1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Wettenberg

Umweltgedanken umgesetzt

Erstellt:

gikrei_110822_KuKuKWasse_4c
Aus recycelten Haushaltsgegenständen schuf Axel Henk die metallene Libelle. Foto: Schultz © Schultz

Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg präsentiert in ihrer neuen Ausstellung »Wasser« ein eher ungewöhnliches Motto. Die Ausstlllung kann noch bis 28. August besichtigt werden.

Wettenberg (hsch). Im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) ist wieder neue Kunst zu sehen, diesmal unter einem ungewöhnlichen Motto, »Wasser«. Es ist eine Schau von zahlreichen Mitgliedern und einigen Gästen. Das Thema, heute aktueller denn je, inspirierte die Aktiven zu sehr ungewöhnlichen Arbeiten. Zugleich wurde der Umweltgedanke aktiv aufgegriffen und umgesetzt. Samstag war die gut besuchte Eröffnung.

Zu sehen sind diesmal Arbeiten von Michael Ackermann, Heinz Aschendorf (Gast), Vera Bennung-Corominas, Abdulrahman Daas (Gast), Ulrike Dalla- Bona, Ute Dietel, Angelika Eichenauer, Marion Engel (Gast), Axel Henk (Gast), Gabriele Herlitz, Jacqueline Herrmann (Gast), Marita Meurer, Barbara Pisker, Christina Richter, Bianca Weber und Ingrid Wortmann- Wilk.

Aktuell gibt es nicht einen einzigen spektakulären Aufhänger sondern gleich mehrere. Als allererstes fällt Axel Henks mächtige metallene Libelle ins Auge, die in der Mitte des Raumes gelandet ist. Sie besteht aus recycelten Haushaltsgegenständen. Henk hat die Skulptur mit einer grazilen authentischen Anmutung versehen, die mehr ins Lebendige weist als ins Materielle; eindrucksvoll. Sie ist schon ein bisschen mit Plastikabfall verseucht, genau wie seine nebenan gestrandete Schildkröte aus Küchenutensilien, die auch zunächst wie ein in Plastiknetzen gefangenes Wesen wirkt, nicht wie ein Kunstwerk. Toll auch seine hochästhetische eiserne Teichrose.

Zwischendrin stehen einige Lampen, deren attraktive stoffbezogene Schirme Jaqueline Herrmann zeigt, wasserfrei, aber im Sinne des Upcycling umweltbezogen.

Ines Scheuermann vom Vorstand stellte den Zusammenhang klar: »Wasser ist nach der Atemluft unser wichtigstes Lebensmittel, kann aber auch schnell tödlich sein. Ohne Wasser überleben wir keine zwei Tage, unter Wasser vielleicht zwei Minuten.«

Man sieht diverse traditionelle Motive, in denen Wasser eine Rolle spielt, wie üblich hielt sich niemand sklavisch an die Vorgabe. So kamen einerseits eindrucksvolle naturalistische Bilder vom Meer mit beeindruckenden Wellen zustande. Aber Ingrid Wortmann-Wilk zeigt einen metallenen Fisch aus Besteckteilen, »leider mit Plastik im Bauch,« ein unaufdringlich prägnantes Statement.

Detailreichtum

Barbara Pisker stellt das Wasser in einen sehr intensiven Kontext. Ihr »Gewitter« vereint dramatische Farbflächen von weiß über dunkelblau bis schwarz, deren stürmische Zerrissenheit geradezu spürbar wird, fast hört man den Donner grollen.

Etwas unerwartet hat sich Michael Ackermann die Lahn im Winter angeschaut und zeigt jetzt auch einen intensiven, souverän ausgeführten Handdruck, der die melancholische Eintönigkeit der Farben wiedergibt und zugleich Raum zum Träumen lässt.

Keinesfalls übersehen sollte man Axel Henks Serie »Leuchttürme«, gleich vorne links. Seine Aquarelle zeichnen sich durch großen Detailreichtum aus und einen gewissen Realismus, der aber zugunsten einer klaren, intensiven emotionalen Stimmung zurücktritt. Die Energie, die von den viele Meter hohen Wellen ausgeht, lässt selbst die stabilen Türme etwas bescheiden wirken. Und wie immer gibt es noch viel mehr zu entdecken.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. August an den Wochenenden von 15 bis 18 Uhr in der Kunsthalle, Goethestraße 4b in Wißmar zu sehen.

gikrei_110822_KuKuKWasse_4c_1
Gefangen im Plastiknetz: die gestrandete Schildkröte. Foto: Schultz © Schultz

Auch interessant