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Wegen Energiekosten: Restaurant führt Gebühr für Heizstrahler ein – sofort hagelt es Kritik

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Von: Patrick Mayer

In der Energiekrise im Fokus: Heizstrahler der Gastronomie.
In der Energiekrise im Fokus: Heizstrahler der Gastronomie. (Symbolfoto) © IMAGO / Travel-Stock-Image

Gastronomen werden vor dem Winter mit hohen Gas- und Energiepreisen konfrontiert. Ein Restaurant aus Wien verlangt für die Nutzung seiner Heizstrahler nun eine Pauschale. Das gefällt nicht jedem.

München/Wien - Wo nur Energie sparen? Wie den Gas-Verbrauch runterdrehen? Damit einem bei der nächsten Nebenkostenabrechnung nicht schwindelig wird. Dieses Problem haben Konsumenten und Verbraucher vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs nicht nur in Deutschland. Auch der Handel, die Industrie und der Dienstleistungssektor aus den Nachbarländern klagen.

Explodierende Energiekosten: Heizstrahler und Gas-Herde werden für Gastronomen zur Herausforderung

Das gilt zum Beispiel für die Gastronomie, die nach stressigen und kostspieligen Auflagen in der Corona-Pandemie nun ein weiteres Mal vor riesigen Herausforderungen steht. Schließlich müssen im Winter teils große Räumlichkeiten geheizt werden. Viele kochen zudem mit Gas. Da war erst das Sonnenblumenöl aus, dann wird jede Herdflamme sprichwörtlich zum Geldverbrenner. Taffe Zeiten.

Die Heizstrahler in den Biergärten, Terrassenbereichen und Ausschänken im Freien freilich nicht zu vergessen. Schon auf dem Oktoberfest in München hatte für große Diskussionen gesorgt, ob diese angesichts der aktuellen Situation – trotz durchgängig kalter Temperaturen – angeschaltet werden sollen oder nicht. Die Debatte darüber dürfte sich vielerorts in den Winter verlagern. Ein Restaurant aus der österreichischen Hauptstadt Wien geht nun einen Schritt weiter und verlangt von seinen Gästen, die selbst in den kalten Monaten lieber draußen sitzen, eine Gebühr für die Nutzung der Heizstrahler über den Tischen.

Energiekrise in Deutschland und Österreich: Restaurant aus Wien greift bei den Heizstrahlern durch

„Heizstrahlerproblematik! Wir haben lange überlegt, wie wir die ‚nicht nur‘ diesjährige Problematik mit den Heizstrahlern lösen. Natürlich nicht nur unserer Geldbörse zu Liebe, sondern auch für unsere geliebte Umwelt, haben wir beschlossen, nun eine kleine Tischpauschale für Verwendung der Heizstrahler zu verlangen“, schreibt das „Lucullus“ aus dem 3. Wiener Gemeindebezirk „Landstraße“ auf Instagram.

Zur Einordnung: Das „Lucullus“ ist ein mediterranes Restaurant, das für einen schön gestalteten Außenbereich bekannt ist. Im Wirtsgarten stehen Palmen und dichte Lavendelsträucher, die Bars und Ablagen sind teils mit Mosaik verziert, die Tische aus wuchtig rustikalem Holz. Insgesamt erinnert die Atmosphäre an eine Mischung aus griechischer Taverne und süditalienischer Trattoria. Entsprechend gerne sitzen die Gäste offenbar draußen.

„Unser Problem war immer, dass unser Gastgarten auch in den kälteren Monaten mit Heizstrahlern voll war. Im Innenbereich saßen nur vereinzelt Gäste“, heißt es in dem Social-Media-Posting von Anfang Oktober: „Mit dieser kleinen Pauschale wollen wir unsere Gäste zum Denken anregen, dass ein Beheizen der Umwelt nicht immer das Notwendigste ist.“ Kostengründe oder Umweltbewusstsein? Das „Lucullus“ greift mit seiner Heizstrahler-Pauschale zumindest durch. Markant: Die „Landstraße“ gilt als ein wohlhabender Wiener Gemeindebezirk mit kaufkräftigen Anwohnern. Ob da ein paar Groschen mehr für Wärme wehtun?

Im Video: Wie wahrscheinlich ist ein Gas-Blackout? - Experte klärt auf

Auf Instagram gibt es zumindest auch Kritik. In einem Kommentar zu dem Post schreibt ein Nutzer harsch: „Naja, bald wieder ein Lokal, wo der geldgierige Wirt am Ende vor dem Insolvenzrichter stehen wird! Glauben Sie wirklich, die Gäste machen jeden Blödsinn mit? So ein Lokal wie Ihres gibt es in Wien zu x1000!“

Pauschalen für Heizstrahler in Biergärten? Instagram-User kritisieren Wiener Lokal

Eine andere Userin meint: „Schon mal bei den Gästen - die auch im Winter im Garten sitzen wollen - nachgefragt, warum dies ihr Wunsch ist? Wird wohl mit dem unsäglichen Rauchverbot in Innenräumen zu tun haben! Einfache Lösung, werte grüne Klimaaktivisten: Rauchen wieder erlauben, keine Heizschwammerln nötig.“ Heizstrahler in Schanigärten und Wirtsgärten, ja oder nein? Und wenn ja, zu welchem Preis? Die Diskussion ist in vollem Gang. (pm)

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