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9-Euro-Ticket bei der Deutschen Bahn: Wann man das Monatsticket kaufen kann

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Von: Mark Stoffers

Die App der Deutschen Bahn zeigt den Kauf eines 9-Euro-Tickets vor einer Reihe von DB-Fahrkaartenautomaten.
Am 23. Mai 2022 will die Deutsche Bahn mit dem Vorverkauf für das 9-Euro-Ticket starten. Allerdings muss die Maßnahme aus dem Entlastungspaket noch durch Bundestag und Bundesrat. © aal.photo | Imago

Für 9 Euro durch ganz Deutschland: Möglich mit dem 9-Euro-Ticket. Nun gibt die Deutsche Bahn den Start-Termin für den Vorverkauf des Monatstickets bekannt.

Berlin – Die Deutsche Bahn hat offiziell den Start-Termin für den Vorverkauf des 9-Euro-Tickets verkündet, das als Maßnahme aus dem Entlastungspaket 2022 kommt. Demnach können Verbraucherinnen und Verbraucher das günstige 9-Euro-Monatsticket ab dem 23. Mai bei der DB kaufen, und zwar wohl gleich für alle drei Monate von Juni bis August. Ein Haken bleibt aber noch, weshalb der 9-Euro-Ticket Vorverkauf auf der Kippe stehen könnte.

Denn Voraussetzung für den Start des Vorverkaufs ist, dass Bundestag und Bundesrat dem Vorhaben aus dem Entlastungspaket 2022 in der kommenden Woche zustimmen. Allerdings scheint die Hürde derzeit gar nicht so klein zu sein, da diverse Bundesländer mit einer Blockade des günstigen 9-Euro-Monatstickets, das man zum Beispiel in Hamburg eben nicht nur beim HVV, sodnern auch bei der Deutschen Bahn kaufen kann. drohen. Länder wie Bayern oder Niedersachsen drohen mit einem Boykott, da sie fürchten auf den Kosten für das 9-Euro-Ticket sitzen zu bleiben.

9-Euro-Ticket ab 23. Mai kaufen: Bei der Deutschen Bahn im App-Navigator, an Fahrkartenautomaten und in DB-Reisezentren erhältlich

Nach Aussagen der Deutschen Bahn stehe das 9-Euro-Ticket ab dem 23. Mai 2022 dann über die App DB-Navigator sowie sämtliche andere digitalen Bahn-Kanäle zur Verfügung. Dies ließ die Deutsche Bahn die Verbraucher am Sonntag, 15. Mai 2022, wissen, sodass Reisende mit dem 9-Euro-Ticket mit Bus und Bahn quer durch Deutschland fahren können. „Ebenso wird es an den rund 5500 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn und in den über 400 DB-Reisezentren in Bahnhöfen erhältlich sein“, hieß es.

Das günstige Monatsticket berechtigt Reisende für neun Euro bundesweit im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu fahren. Ausgenommen von dem Sparangebot sind Züge wie der ICE, IC oder EC.

Semestertickets sollen ebenso bundesweit gültig sein wie 9-Euro-Tickets

Für den Zeitraum der Gültigkeit des 9-Euro-Tickets soll es auch bei Semestertickets Änderungen geben: Sie sollen, ebenso wie das 9-Euro-Ticket, in den meisten Fällen bundesweit gültig sein – auch wenn bisher keine bundesweit vereinheitlichte Regelung existiert. Unklarheiten gibt es zudem in einem weiteren Bereich, zu dem Bund und Länder bisher keine Vorschläge publik gemacht haben: Rückerstattungen bereits bezahlter Semestertickets.

Neun-Euro-Ticket gültig für die Monate Juni, Juli und August – Forderung nach Verlängerung bis Dezember

Das Neun-Euro-Ticket soll im Juni, Juli und August Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit geben, bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr zu unternehmen, um – ebenso wie der geplante Tankrabatt für Diesel und Benzin, der ab 1. Juni in Kraft tritt und an den Tankstellen für Chaos sorgen könnte, der Kinderbonus, die Energiepreispauschale und der Hartz-IV-Zuschuss – Menschen in Deutschland aufgrund der gestiegenen Kosten zu entlasten.

Des Weiteren soll das günstige Sparangebot aber auch einen weiteren Zweck erfüllen. Das 9-Euro-Ticket als Schnupperangebot soll überzeugte Autofahrer dazu bewegen, sich vermehrt für Bus und Bahn als bevorzugtes Transportmittel zu entscheiden. Mit dem 9-Euro-Ticket gebe es „die einmalige Chance, mehr Menschen langfristig für den öffentlichen Nahverkehr und die klimafreundliche Schiene zu begeistern“, erklärte der Chef der zuständigen Bahn-Tochter DB Regio, Jörg Sandvoß. Dafür muss das 9-Euro-Ticket in der kommenden Woche zunächst durchs Parlament und dann im Bundesrat erfolgreich abgestimmt werden.

Ein Vorstoß der Linken drängt auf Verlängerung des 9-Euro-Tickets. Sie das Angebot bis zum Dezember verlängern, um mit dem 9-Euro-Ticket „einen Booster für Bus und Bahn“ zu schaffen.

Wichtige Ausnahme für das 9-Euro-Ticket: Günstiges Monatsticket nur den jeweiligen Monat gültig

Nach Angaben der Bahn wird das 9-Euro-Ticket stets vom ersten bis zum letzten Tag des jeweiligen Monats gültig sein. Wenn man erst Mitte des Monats ein 9-Euro-Ticket kauft, kann das Monatsticket nur noch für die verbleibende Monatshälfte genutzt werden. Somit kann das Neun-Euro-Ticket nicht in den Folgemonat mitgenommen werden.

9-Euro-Ticket für Juni, Juli, August kaufen: Monatsticket für alle Monate soll ab 23. Mai bereits erhältlich sein

Gute Nachrichten für Reisende, die ein 9-Euro-Monatsticket kaufen wollen. Denn sobald der Bundestag und Bundesrat das Vorhaben durchgewunken haben, soll es ab Verkaufsstart am 23. Mai möglich sein, die Tickets für alle drei Monate gleichzeitig zu kaufen. Somit müssen Interessierte nicht jeden Monat aufs Neue das 9-Euro-Ticket kaufen.

Der Bund finanziert das Vorhaben, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle überweist.

9-Euro-Ticket aus dem Entlastungspaket 2022: Kosten und Finanzierung für Streit zwischen Bund und Länder

Allerdings sorgt die geplante Finanzierung der Maßnahme aus dem Entlastungspaket für Streit zwischen Bund und Ländern. Bayerns Verkehrsminister beispielsweise schaltete sich unlängst in die Diskussion in der Politik ein und drohte mit Bayerns Blockade im Bundesrat. Wenn der Bund glaubt, er könne sich auf dem Rücken der Länder für ein dreimonatiges Trostpflaster beklatschen lassen und andere sollen dafür die Rechnung zahlen, dann hat er sich gewaltig getäuscht“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Bereits vor einigen Wochen hatte sich Sachsens Verkehrsminister kritisch zu den Finanzierungsplänen von Bund und Ländern geäußert. „Jetzt versucht das Bundesverkehrsministerium, diese Kosten teilweise an die Bundesländer abzuwälzen und mit dem ÖPNV-Corona-Rettungsschirm zu verrechnen“, sagte Martin Dulig laut einer Mitteilung. „Doch wer bestellt, muss auch zahlen“, führte der SPD-Politiker in Dresden weiter aus.

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