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Russland droht mit „Vernichtung“ aller - doch Mariupol-Kämpfer lehnen „Angebot“ von General ab

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Von: Marcus Giebel, Patrick Mayer

Im Ukraine-Krieg hat die russische Großoffensive offenbar begonnen. Auch Russland berichtet von Angriffen auf sein Territorium. Der Militär-Ticker.

Update vom 19. April, 15.09 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol am Dienstag eine einseitige Feuerpause verkündet. Zugleich öffneten sie nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen „humanitären Korridor“ für ukrainische Kämpfer, die sich dort im Stahlwerk Asovtal verschanzt haben. Generaloberst Michail Misinzew appellierte an die Kämpfer, sich freiwillig in russische Gefangenschaft zu begeben. Die Ukrainer lehnen dies bislang strikt ab.

Russische Streitkräfte greifen das Stahlwerk Asovstal in Mariupol an
Russische Streitkräfte attackieren das Stahlwerk Asovstal in Mariupol, in dem sich ukrainische Kämpfer barrikadiert haben (Foto vom 18. April) © Cover-Images/Imago

„Ich möchte besonders betonen, dass die russische Führung allen, die ihre Waffen niederlegen, das Leben, die völlige Sicherheit und medizinische Versorgung garantiert“, sagte der Generaloberst. Die ukrainischen Einheiten bekräftigten allerdings im Nachrichtenkanal Telegram mit, dass sie die Waffen nicht niederlegen, sondern weiter für die Verteidigung der Stadt kämpfen würden. Die Ukraine hatte bereits am Wochenende ein Ultimatum verstreichen lassen. Russland drohte mit der „Vernichtung“ aller Kämpfer.

Nach russischen Angaben sollen sich rund 2500 Kämpfer in dem Stahlwerk verschanzt haben. Zudem sollen dort viele Zivilisten Zuflucht gesucht haben.

Ukraine-Krieg: Russischer Verteidigungsminister bekräftigt Kriegsziele

Update vom 19. April, 13.24 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat das militärische Ziel seines Landes bekräftigt, die Ostukraine „befreien“ zu wollen. „Wir setzen unseren Plan zur Befreiung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk schrittweise um“, sagte er am Dienstag mit Blick auf die Separatisten-Gebiete, die Moskau als unabhängige Staaten anerkannt hat. Er warf Washington und seinen Verbündeten vor, den Militäreinsatz durch ihre Waffenlieferungen an die Ukraine „in die Länge zu ziehen“.

„Wir ergreifen Maßnahmen, um das friedliche Leben wiederherzustellen“, sagte Schoigu in einer im Fernsehen übertragenen Sitzung mit russischen Militärkommandeuren. „Die Vereinigten Staaten und die von ihnen kontrollierten westlichen Staaten tun alles, um die Militäroperation so lange wie möglich hinauszuzögern.“ Die zunehmenden Waffenlieferungen aus dem Ausland zeigten „deutlich die Absicht, das Kiewer Regime anzustacheln, damit es bis zum letzten Ukrainer kämpft“.

Ukraine-Krieg: Russische Angriffe bisher zurückgeschlagen

Update vom 19. April, 11.45 Uhr: Der Gouverneur des ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, hat angesichts verstärkter russischer Angriffe von einer „schwierigen Situation“ gesprochen. „Unsere Verteidiger halten die Verteidigungslinie“, sagt Hajdaj am Dienstag im ukrainischen Fernsehen. Angriffe bei Rubischne und Popasna seien zurückgeschlagen worden. Gleichzeitig rief er die verbliebenen Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Behörden versuchen, Busse zu organisieren, die dann die Menschen zu bereitgestellten Zügen für die Evakuierung gefährdeter Orte bringen. Es sollen noch etwa 70 000 Menschen in dem Gebiet ausharren, das von der Regierung kontrolliert wird.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch sagte, Ziel des russischen Vorstoßes im Luhansker Gebiet sei, die ukrainischen Truppen in den Städten Rubischne, Lyssytschansk und Sjewjerodonezk zu isolieren. Im Charkiwer Gebiet würden 25.000 Mann der russischen Armee von Isjum aus in Richtung Slowjansk und Kramatorsk im Donezker Gebiet angreifen. Auch bei Awdijiwka nahe Donezk werde eine Offensive versucht. Russische Artillerieangriffe nahe der südukrainischen Stadt Mykolajiw und ostukrainischen Metropole Charkiw dienen aus seiner Sicht vor allem dazu, um ukrainischer Truppen niederzuhalten.

Update vom 19. April, 11.30 Uhr: Die russischen Luftstreitkräfte haben nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums seit Montag 60 militärische Objekte der Ukraine bombardiert. Darunter seien zwei ukrainische Lager für „Totschka-U“-Raketen südöstlich der umkämpften Stadt Charkiw gewesen, sagte Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag in Moskau. Südwestlich von Charkiw sei ein ukrainisches Kampfflugzeug vom Typ MIG-29 abgeschossen worden. Mit Artillerie seien im Laufe der Nacht insgesamt 1260 Militärobjekte in der Ukraine beschossen worden. Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben zunächst nicht überprüfen.

Ukraine-Krieg: Lage in Mariupol spitzt sich zu – Neues Ultimatum zu Stahlwerk läuft

Update vom 19. April, 11.15 Uhr: Russland hat wegen der „katastrophalen Lage“ in der umkämpften Stadt Mariupol den in einem Stahlwerk eingeschlossenen ukrainischen Kämpfern ein weiteres Ultimatum gestellt. Die nationalistischen Kämpfer und ausländischen Söldner hätten mit Beginn 12 Uhr (11 Uhr MESZ) die Gelegenheit, die Gefechte einzustellen und ihre Waffen niederzulegen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Moskau mit. Dann werde ihr Leben gerettet, hieß es. Zuvor hatten prorussische Separatisten mitgeteilt, dass die Erstürmung des Werks mit russischer Hilfe begonnen habe.

Russische Militärfahrzeuge fahren eine Straße in einem von den von Russland unterstützten Separatisten kontrollierten Gebiet in der Nähe von Mariupol entlang.
Russische Militärfahrzeuge fahren eine Straße in einem von den von Russland unterstützten Separatisten kontrollierten Gebiet in der Nähe von Mariupol entlang. © Alexei Alexandrov/dpa

Die Ukraine hatte kritisiert, dass Russland Bitten ausgeschlagen habe, dort einen humanitären Korridor einzurichten, damit sich Zivilisten, die in dem Stahlwerk Zuflucht gesucht hatten, in Sicherheit bringen können. Das russische Verteidigungsministerium wies Berichte zurück, dass es dort Frauen, Kinder und andere Zivilisten gebe. Wenig später teilte die Behörde in Moskau mit, aus „rein humanen Prinzipien“ noch eine Chance zur Kapitulation zu geben.

Die Regierung in Kiew wurde aufgerufen, „Vernunft walten zu lassen und den Kämpfern entsprechende Anweisungen zu geben, diese sinnlose Konfrontation zu beenden“. Wenn der Befehl aus Kiew ausbleibe, sollten die Soldaten und Söldner von sich aus aufgeben. Wie andere Kämpfer in Mariupol, die aufgegeben hätten, sollten sie sich in russische Gefangenschaft begeben, hieß es.

Demnach sollte von 13 Uhr (12 Uhr MESZ) an eine Standleitung für die Kommunikation zwischen der russischen und ukrainischen Seite eingerichtet werden. Danach sollte eine Feuerpause von beiden Seiten in Kraft treten. Dazu sollten von ukrainischer Seite an dem Stahlwerk weiße Flaggen angebracht werden. Von 14 Uhr bis 16 Uhr (13 Uhr bis 15 Uhr MESZ) hätten die Kämpfer und Söldner Zeit, das Werk ohne Waffen zu verlassen.

Ukraine-Krieg-News: Russland hat mit Sturm auf Stahlwerk in Mariupol begonnen

Update vom 19. April, 10.30 Uhr: In der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat am Dienstag nach Angaben prorussischer Separatisten die Erstürmung des Stahlwerks Asovstal begonnen. In dem Stahlwerk sollen sich nach russischen Angaben rund 2500 Kämpfer verschanzt haben, darunter auch 400 ausländische Söldner. Ukrainischen Medien zufolge sollen in dem Werk noch rund 1000 Zivilisten ausharren, unter ihnen auch Frauen und Kinder.

Zum Sturm auf das Stahlwerk sagte der prorussische Separatistenvertreter Eduard Bassurin am Dienstag Staatsmedien in Moskau, es seien spezielle Truppen zusammengestellt worden, die mit ihrer Arbeit begonnen hätten. Russische Luftwaffe und Artillerie unterstützen sie. Alle Stadtteile in Mariupol seien bereits eingenommen .Die Regierung in Kiew warf Moskau vor, trotz Bitten keinen humanitären Korridor eingerichtet zu haben, damit sich die Menschen in Sicherheit bringen können.

Russland hatte der Ukraine am Wochenende ein Ultimatum zu dem Werk Asovstal gestellt und versichert, dass die Kämpfer am Leben blieben, wenn sie die Waffen niederlegen und sich ergeben würden. Das hatten die ukrainischen Soldaten abgelehnt und angekündigt, Widerstand zu leisten. Russland drohte mit der „Vernichtung“ aller Kämpfer in dem Stahlwerk. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für diesen Fall angedroht, die Verhandlungen mit Russland für ein Ende des Krieges aufzukündigen.

 Ukraine-Krieg-News: Russland meldet Angriff auf Territorium

Update vom 19. April, 10 Uhr: Russland vermeldet einen Angriff auf sein Territorium. Behörden haben in der Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine erneuten Beschuss aus dem Nachbarland beklagt. Getroffen worden sei das Dorf Golowtschino, es gebe Zerstörungen, eine Frau sei verletzt, teilte der Gouverneur des Gebietes Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, am Dienstag in seinem Telegram-Kanal mit. Die laut Behörden bereits mehrfach beschossene Region grenzt an das umkämpfte ukrainische Gebiet Charkiw.

Update vom 19. April, 6.14 Uhr: Kiew ist nach Einschätzung von Bürgermeister Vitali Klitschko weiterhin von russischen Angriffen bedroht. „Kiew war und bleibt ein Ziel des Aggressors“, teilte Klitschko am Montagabend per Telegram mit. Er rate den geflohenen Einwohnern der ukrainischen Hauptstadt dringend, lieber an einem sichereren Ort zu bleiben. „Aufgrund der militärischen Daten und der jüngsten Entwicklungen können wir nicht ausschließen, dass Kiew weiterhin von Raketenangriffen bedroht ist“, meinte Klitschko. Auf einige Bezirke seien zuletzt Raketen abgefeuert worden. „Daher können wir die Sicherheit in der Stadt nicht garantieren.“ Es gebe weiterhin viele Kontrollpunkte in Kiew und auch eine nächtliche Ausgangssperre.

Ukraine-Krieg: Beginn der russischen Großoffensive im Osten

Update vom 18. April, 22.30 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am späten Montagabend den Beginn der russischen Offensive in der Ostukraine bestätigt. „Es ist die Hölle. Die Offensive, von der wir seit Wochen sprechen, hat begonnen“, erklärte zudem der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, via Facebook.

Ukrainischen Angaben zufolge toben schwere Kämpfe rund um die Städte Rubischne, Popasna, Barwinkowe und Slowjansk, teils in den Straßen. Die Kleinstadt Kreminna musste demnach von den ukrainischen Streitkräften aufgegeben werden. „Egal, wie viele Soldaten dorthin gezogen werden - wir werden uns verteidigen. Wir werden kämpfen. Wir werden nichts von der Ukraine aufgeben“, wird Selenskyj von The Kyiv Independent zitiert: „Die russischen Streitkräfte haben die Schlacht um den Donbass begonnen, auf die sie sich lange vorbereitet haben.“

Ukrainische Artillerie beschießt russische Stellungen nahe Luhansk.
Ukrainische Artillerie beschießt russische Stellungen nahe Luhansk. © Anatolii Stepanov / AFP

Russland-Ukraine-Krieg: Raketenangriff von Lwiw zielte offenbar auf Zugstrecke

Update vom 18. April, 21.55 Uhr: Nach Angaben des Bürgermeisters von Lwiw (Lemberg) sind beim Raketenangriff auf die Großstadt im Westen der Ukraine sechs Menschen getötet worden.

Am Montagmorgen hatten fünf angeblich russische Raketen eine Zugstrecke in Lwiw und nebenstehende Gebäude getroffen. Nach Angaben des „heute journals“ des ZDF diente eines der Gebäude als Unterkunft für Menschen, die aus dem Osten des Landes geflohen waren. Wie das ZDF am Abend berichtet, kommt die betreffende Zugstrecke auch beim Weitertransport von Waffen aus dem Westen zum Einsatz.

Russland-Ukraine-Krieg: Angeblich ist der Kommandant eines russischen Landungsschiffes gefallen

Update vom 18. April, 20.55 Uhr: Russland muss im Ukraine-Krieg offenbar den nächsten schweren militärischen Verlust hinnehmen. Wie das Nachrichtenportal The Kyiv Independent bei Twitter schreibt, wurde der Kommandant eines russischen Landungsschiffs von ukrainischen Streitkräften getötet.

Alexander Chirva, 3. Rangkapitän und Kommandant des großen russischen Landungsschiffs „Caesar Kunikov“, sei in einer Schlacht gefallen, berichtet demnach die Ukrainska Pravda unter Berufung auf von der russischen Regierung kontrollierte Medien. Wann und wo, wird nicht berichtet. Am 24. März soll das riesige Landungsschiff „Caeser Kunikov“ nach ukrainischen Angaben schwer beschädigt worden sein, als das Landungsschiff „Saratov“ im Hafen von Berdiansk zerstört wurde. Im Netz gibt es Fotos von dem Vorfall, die die „Saratov“ zeigen sollen, wie diese lichterloh in Flammen steht. Zwei weitere Marineschiffe verlassen den Hafen, eines davon brennt ebenfalls.

Ukraine-Krieg: Russland beginnt offenbar mit erwarteter Großoffensive im Osten

Update vom 18. April, 19.45 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs mit der erwarteten Offensive im Osten des Nachbarlands begonnen. „Es werden Anzeichen des Beginns der Offensive in der Östlichen Operationszone festgestellt“, teilte der Generalstab am Montagabend in Kiew mit. Hervorgehoben wurden dabei die Gebiete Charkiw und Donezk. Von Isjum im Gebiet Charkiw aus werden demnach Vorstöße in Richtung Barwinkowe und Slowjansk im Donezker Gebiet erwartet.

Auch der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von russischen Angriffen. „Gerade ist die Kontrolle über die Stadt Kreminna verloren gegangen. Es finden Straßenkämpfe statt.“ Es sei keine Evakuierung der Kleinstadt mehr möglich. „Jede Stunde verschlechtert sich die Situation.“ In Kreminna sollen von 18 000 Einwohnern vor dem Krieg noch etwa 4000 ausharren. Schwere Kämpfe gebe es auch um die Städte Rubischne und Popasna.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch hatte zuvor schon über russische Vorstöße in Richtung Huljajpole im Gebiet Saporischschja im Südosten informiert. Rund 10 000 russische Soldaten sollen dabei im Einsatz sein. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert schon seit mehr als sieben Wochen.

Russland-Ukraine-Krieg: Umkämpftes Stahl-Werk in Mariupol - Gegenoffensive von Asow?

Update vom 18. April, 19.20 Uhr: Die Kämpfe in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich in und rund um das riesige Stahlwerk Asow-Stahl verlagert. In Teilen des Geländes, das bereits in den 1930er Jahren in der damaligen Sowjetunion errichtet wurde, sollen sich die letzten Verteidiger der Großstadt verschanzt haben. Auch Zivilisten sollen in den riesigen Stahlgebäuden am Rande der Stadt Schutz suchen, wie das „heute journal“ des ZDF am Abend berichtet.

Das ZDF interviewte russische Soldaten in Mariupol, die die Einnahme des Stahlwerks ankündigten. Zuvor würden die Gebäude aber anhaltend mit Artillerie beschossen, erklärt ein Soldat. Indes teilte das ultranationalistische ukrainische Asow-Regiment* bei Social Media ein Video, das eine Gegenoffensive der ukrainischen Verteidiger zeigen soll. Zu sehen sind Fußsoldaten, die einen Konvoi ziviler Fahrzeuge stoppen und teils in Brand schießen. In den Fahrzeugen hätten sich laut Asow Soldaten der gegnerischen Seite befunden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Informationen nicht.

Update vom 18. April, 19.05 Uhr: Moskau-Machthaber Wladimir Putin verleiht der 64. motorisierten Infanteriebrigade der russischen Armee einen Ehrentitel. Sie soll für die mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Butscha nahe Kiew verantwortlich sein.

Russland-Ukraine-Krieg: Video von Raketenangriff bei Twitter

Update vom 18. April, 18.15 Uhr: Bei Twitter werden etliche Fotos geteilt, die den sinkenden Raketenkreuzer „Moskwa“ zeigen sollen. Jetzt kam ein Video dazu, das ebenfalls die „Moskwa“ abbilden soll, wie das Kriegsschiff schwer brennt und am Untergehen ist. Bei den Fotos gab es mehrere Hinweise dafür, dass es sich dabei wirklich um das zerstörte Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte handelt.

Unter anderem soll zu sehen sein, wie die Rettungsboote an der Seite fehlen. Bislang ist nicht bekannt, was mit den geschätzt 500 bis 610 Besatzungsmitgliedern passiert ist.

Update vom 18. April, 17.55 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben am Ostermontag auch die Großstadt Kramatorsk (rund 160.000 Einwohner) mit Raketen angegriffen. Mögliche Opfer wurden bislang keine gemeldet. Nach Angaben des Gouverneurs des Oblast Donezk, Pawlo Kyrylenko, wurdenbei dem Angriff jedoch mindestens acht Wohngebäude, Bildungs- und Infrastruktureinrichtungen beschädigt.

Russland-Ukraine-Krieg: Video von Raketenangriff bei Twitter

Update vom 18. April, 17.30 Uhr: Eine deutsche Journalistin hat bei Twitter ein Video geteilt, das den mutmaßlich russischen Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Lwiw, zu Deutsch Lemberg, zeigen soll.

Susanne Wieseler, die für den WDR und die Deutsche Welle arbeitet, schrieb bei Social Media dazu: „Am Samstag habe ich Olga und Oksana, die seit fünf Wochen bei uns leben, zum Flughafen gebracht. Sie wollen Eltern und Geschwister besuchen, zu Ostern. Es war ja die ganze Zeit ruhig in Lwiw. Heute schickt Oksana mir dieses Video. Sie und ihre Familie sind okay. Was ein Glück.“

Fünf Raketen sollen laut ukrainischen Angaben leere Militärlager und zivile Gebäude an einer Zugstrecke in der Großstadt mit ihren rund 730.000 Einwohnern getroffen haben.

Russland-Ukraine-Krieg: Vitali Klitschko erneuert Forderung nach Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland

Update vom 18. April, 16.30 Uhr: Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, fordert erneut die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland an die Ukraine. „Wir brauchen die schweren Waffen aus Deutschland sofort“, sagte er am Montag der „Bild“-Zeitung. „Jede Verzögerung kostet Menschenleben. Das sollte jedem klar sein. Ich kann diese Debatte nicht verstehen.“

Zu Details äußerte sich Klitschko nicht. In einem Interview der Sender RTL und ntv sagte er: „Ich bin kein Waffenexperte, aber wir brauchen Panzer und Flugzeuge.“

Russland-Ukraine-Krieg: Kiew fordert Fluchtkorridor für Mariupol

Update vom 18. April, 15.30 Uhr: Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hat von der russischen Militärführung erneut einen Fluchtkorridor für das eingeschlossene Mariupol gefordert. „Gesondert fordern wir dringend einen humanitären Korridor vom Territorium des Kombinats Asowstahl für Frauen, Kinder und andere Zivilpersonen“, schrieb Wereschtschuk am Montag auf Russisch auf ihrem Telegram-Kanal.

Sie drohte den Verantwortlichen bei einer Ablehnung mit einer Verurteilung wegen Kriegsverbrechen. Tags zuvor hatten die russischen Streitkräfte nach eigenen Angaben für mehrere Stunden das Feuer um das Stahlwerk eingestellt und den verbliebenen Verteidigern angeboten, sich zu ergeben. Laut dem Polizeichef von Mariupol, Mychajlo Werschynin, befindet sich in den Bunkern der Fabrik weiterhin „eine große Zahl von Zivilisten“. „Sie glauben den Russen nicht“, sagte Werschynin.

Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol wurde nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs am 1. März komplett von russischen Truppen eingeschlossen. Ukrainische Einheiten sollen nur noch Teile der Stadt um das Gelände des Stahlwerks Asowstahl kontrollieren. Kiew ist es nicht gelungen, Zivilisten aus Mariupol organisiert mit Bussen in sichere Gebiete zu bringen. In der stark zerstörten Stadt sollen noch rund 100 000 Menschen ausharren .In einem Brief wandte sich der Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen, Serhij Wolyna, an Papst Franziskus mit der Bitte, bei der Evakuierung der verbliebenen Zivilisten zu helfen.

Russland-Ukraine-Krieg: Aktuell keine Fluchtkorridore für Zivilisten in den umkämpften Gebieten

Update vom 18. April, 14.33 Uhr: Das Verteidigungsministerium in Moskau behauptete, Russland habe Erkenntnisse zu Plänen für Angriffe auf Kirchen in der Ukraine am kommenden Wochenende - dem orthodoxen Osterfest. In der Nacht zum 24. April plane das „Kiewer Regime mit Unterstützung westlicher Länder schreckliche Provokationen“ mit vielen Opfern. Die Taten in den Gebieten Odessa, Charkiw, Sumy, Mykolajiw und Saporischschja sollten dann russischen Truppen angelastet werden, teilte der russische Generaloberst Michail Misinzew mit. Er sagte nicht, wie er auf diese Vorwürfe kommt oder worauf er die Erkenntnisse stützt.

Nach Darstellung von Misinzew sollen nationalistische Bataillone mehr als 70 mobile Gruppen gebildet haben, um mit Mörsern Gottesdienste zu beschießen. So sollten zu dem für orthodoxe Christen heiligen Fest russische Soldaten neuer Verbrechen bezichtigt werden. Kiew plane, eine große Zahl an westlichen Reportern zu organisieren, die das dokumentieren sollten, behauptete Misinzew. Russland rufe die Vereinten Nationen, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, das Rote Kreuz und andere Organisationen auf, Einfluss auf Kiew zu nehmen, um das zu verhindern.

Update vom 18. April, 14.20 Uhr: Den zweiten Tag nacheinander haben ukrainische und russische Truppen keine Fluchtkorridore für Zivilisten in den umkämpften Gebieten vereinbaren können. Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk teilte mit: „Aus Sicherheitserwägungen wurde heute die Entscheidung getroffen, keine humanitären Korridore zu eröffnen.“ Am Vortag seien lange Verhandlungen geführt worden, ohne dass beide Seiten zu einem Ergebnis gekommen seien. Russland warf sie den Beschuss von Fluchtrouten vor.

Ukraine-Krieg: Zahl der Opfer nach Raketenangriff auf Lwiw steigt auf sieben

Update vom 18. April, 14.05 Uhr: Nach dem Raketenangriff auf Lwiw ist die Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen. Laut dem Gouverneur der Region, Maksym Kozytsky, trafen vier Geschosse ungenutzte Militärlager, das fünfte schlug in ein Zivilgebäude ein.

Update vom 18. April, 13.11 Uhr: Der heftige Kampf um die ukrainische Hafenstadt Mariupol hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste den Vormarsch russischer Truppen ausgebremst. Der ukrainische Widerstand habe die russischen Streitkräfte auf eine harte Probe gestellt und Ressourcen gebunden, was den Vormarsch in anderen Gebieten langsamer gemacht habe, hieß es in einer Lageeinschätzung des britischen Verteidigungsministeriums vom Montag. Russische Kommandeure müssten besorgt sein über die Zeit, die notwendig sei, um Mariupol zu unterwerfen.

Die Angriffe Moskaus auf bewohnte Gebiete in Mariupol ähnele dem russischen Vorgehen in Tschetschenien 1999 und in Syrien 2016 und widerspreche der Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums zu Beginn des Krieges, dass man keine Städte oder die ukrainische Bevölkerung angreifen wolle, hieß es weiter von den Briten.

Update vom 18. April, 12.25 Uhr: Rund um Donezk sollen beim Beschuss von neun Siedlungen zwei Zivilisten ums Leben gekommen sein. Das berichtet der Kyiv Independent unter Bezugnahme auf das Innenministerium, demzufolge es auch neun Verletzte zu beklagen gibt. Mindestens 20 zivile Einrichtungen seien beschädigt worden, darunter mehrere Wohngebäude, die Infrastruktur der Eisenbahn und ein Stadion.

Ukraine wirft Russland Planung von False-Flag-Operation vor

Update vom 18. April, 12.11 Uhr: Nach ukrainischen Angaben soll Russland eine Operation unter falscher Flagge in Cherson planen. Wie der Kyiv Independent unter Berufung auf den Sprecher der regionalen Militär-Regierung von Odessa berichtet, soll Russland planen, Cherson zu beschießen, um dann die Ukraine dafür verantwortlich zu machen. Unabhängig prüfen lassen sich diese Behauptungen aktuell nicht.

Update vom 18. April, 10.41 Uhr: Nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Beamten hat die russische Offensive im Osten der Ukraine begonnen. So sollen Putins Truppen in Kreminna eingedrungen sein - einer Stadt der Region Luhansk, die seit Wochen bombardiert wird. Weitere russische Truppen sollen im Donbass nach Westen vordringen, so der Chef der regionalen Militärverwaltung von Luhansk Serhii Haidai laut CNN. In Kreminna hätten anschließend Straßenkämpfe begonnen. Russland sei mit einer „riesigen Menge an Ausrüstung eingedrungen“, wird er weiter zitiert. „Die Offensive hat begonnen“, sagte Haidai weiter. Eine Evakuierung der Bevölkerung sei nun unmöglich geworden.

Ukraine-News: Mindestens sechs Tote nach Angriff auf Lwiw

Update vom 18. April, 10.40 Uhr: Bei einem Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Lwiw sind ersten Angaben zufolge mindestens sechs Menschen getötet und elf weitere verwundet worden. Unter den Verwundeten sei auch ein Kind, schrieb der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, am Montag auf seiner Facebook-Seite. Sadowyj machte keine genauen Angaben dazu, wo die Raketen eingeschlagen sind, aber seinen Worten nach wurde zumindest ein ziviles Objekt getroffen. Dabei handle es sich um einen Reifenservice.

Zudem sollen durch die Druckwelle die Fensterscheiben eines Hotels in der Nähe zerstört worden sein. In dem Hotel lebten Menschen, die vor dem Krieg aus anderen Regionen der Ukraine geflüchtet waren. 40 Autos seien zudem beschädigt worden, teilte Sadowyj mit. Der Angriff war am Montagmorgen erfolgt. Sadowyj hatte über ingesamt fünf Raketeneinschläge berichtet.

Update vom 18. April, 9.40 Uhr: Die Vorbereitungen des russischen Militärs für die Großoffensive im Donbass soll fast beendet sein. In seinem Lagebericht teilte der ukrainische Generalstab mit: „Im östlichen Einsatzgebiet schließen die Streitkräfte der russischen Föderation die Bildung einer Angriffstruppe ab.“ Aktuell würde die Taktik der Truppen darin bestehen, mit einzelnen Angriffen die Schwachstellen der ukrainischen Verteidigungslinien zu ertasten. Es habe bereits in der Nacht weitere Angriffe auf den Donbass gegeben.

Weiter heißt es: „Die Hauptanstrengungen unternimmt der Feind im Bereich der Ortschaften Lyman, Kreminna, Popasna und Rubischne, zudem hat er versucht, die volle Kontrolle über Mariupol herzustellen.“ Es sei von den Angreifern auch versucht worden, einen Brückenkopf nördlich der von Ukrainern gehaltenen Großstadt Sjewjerodonezk zu bilden. Laut Kiew wurden diese Angriffe jedoch zurückgeschlagen.

Der Generalstab berichtete außerdem von russischen Luftangriffen auf Ziele in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw und sagte weitere russische Angriffsversuche in der Südukraine voraus. Dort werde das russische Militär versuchen, die Grenzen des Gebiets Cherson zu erreichen.

Ukraine-Krieg-News: Russland schießt Raketen auf Lwiw - nahe der Nato-Grenze

Update vom 18. April, 9.20 Uhr: Russland soll zum Start in die neue Woche Raketenangriffe auf Lwiw im Westen der Ukraine gestartet haben. Auf Facebook schrieb der Bürgermeister der Stadt, Andrij Sadowyj, von „fünf gezielten Raketenschlägen gegen Lwiw“. Zwar gibt es noch keine Zahlen zu Opfern oder genaue Infos über Schäden. Es soll jedoch weiter Luftalarm herrschen, mit weiteren Attacken wird gerechnet. Die Stadt liegt sehr nahe an der polnischen Grenze und damit am Nato-Gebiet. Auch in Kiew soll es mehrere Detonationen gegeben haben.

Ukraine-Geheimdienst widerspricht Selenskyj bei Atomwaffen-Gefahr durch Putin

Erstmeldung vom 18. April

München - Es ist die wohl größte Angst des Westens im Ukraine-Krieg*: Dass Wladimir Putin* nach all den Rückschlägen so weit gehen könnte, Atomwaffen* einzusetzen. Doch daran scheinen die Ukrainer selbst nicht wirklich zu glauben. Laut dem Kyiv Independent habe der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, erklärt, bei den Nuklearwaffen-Drohungen aus dem Kreml handele es sich um Erpressung. Zudem sei der Einsatz dieser Mittel technisch schwierig. Damit widerspricht er teils den Aussagen des ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Dieser hatte noch am Samstag davor gewarnt, dass Putin Atomwaffen einsetzen könnte. Auch die US-Geheimdienste hatten zuletzt vor dieser Gefahr gewarnt.

Derweil konzentriert sich die Verteidigung nach den Bombardements in Kiew* und Lwiw infolge des Untergangs des russischen Flaggschiffs „Moskwa“* wieder mehr auf den Osten des Landes. Denn alles deutet auf eine verstärkte russische Offensive im Donbass hin. Moskau soll bereits Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 nach Mariupol geschickt und Raketen über der längst in Trümmern liegenden Stadt niedergehen lassen haben.

Ukraine-Krieg: Offenbar weiter schwere Kämpfe in völlig zerstörtem Mariupol

Zwar sagte Regierungschef Denys Schmyhal im US-Sender ABC, Mariupol sei noch nicht gefallen und die Soldaten würden „bis zum Ende kämpfen“. Außenminister Dmytro Kuleba betonte jedoch bei CBS, die verteidigenden Truppen seien „im Grunde eingekreist“, die Angreifer würden Mariupol dem Erdboden gleichmachen: „Die Stadt existiert nicht mehr.“

Ukraine-Krieg - Mariupol
Ein Soldat steht an einem Gebäude, das während der Kämpfe in Mariupol beschädigt wurde, auf dem Gebiet, das jetzt unter der Kontrolle der Regierung der Donezker Volksrepublik steht, im Osten von Mariupol. (Archiv) © Alexei Alexandrov/dpa

Im Lokalfernsehen sprach der Chef der Streifenpolizei von Mariupol, Michajlo Werschinin, davon, dass sich mehrere Tausend Verteidiger und zahlreiche Zivilisten in dem riesigen Stahlwerk Asowstal verschanzt hätten. „Sie trauen den Russen nicht. Sie sehen, was in der Stadt vor sich geht, und bleiben deswegen auf dem Werksgelände“, erklärte der Polizeichef.

Russlands Krieg in der Ukraine: Selenskyj befürchtet Schlimmstes für Donezk und Luhansk

Präsident Wolodymyr Selenskyj* mahnte unterdessen ein Zögern bei Waffenlieferungen an. Dies sei angesichts des zu erwartenden russischen Angriffs „eine Erlaubnis für Russland*, das Leben von Ukrainern zu nehmen“. Er warnte: „So wie die russischen Truppen Mariupol zerstören, wollen sie auch andere Städte und Gemeinden in den Gebieten Donezk und Luhansk dem Erdboden gleichmachen.“

Wohl auch an Berlin gerichtet, fügte er in seiner Videoansprache hinzu: „Aber diejenigen, die von uns benötigte Waffen und Munition haben und ihre Hilfe zurückhalten, müssen wissen, dass das Schicksal dieser Schlacht auch von ihnen abhängt. Das Schicksal von Menschen, die gerettet werden können.“

Im Gespräch mit CNN stellte er klar, dass die Ukraine* auch den Osten keinesfalls kampflos Putins Truppen überlassen werde: „Wir werden unser Territorium nicht aufgeben.“ Selenskyj zufolge könnte die Schlacht im Donbass den weiteren Kriegsverlauf beeinflussen. (mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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