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Ein Geschäft in den USA muss schließen, weil alle Mitarbeitenden einhellig gekündigt haben. (Symbolbild)

„Wir können unsere Familien nicht ernähren“

Fast alle Mitarbeiter eines Geschäfts kündigen gemeinsam – weil ihr Gehalt nicht zum Leben reicht

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Die Unterbezahlung ist in einigen Berufen enorm. Doch wenn selbst das Gehalt nicht mehr zum Leben reicht, bringt dies für viele das Fass zum Überlaufen. Was dann geschieht, zeigt ein Fall in den USA.

Minnesota - Die Corona-Pandemie* strapaziert insbesondere die Pflegekräfte auf den Intensivstationen und in den Altenheimen immens. Unregelmäßige Arbeitszeiten, Wochenend- und Feiertagsschichten und vor allem eine schlechte Bezahlung führen dazu, dass immer mehr Krankenpfleger und Pflegerinnen mit ihrem Job aufhören. Allein in der ersten Welle verließen zwischen April und Juli rund 9000 Personen den Pflegeberuf. Das geht aus Angaben der Bundesagentur für Arbeit hervor. Aber auch in anderen Berufen ist das Lohngefälle stark - und das nicht nur in Deutschland, wie ein Vorfall in den USA* nun zeigt.

Im Bundesstaat Minnesota hatten die Angestellten eines Bekleidungsgeschäfts genug von ihrer schlechten Bezahlung. Das Unternehmen „Hot Topic“ war den Mitarbeitenden zufolge nicht in der Lage einen existenzsichernden Lohn zu zahlen. Deshalb schlossen sie sich zusammen und entschieden einhellig, ihrem Arbeitgeber zu kündigen. Diesem blieb nichts anderes übrig, als den Laden zu schließen, da sich so schnell kein Ersatz finden ließ.

Einhellig gekündigt: Mitarbeitende hinterlassen Notiz

Die Mitarbeitenden erklärten den nun vor geschlossenen Türen stehenden Kundinnen und Kunden ihre Situation auf einem Zettel, der auf Twitter für viele Reaktionen sorgte. „Wir können uns und unsere Familien nicht ernähren. Wir haben so hart gearbeitet und können das nicht weiter tun“, steht auf dem Blatt Papier, das an der Tür des Ladens klebt.

Zu wenig Gehalt: Arbeit lässt sich nicht mit Leidenschaft bezahlen

In den sozialen Netzwerken bekommen die Mitarbeitenden viel Unterstützung. „Jeder Job sollte so bezahlt werden können, dass man eine Familie ernähren kann“, kommentiert ein Nutzer auf Twitter. Andere, denen es ähnlich erging, erzählen von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Unternehmen oder den schlechten Bezahlungen in anderen Jobs. Die Angestellten des „Hot-Topic“- Ladens entschuldigen sich zwar für die Unannehmlichkeiten, erklären aber auch: „Man kann seine Arbeiter nicht mit Leidenschaft bezahlen.“ (ij) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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