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Skandal vor Frankreich-Wahl? Macron wegen „McKinseygate“ unter Druck 

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Von: Marvin Ziegele

Ein Flyer von Präsident Emmanuel Macron zur Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022.
Ein Flyer von Präsident Emmanuel Macron zur Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022. © Dinendra Haria/imago-images

Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 erhebt die Opposition Vorwürfe gegen Emmanuel Macron.

Paris – Bald findet die Präsidentschaftswahl in Frankreich* 2022 statt. In den wichtigen Tagen vor der Wahl sieht der amtierende Präsident Emmanuel Macron* sich mit Vorwürfen seiner Gegner konfrontiert. Die Opposition empört sich nach einer Mitte März vom Senat vorgelegten Untersuchung, nach der die Ausgaben für externe Berater während Macrons Amtszeit in die Höhe geschnellt sind.

Zudem soll das vielfach eingespannte US-Unternehmen McKinsey in Frankreich* offenbar über wenigstens zehn Jahre keinerlei Steuer gezahlt haben, dabei beteuert die Firma, sich an die französischen Regeln gehalten zu haben. Das Portal „Politico“ berichtete am Mittwoch (31.03.2022), dass die Regierung noch diese Woche öffentlich zu den Vorwürfen Position beziehen will.

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Emmanuel Macron und die Berater

„Mit Emmanuel Macron wird McKinsey, das Sie letztes Jahr 1 Milliarde Euro für sehr vage Missionen gekostet hat, weiterhin öffentliche Gelder verschlingen, keine Steuern zahlen und den Senat anlügen!“ twitterte Marine Le Pen*, Kandidatin der Nationalversammlung.

Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022

Alles, was Sie zur Präsidentschaftswahl in Frankreich wissen müssen, im Überblick*.

Nach der Senats-Untersuchung sind die Ausgaben der Regierung für externe Berater zwischen 2018 (379,1 Millionen Euro) und 2021 (893,9 Millionen Euro) um 45 Prozent gestiegen. Das Einspannen von Beratern sei zu einem Reflex auch für entscheidende Reformvorhaben während Macrons Amtszeit geworden. Ganze Bereiche der Bewältigung der Corona-Pandemie seien extern vergeben worden. Die gelieferte Expertise der Berater sei von unterschiedlicher Qualität gewesen. Die Senats-Kommission verlangte Transparenz, klare Regeln und eine systematische Bewertung der externen Expertise.

Präsidentschaftswahl in Frankreich: „Wir haben nichts zu verbergen“

Zwei von Macrons Ministern versuchten am Mittwoch (31.03.2022), die Situation zu entschärfen. „Wir haben nichts zu verbergen“, sagte Amélie de Montchalin, Ministerin für öffentliche Umgestaltung und Dienstleistungen, auf einer Pressekonferenz an der Seite von Haushaltsminister Olivier Dussopt, der sagte, die Debatte über den Einsatz von Beratungsfirmen sei zum Gegenstand „politischer Ausbeutung“ und „grober Manipulation“ geworden.

Amélie de Montchalin, Ministerin für öffentliche Umgestaltung und Dienstleistungen, auf einer Pressekonferenz an der Seite von Haushaltsminister Olivier Dussopt.
Amélie de Montchalin, Ministerin für öffentliche Umgestaltung und Dienstleistungen, auf einer Pressekonferenz an der Seite von Haushaltsminister Olivier Dussopt. © Vincent Isore/imago-images

Während Regierungssprecher Gabriel Attal betonte, dass der Staat auf externes Fachwissen zurückgreifen müsste, über das er selber nicht verfügt, räumte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire die Notwendigkeit einer kritischen Bewertung der Vergaben ein. (marv) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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