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Vorgehensweise in Launsbacher Kita war korrekt

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Entwarnung in der Kindertagesstätte Zwergenland in Launsbach: Die Kita ist nach einem positiven Schnelltest, der sich nicht bestätigte, wieder offen. Archivfoto: Meina © Red

Kindertagesstätte »Zwergenland« in Launsbach wurde nach positiven Schnelltest am Mittwoch komplett geschlossen.

Wettenberg (lth). Die Corona-Inzidenzwerte steigen aktuell wieder. Eltern von Kindergartenkindern bekommen für zuhause sogenannte Lollitests, um ihre Kinder auf eigenverantwortlicher Basis regelmäßig zu testen. Die Tests sind sowohl für die Mädchen und Jungen als auch für ihre Kontaktpersonen der einzige Schutz. Doch wie verhält man sich richtig, wenn ein solcher Test positiv ausfällt? Dieses Problem stellte sich am Mittwoch, als ein Schnelltest eines Kindes der Kita Zwergenland in Launsbach positiv ausfiel. Umgehend wurden alle Eltern kontaktiert, um ihre Kinder abzuholen und die gesamte Kita für eineinhalb Tage geschlossen. Dies sorgte bei einem Vater, der den Anzeiger kontaktierte, für Unverständnis. Die aktuellen Bestimmungen sehen eigentlich vor, dass bei einem positiven Fall nur die entsprechende Gruppe, in der das Kind zuvor betreut wurde geschlossen wird, und nicht die gesamte Einrichtung.

Auf Nachfrage bei Landkreis Gießen stellte Pressesprecher Dirk Wingender klar, dass die Kita aufgrund des positiven Schnelltests vom Gesundheitsamt geschlossen wurde. Mädchen und Jungen, die am 3. und 4. Januar die Kita besucht hatten, mussten von den Erziehungsberechtigten abgeholt werden. Dieses Vorgehen sei so in einem Erlass des Landes verankert. Zur Schließung der gesamten Kita Zwergenland sei es aufgrund der Tatsache gekommen, dass die zwei Gruppen an beiden Tagen eng zusammengearbeitet hatten. »Das hat uns die Kita-Leitung so mitgeteilt«, berichtete Wingender.

Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) merkte zur Thematik an, dass es aktuell rechtlich nicht vorgeschrieben sei, die Gruppen innerhalb einer Kindertagesstätte zu trennen. In Wettenberger seien die Kitas dazu angehalten, auf eine Trennung der Gruppen zu verzichten, solange diese vermeidbar ist. »Das wird aktuell versucht zu händeln«, so der Bürgermeister. Der Fall im »Zwergenland« sei wohl darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Ferien die Auslastung der Kita ohnehin nicht sehr groß sei, so dass beide Gruppen zusammen betreut wurden.

Gesundheitsamt entscheidet

Der positive Schnelltest des Kindes wurde durch einen PCR-Test überprüft. Da dieser negativ ausfiel. wurde die Kita gestern wieder für alle Kinder geöffnet. Die Kita-Leitung war am Freitag für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.

Wie geht beispielsweise die Lebenshilfe, die mit 13 Einrichtungen einer der größten Kita-Träger im Landkreis ist, mit dem Thema um? Jennifer Seidler, stellvertretende Bereichsleitung, attestierte der Leitung der Kita Zwergenland ein »korrektes Vorgehen. »Liegt ein positiver Schnelltest vor, werden in unseren Einrichtungen alle Kinder in der betroffenen Gruppe von ihren Eltern abgeholt und das Gesundheitsamt informiert. Es gilt danach ein Betretungsverbot für diese Gruppe, bis das Ergebnis eines vom Gesundheitsamt angeordneten PCR-Tests vorliegt«, erklärte Seidler. Ist das PCR-Ergebnis ebenfalls positiv, entscheidet das Gesundheitsamt, wer sich in Quarantäne begeben muss.

Eltern testen Kinder eigenverantwortlich

Das Testen der Kita-Kinder liegt in der Verantwortung der Eltern. Die Lebenshilfe stellt den Eltern aktuell pro Kind drei Tests in der Woche zu Verfügung. »Aktuell führt der Landkreis eine Bedarfskontrolle durch, um zu schauen, ob die Anzahl bei Möglichkeit noch anzuheben ist«, schilderte Seidler.

Brunner bescheinigte, dass die Testangebote von den Eltern gut angenommen werden. »Wer Tests benötigt, bekommt diese auch. Zusätzlich können Eltern ihre Kinder im Testzentrum in Wißmar mit den üblichen Lollistests testen lassen«.

Die Ortsliga der Freien Wohlfahrtspflege in Stadt und Landkreis Gießen unterstützt ausdrücklich die Pressemeldung der Hessen-Liga vom 3. Januar. Darin werden einheitliche Regelungen zu Tests sowie die Kostenübernahme durch das Land gefordert. Die Ortsliga der Freien Wohlfahrtspflege begrüßt es sehr, dass es im Landkreis mittlerweile eine einheitliche Regelung bezüglich der Testmöglichkeiten für Kinder in Kitas und die entsprechenden Kostenübernahme durch Land und Kommunen gibt. Die Stadt Gießen sehe jedoch keine Notwendigkeit, die Hälfte der Kosten für die Tests zu übernehmen, wird in der Pressemitteilung bedauert. Damit werde die Entscheidung darüber, ob kostenfreie Tests für Kinder in Kitas angeboten werden, auf die Träger abgewälzt - und damit auch die Finanzierung. Da sich das Land aus der hundertprozentigen Kostenübernahme zurückgezogen hat, appelliert die Freie Wohlfahrtspflege an die Stadt Gießen, ihre Entscheidung zu überdenken. Auch im Hinblick auf eine einheitliche Verfahrensweise in Stadt und Landkreis Gießen wäre das flächendeckende Angebot für Testungen in Kitas begrüßenswert. Die aktuelle »Ungleichheit« führe bei allen zu Verunsicherungen. (red)

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