Womit er auf offene Ohren stieß.

Auch interessant