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Lebensmittel werden teurer: Ernstes Problem für Geringverdiener - Verbraucherzentrale Bayern mit klarer Forderung

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Von: Katarina Amtmann

Ein Einkaufswagen voller Lebensmittel
Lebensmittel werden teurer - ein Problem für Geringverdiener (Archivbild). © Fabian Sommer/dpa/dpa-Bildfunk

Die Preise für Lebensmittel steigen aufgrund von hohen Energiepreisen, der Ukraine-Krieg hat die Situation verschärft. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt.

München - Der vor fast drei Wochen zu einem Krieg eskalierte Ukraine-Konflikt* sorgt weiter für Entsetzen. Aber die Solidarität mit der Ukraine ist groß (wie Sie Flüchtlingen in Bayern helfen können, erfahren Sie hier*). Die Auswirkungen des Krieges sind auch bei uns zu spüren, unter anderem an Tankstellen. Deshalb hat der ADAC Südbayern Tipps für Autofahrer. Auch in Supermärkten sind die Folgen zu spüren: Zum einen nehmen immer mehr Märkte russische Produkte aus dem Sortiment*, zum anderen scheint es wieder vermehrt zu Hamsterkäufen zu kommen. Es gibt Berichte, dass beispielsweise Speiseöl in einigen Supermärkten knapp ist.

Folgen des Ukraine-Kriegs - Verbraucherzentrale Bayern: Keine Lebensmittelknappheit in Deutschland

Die Verbraucherzentrale Bayern gibt aber auf Merkur.de-Nachfrage Entwarnung und stellt klar: „Verbraucher:innen werden in Deutschland auch in Zukunft ein ausreichendes Lebensmittelangebot vorfinden, es droht hierzulande keine Lebensmittelknappheit.“.

Die Preise für Agrarrohstoffe auf dem Weltmarkt seien seit Beginn des Krieges aber natürlich stark angestiegen. So haben Russland und die Ukraine bisher große Mengen Getreide, Mais und Sonnenblumenöl exportiert, Russland außerdem große Mengen an Dünger.

Ukraine-Krieg und Lebensmittel: Russland und Ukraine wichtigste Exportländer für Sonnenblumenöl

Zahlen und Fakten zu Russland und der Ukraine

Russland produziert rund 10 Prozent, die Ukraine etwa 4 Prozent des weltweit gehandelten Weizens.

Laut Aussage des Verbandes der ölsaaten-verarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) sind die Ukraine mit 51 und Russland mit 27 Prozent die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl.

Die Ukraine allein liefert die Hälfte des weltweit gehandelten Sonnenblumenöls. In der Summe exportieren Russland und die Ukraine 12 Prozent der global gehandelten Kalorien.

Ukraine-Krieg: Lebensmittel werden teurer - Bayerische Verbraucherzentrale mit Forderung

„Die Ernährungssicherheit ist vor allem in Ländern bedroht, die große Mengen Getreide für die menschliche Ernährung importieren müssen – das betrifft einige nordafrikanische und asiatische Länder und beispielsweise auch die Türkei“, so die Verbraucherzentrale Bayern auf eine Anfrage von Merkur.de. Verbraucher in Deutschland müssen mit Verteuerungen rechnen. „Damit verstärkt sich eine Entwicklung, die schon vor Ausbruch des Krieges sichtbar war. Die Preise für viele Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten aufgrund von hohen Energiepreise, unterbrochenen Lieferketten, höheren Produktionskosten und höheren Kosten für Logistik gestiegen“, so die Sprecherin weiter.

Besonders für Verbraucher mit einem geringen Einkommen können Preissteigerungen „zu einem Problem werden.“ Die Verbraucherzentrale Bayern fordert deshalb: „Sie müssen konkret unterstützt werden. Auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte halten wir für geboten, um allen Verbraucher:innen eine gesunde Ernährung zu erleichtern.“

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BBK empfiehlt Lebensmittelvorrat - Verbraucherzentrale wird deutlich: Hamstern sollte vermieden werden“

Die Sprecherin verweist gegenüber Merkur.de auch auf das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Dieses empfiehlt - unabhängig von der Ukraine-Krise - generell eine Mindestbevorratung.* „Diese sollte aber nicht übertrieben ausfallen, weil dies wiederum zu Lebensmittelverlusten führen könnte und Mittel zum Leben dann dem Markt unnötig entzogen wären. Hamstern und Lebensmittelverschwendung sollten vermieden werden“, so die Sprecherin. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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