1. Startseite
  2. Politik

Grünen-Wirbel: Linke Newcomerin (27) will Baerbock beerben - möglicher Habeck-Nachfolger gefunden?

Erstellt: Aktualisiert:

Ricarda Lang, aufgenommen im Rahmen des digitalen Parteitages von BUENDNIS 90/DIE GRUENEN in Berlin.
Ricarda Lang will Baerbocks Nachfolgerin werden. © Felix Zahn/photothek.net via www.imago-images.de

Mit dem Wechsel in die Regierung steht ein Umbruch bei den Grünen an. Die Parteichefs Baerbock und Habeck müssen die Führung der Partei abgeben. Mögliche Nachfolger stehen bereit.

Berlin - Nachdem bereits Außenpolitiker Omid Nouripour seine Bewerbung für den Parteivorsitz angekündigt hatte, schmeißt nun auch die stellvertretende Grünen-Chefin Ricarda Lang ihren Hut in den Ring.

Ricarda Lang bewirbt sich um Parteivorsitz der Grünen - „Es wäre mir eine große Ehre“

Auf Twitter schrieb sie am Montagvormittag: „Wir haben uns nicht weniger vorgenommen, als unsere Gesellschaft sozial und ökologisch umzubauen - in der Regierung und darüber hinaus. Es wäre mir eine große Ehre, mich in den Dienst dieser großen Aufgabe zu stellen. Deshalb kandidiere ich als Parteivorsitzende von @die_gruenen.“

Die 27-jährige Lang kommt aus Baden-Württemberg und gehört dem linken Parteiflügel der Grünen an. Früher war sie bereits Chefin der Nachwuchsorganisation Grüne Jugend. Die Sozialpolitikerin ist dieses Jahr zum ersten Mal in den Bundestag eingezogen und verhandelte für die Grünen in den Koalitionsgesprächen federführend im Bereich Gleichstellung und Vielfalt. Zuvor hatte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag) ihre Kandidatur mitgeteilt.

„In den letzten Jahren haben wir daran gearbeitet, die Partei zu öffnen und Politik für die ganze Gesellschaft zu machen“, sagte sie dem RND. „Jetzt gilt es, darauf aufzubauen. Es geht darum, wie wir uns in der Regierung neu erfinden, wie wir noch mehr Menschen erreichen, wie wir 125.000 Mitglieder organisieren und die sozial-ökologische Transformation tatsächlich schaffen. Dafür habe ich viele Ideen und möchte meine Erfahrung aus den vergangenen Jahren einbringen. Deshalb kandidiere ich als Parteivorsitzende“, so Lang.

Ricarda Lang erwarb als stellvertretende Bundesvorsitzende viel Erfahrung - „Kenne Partei auf allen Ebenen“

Schon in ihrer Zeit als stellvertretende Bundesvorsitzende habe sie alle wesentlichen Projekte mit begleitet, sagte Lang der Deutschen Presse-Agentur. „Die Partei kenne ich auf allen Ebenen, von der Bundestagsfraktion zum kleinen Ortsverband im ländlichen Raum.“ Sie stehe für Gerechtigkeit, erklärte sie dem RND. Der Weg in den Bundestag sei ihr nicht vorgezeichnet gewesen. „Ich bin bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, die in einem Frauenhaus gearbeitet hat. Ich habe erlebt, wie sie um alles kämpfen musste. Ich bin auch dafür angetreten, dass es Menschen wie meine Mutter in Zukunft leichter haben.“

Die Grünen wählen ihre neue Führung auf einem virtuellen Parteitag am 28. und 29. Januar. Da die derzeitigen Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck in den Bundestag gewählt worden sind und Regierungsämter übernehmen, müssen sie nach den Regeln der Parteisatzung ihre Parteiämter aufgeben. Bisher haben nur Lang und der 46-jährige langjährige Bundestagsabgeordnete Nouripour aus dem Realo-Flügel ihren Hut in den Ring geworfen.

Duo mit Omid Nouripour: Sind sie das neue Gesicht der Grünen?

Nouripour hat dies bereits Anfang Dezember getan. Am Montag schrieb er auf Twitter, Lang sei eine „kluge und starke Frau. Es wäre mir eine Freude, mit dir zusammen diese großartige Partei führen zu dürfen, liebe Ricarda.“ „Omid Nouripour und ich kennen uns seit vielen Jahren und vertrauen einander“, sagte Lang gegenüber der dpa. Beide verbinde das gemeinsame Ziel, die Partei in den nächsten Jahren stark und eigenständig aufzustellen. „Wir arbeiten gerne zusammen und ich habe Lust, wenn die Mitglieder uns ihr Vertrauen schenken, mit ihm im Team in den nächsten Jahren die Partei zu führen.“

„Ich möchte die Umsetzung des Koalitionsvertrages unterstützen und gleichzeitig über den Regierungsalltag hinausdenken und das Profil der Grünen weiter schärfen“, sagte Lang dem RND. Sie fügte hinzu: „Die Grünen sind noch nicht am Ziel angekommen, die führende progressive Kraft in diesem Land zu werden. Ich möchte, dass wir diesen Anspruch ausfüllen können.“ (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant