Tödliche Tankstellenschüsse: Anklage noch dieses Jahr?

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IDAR-OBERSTEIN/BAD KREUZNACH - Beginnt noch in diesem Jahr der Prozess wegen der tödlichen Tankstellenschüsse in Idar-Oberstein? Wie die Oberstaatsanwaltschaft Bad Kreuznach auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, könnte die Verhandlung vor dem zuständigen Gericht in Bad Kreuznach noch im Dezember beginnen, eher aber Anfang kommenden Jahres. Der Bad Kreuznacher Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler sagt:

„Bislang konnten wir noch keine Anklage erheben, weil die Ermittlungen noch andauern. Ich gehe aber mit hocher Sicherheit davon aus, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.“

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Zurzeit werden laut Staatsanwaltschaft vor allem noch die Social-Media-Aktivitäten des Tatverdächtigen ausgewertet. Allen voran seine Mitteilungen auf dem Nachrichtendienst Telegram. „Es gibt Anhaltspunkte, dass sich der Mann in der virtuellen Welt in den Kreisen der Skeptiker und Kritiker der Corona-Maßnahmen bewegt hat.“ Allerdings soll der Mann, der in der IT-Branche tätig war, in den Kreisen vor allem als zustimmender Beobachter aufgetreten sein – und nicht als Wortführer. Auch bei Demonstrationen der Querdenkerszene gegen die Corona-Maßnahmen der Politik sei der mutmaßliche Schütze nicht auffällig geworden.

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Nach aktuellem Ermittlungsstand soll Ende September in Idar-Oberstein der 49-jährige Tatverdächtige in einer Tankstelle eine 20-jährige studentische Aushilfskraft mit einer Pistole niedergeschossen haben, nachdem das Opfer ihn mehrfach auf die Maskenpflicht im Verkaufsraum hingewiesen hat. Der Fall hatte bundesweites Entsetzen ausgelöst sowie eine Debatte darüber, ob sich die Querdenkerszene zu radikalisieren beginnt. Der mutmaßliche Täter sitzt derzeit wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

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