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Westkreis-Wehren rücken zusammen

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Bei der Demonstrationsübung der Hygienestaffel wurde aus Gründen des Umweltschutzes auf die Verwendung eines Teils der Einwegbekleidung verzichtet. Foto: Feuerwehr Wettenberg © Feuerwehr Wettenberg

Gemeindebrandinspektoren der drei Westkreisgemeinden Heuchelheim, Biebertal und Wettenberg trafen sich kürzlich zu einem Kick-Off, um eine stärkere Zusammenarbeit zu initiieren.

Wettenberg (red). Die Gemeindebrandinspektoren der drei Westkreisgemeinden Heuchelheim, Biebertal und Wettenberg trafen sich kürzlich im Feuerwehrhaus Krofdorf-Gleiberg zu einem Kick-Off, um eine stärkere Zusammenarbeit zu initiieren.

Durch Initiative des Wettenberger Gemeindebrandinspektors Pierre Bittendorf kamen alle Leitungsfunktionen der Westkreis-Feuerwehren zusammen, um die Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehr auszuloten und zu bündeln. Erstes Projekt ist die Hygiene-Komponente zur Vermeidung von Feuer-Krebs durch Reinigung der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle.

Höheres Risiko

Feuerwehrleute haben ein bis zu 30 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die bei fast jedem Brand in den Rauchgasen in großer Konzentration freigesetzt werden, sind toxisch und karzinogen. Feuerwehrleute nehmen diese über die ungeschützten Atemwege, aber auch über die offenen Poren der Haut auf.

Das zugehörige Einsatzkonzept wurde gemeinsam von den Feuerwehren Biebertal und Wettenberg entwickelt und soll interkommunal zum Einsatz kommen. Die Hygienestaffel Wettenberg ist ab sofort einsatzbereit und kann von allen drei Kommunen angefordert und eingesetzt werden. Erste Einsätze in Biebertal und Heuchelheim sind bereits erfolgt. Das Konzept wurde den Teilnehmern in einer Übung der Hygienestaffel bei dem Treffen demonstriert.

Vereinbartes Ziel ist es, in Biebertal ebenfalls eine Hygienestaffel zu etablieren, so dass eine gegenseitige Unterstützung bei größeren Einsätzen gewährleistet ist und sich die örtliche Feuerwehr auf die Kernaufgaben konzentrieren kann. Weiterhin wurde über weitere Facheinheiten gesprochen, die ebenfalls aus allen drei Kommunen bestehen.

Hier stehen beispielsweise ein gemeinsamer Katastrophenschutz- und Waldbrandzug für überörtliche Hilfe im Gespräch. Das Material indes soll zentral vorgehalten werden, jedoch gemeinsam in den Einsatz gebracht werden. Hier ist eine Ausbildung beispielsweise mit dem Equipment für Hochwasser- und Elementarereignisse der Feuerwehr Heuchelheim angedacht.

Weiterhin ist die Wiederbelebung der »Technischen Einsatzleitung (TEL) West« besprochen worden. Für Materialbeschaffung ist ebenfalls eine Synchronisierung geplant, um die Kompatibilität zu gewährleisten und Doppelvorhaltung von Spezialgerät zu minimieren.

Dies wird bereits bei der Schutzausrüstung gelebt; Biebertal und Wettenberg haben einen gemeinsamen Größensatz zur Anprobe bei Einkleidungen beschafft und im Umlauf.

Alles in allem sind große Ziele vereinbart worden, die nur in kleinen Schritten zu erreichen sind. Daher ist bereits ein nächstes Treffen Anfang 2023 terminiert sowie weitere mit festem Turnus eingeplant.

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