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Trauer um Spiegel-Kolumnistin: Große Politik-Stimme für immer verstummt

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Bettina Gaus zu Gast in der ARD Talkshow „maischberger. die woche“ am 04.09.2019 in Köln.
Bettina Gaus zu Gast in der ARD Talkshow „maischberger. die woche“ am 04.09.2019 in Köln. © Revierfoto/Imago

Schock in der Medienbranche: Die Journalistin Bettina Gaus ist ihrer schweren Krankheit erlegen. Spiegel und taz trauern.

Berlin – Sie war eine der langjährigen und großen Stimmen des Politik-Journalismus: Bettina Gaus (64). Nach schwerer Krankheit ist die Journalistin vergangene Woche, am 27. Oktober in Berlin, gestorben. Die Trauer in der Medienbranche ist groß. Das Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel vermeldete den Tod seiner Kolumnistin am Montag auf der Homepage.

„Bettina Gaus war eine unbestechliche Journalistin und eine brillante Analystin der politischen Lage“, sagt Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann. „Ihre Stimme wird fehlen.“ Gaus war auch bekannt als Gast bei politischen Talkshow wie „Maischberger“ oder „hart aber fair“. Geschockt zeigt sich auch die taz. Gaus hatte 30 Jahre lang für die Tageszeitung als politische Korrespondentin gearbeitet – und war erst im April 2021 als Kolumnistin zum Spiegel gewechselt.

Trauer um Spiegel-Kolumnistin: Bettina Gaus erliegt schwerer Krankheit

„Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sie eine der wichtigsten Stimmen in der taz-Geschichte war. Über viele Jahre – auch zu der Zeit, als politische Gesprächsrunden üblicherweise noch vor allem aus Männern bestanden – war Bettina das prominenteste Gesicht der taz im Fernsehen“, schreibt taz-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann. Mit 64 Jahren sei sie dann zum Spiegel gewechselt. „Ein Ex-taz-Kollege hatte sie dorthin gelockt – wir vermuteten frotzelnd: bestimmt mit dem Versprechen, dass sie dort im Gebäude auch rauchen dürfe“, so Winkelmann weiter.

„Wir haben sie vermisst, jetzt vermissen wir sie gemeinsam mit den Spiegel-Kolleg:innen und sicherlich all den anderen, die ihre Stimme in der politischen Öffentlichkeit kannten und schätzten“, ist die Chefredakteurin überzeugt.

Bettina Gaus, geboren 1956 in München, ausgebildet an der Deutschen Journalistenschule, arbeitete ab 1991 für die taz als Korrespondentin über Ost- und Zentralafrika. Im Anschluss leitete sie bis 1999 das Parlamentsbüro der taz, bis 2021 war sie politische Korrespondentin. Anfang April wechselte sie als Kolumnistin zum Spiegel und kommentierte wöchentlich das nationale und internationale politische Geschehen. Gaus war die Tochter des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs Günter Gaus. (aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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