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So stellt sich Tarek Al-Wazir die 9-Euro-Ticket-Nachfolge vor

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Von: Alexander Gottschalk

Der hessische Verkehrsminister spricht sich für eine Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket aus. Die Verantwortlichkeit sieht er dabei aber in Berlin.

Frankfurt - Die Tage des 9-Euro-Tickets sind gezählt. Ende August läuft der vergünstigte Universal-Fahrschein für Bus und Bahn aus, von dem allein der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) in Hessen in drei Monaten rund 2,3 Millionen Stück verkauft hat. Logisch, dass sich angesichts dieses Erfolgs die Frage nach einer Nachfolgeregelung stellt.

Während in Berlin die regierende SPD mit dem Gedanken spielt, in Eigenregie eine Nachfolgeregelung auf die Beine zu stellen, sieht der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in Sachen 9-Euro-Ticket-Nachfolge den Bund in der Pflicht, wie der Grünen-Politiker jetzt in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk (hr) klarmachte.

9-Euro-Ticket-Nachfolge: Vorschlag zu weiteren Billig-Tickets kommt aus Hessen

Al-Wazir schlug als Anschlusslösung „ein 31-Euro-Ticket für Bedürftige und ein 69-Euro-Ticket für alle anderen“ vor. Kosten würde dies ungefähr zwei Milliarden Euro, schätzte der Landespolitiker. Übernehmen solle diese Summe der Bund. Die Bundesregierung müsse ihrer Verantwortung gerecht werden und mehr Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr zu Verfügung stellen.

Tarek Al-Wazir amtiert seit 2014 als hessischer Minister für Wirtschaft, Energie und Verkehr.
Tarek Al-Wazir amtiert seit 2014 als hessischer Minister für Wirtschaft, Energie und Verkehr.  (Archivfoto von 2020). © peter-juelich.com

Der hessische Verkehrsminister blieb damit der Linie treu, auf die sich die Verkehrsminister der Länder am Freitag (25. August) in einer Videoschalte geeinigt hatten. Sie forderten den Bund auf, „zeitnah“ einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets vorzulegen. Deutschlandweit berichteten Verkehrsbünde von einer hohen Nachfrage.

9-Euro-Ticket-Nachfolge: Hessischer Verkehrsminister fordert mehr Geld für ÖPNV

„Ohne einen leistungsfähigen ÖPNV kann es keine klimafreundliche Mobilität geben“, schrieb Al-Wazir nach der Minister-Konferenz in einem Statement. Die finanziellen Mittel des Bundes reichten nicht mehr aus, der Ukraine-Krieg und die Energiekrise verschärften die Probleme. Es brauche deshalb auch allgemein mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Angesichts von Verspätungen und Ausfällen sagte der hessische Spitzenpolitiker: „Das beste Ticket nützt nichts, wenn das Angebot nicht stimmt.“ Die Länder seien bereit, mit dem Bund zu verhandeln, wie das Angebot verbessert werden könnte. „Aber solange Christian Lindner (FDP) sagt, er gibt keinen Euro weder für die Ausweitung des Angebots noch für ein Folgeangebot des Tickets, solange kann es keine Lösung geben.“

9-Euro-Ticket-Nachfolge in Hessen: Demo in Frankfurt

Bei einem bundesweiten Aktionstag wollen am Samstag (27. August) Verkehrsinitiativen und politische Akteure für eine Fortsetzung bzw. eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket demonstrieren – auch in Frankfurt geht‘s auf die Straße. Dort haben die lokalen Anbieter gerade klargemacht, dass für einen eigenen Vorstoß zu Billig-Tickets das Geld fehlt. Mehr noch: Im RMV-Gebiet steigen die Ticketpreise ab September um durchschnittlich 3,9 Prozent. (Alexander Gottschalk mit dpa)

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