1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Juckreiz an zwei Körperstellen kann auf Gelbsucht hinweisen – drei typische Anzeichen

Erstellt:

Von: Judith Braun

Jucken am Körper kann verschiedene Ursachen haben. Erkrankungen der Leber oder Galle führen zum cholestatischen Juckreiz. Für ihn gibt es mehrere typische Anzeichen.

Wer mit einem länger anhaltenden Jucken am Körper zu kämpfen hat, leidet meist unter einer chronischen Form von Juckreiz. Für Betroffene ist dieser nicht nur lästig, sondern kann auch zu einem hohen Leidensdruck führen. Je nachdem, an welcher Stelle des Körpers der Juckreiz auftritt, stecken außerdem verschiedene Krankheiten hinter den Beschwerden. Wenn es sich um einen sogenannten cholestatischen Juckreiz handelt, liegt die Ursache bei Erkrankungen der Leber oder Galle. Dieser kann sich durch drei typische Anzeichen zeigen.

Cholestatischer Juckreiz: Erkrankungen der Leber oder Galle als Ursache – Kann auf Gelbsucht hinweisen

Person kratzt sich mit Hand an großem Zeh.
Cholestatischer Juckreiz tritt häufig an den Fußsohle und den Innenflächen der Hände auf. © Andriy Popov/Imago

Cholestatischer Juckreiz tritt schon in frühen Krankheitsstadien auf und kann zum Beispiel auf Gelbsucht hinweisen. So ist Juckreiz bei 80 Prozent der unter primärer biliärer Zirrhose (PBC) oder auch primäre sklerosierende Cholangitis (PSC) genannt, leidenden Patienten ein vorherrschendes Symptom. Dabei handelt es sich um eine seltene autoimmune Lebererkrankung, bei der die in der Galle gelegenen Gallenwege entzündet sind und langfristig zerstört werden. Chronischer Juckreiz zeigt sich außerdem auch bei fünf bis 15 Prozent von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Infektion. Hingegen tritt das Leiden relativ selten bei chronischer Hepatitis-B-Infektion und alkoholischen Lebererkrankungen auf.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Wenn Betroffene sich kratzen, dann erfahren sie bei cholestatischem Juckreiz meistens allerdings keine Linderung. Stattdessen kann es zu sekundären Hautveränderungen kommen. Dazu zählen beispielsweise Hautabschürfungen, Blutungen, Krusten, kleine Wunden und Juckreizknötchen (Prurigo nodularis). Diese können erneut einen Juckreiz auslösen. Die Beschwerden können außerdem zu Schlafstörungen und Depressionen führen. Folgende drei Anzeichen sind somit typisch für den Juckreiz:

Juckreiz durch Leber- oder Gallenerkrankung: Was passiert im Körper und wie wird er behandelt

Der Juckreiz kann entstehen, wenn sich im Körper bei gestörter Sekretion der Gallensäure sogenannte gallepflichtige Stoffe im Blut und im Gewebe ansammeln. Häufig leiden auch Frauen mit cholestatischen Lebererkrankungen unter besonders starkem Jucken. Sind Erkrankungen der Leber für den Juckreiz verantwortlich, dann können auch körpereigene Opioide eine Rolle spielen.

Behandelt wird cholestatischer Juckreiz in erster Linie mit dem sogenannten Austauscherharz Colestyramin. Dieses sollte jeweils vor und nach dem Frühstück eingenommen werden. Im Liegen kann sich die Wirkung von einigen Medikamenten im Übrigen um ein Zehnfaches beschleunigen – dabei spielt die Seite eine wichtige Rolle. Wer andere Medikamente einnimmt, muss außerdem darauf achten, dass die Einnahme mit einem zeitlichen Abstand von mindestens vier Stunden erfolgt. Colestyramin kann ansonsten die Aufnahme anderer Medikamente im Körper stören. Zudem kann es zu Nebenwirkungen wie Blähungen oder Durchfall kommen. Auch das Antibiotikum Rifampicin kann zur Behandlung des Juckreizes eingesetzt werden. Allerdings kann dieses als Nebenwirkung eine zusätzliche Leberschädigung verursachen. Bei dieser Therapie sollten deshalb die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant