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Geschenke im Job: Was darf ich annehmen, was nicht?

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Von: Carina Blumenroth

Zu sehen ist, wie ein Geschenk übergeben wird.
Wenn Sie als Arbeitnehmer Geschenke annehmen, kann das negative Folgen für Sie haben. (Symbolbild) © Imago

Sie bekommen von einem Kunden eine Flasche Wein oder einen Aufenthalt im Wellnesshotel geschenkt – was wie eine nette Geste klingt, kann auch Bestechung sein.

Wenn Sie von Geschäftspartnern oder Kunden Geschenke bekommen, dann kann das erst einmal eine nette Geste sein, zumindest, wenn keine Bedingung an das Geschenk geknüpft ist. Trotzdem ist vielen Arbeitnehmern nicht klar, was sie genau annehmen dürfen und was nicht. Der Verdacht der Bestechung steht schnell im Raum. Um dem zu entgehen, gibt es einige Tipps und Tricks, die Sie beachten können.

Bestechung oder nette Geste – welche Geschenke sind eigentlich beliebt?

Egal ob zum Jubiläum, Geburtstag oder zu Weihnachten: Geschenke sind beliebt und sie stärken die Beziehung. Beim Schenken sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Trotzdem gibt es ein paar Klassiker unter den Geschenken an Arbeitnehmer und Kunden, dazu zählen:

Was sich hier wie eine nette Geste anhört, das löst bei einigen Arbeitnehmern aber alle Alarmglocken aus. Sie befürchten Bestechlichkeit, wenn Sie diese Geschenke annehmen. Die Angst ist gar nicht so unbegründet. Von Bestechlichkeit wird geredet, wenn eine Gegenleistung für etwas verlangt wird. Das kann zum Beispiel eine Zustimmung zu einem Vertrag sein. Daher sollten Arbeitnehmer vor allem vorsichtig werden, wenn Sie von betriebsfremden Personen Geschenke bekommen.

Achtung bei Geschenken mit Gegenleistung

Von allen vermeintlichen Geschenken, an die eine Gegenleistung geknüpft ist, sollten Sie die Finger lassen. Damit können kleine Entscheidungen gemeint sein, ein besonderes Abstimmungsverhalten oder Verträge, die noch geschlossen werden sollten. Wenn Sie darauf eingehen, dann wurden Sie bestochen.

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Wie teuer darf ein Geschenk sein, wenn es keine Bestechung ist

Gerade teure Geschenke an Entscheidungspersonen stehen schnell im Verdacht, eine Bestechung zu sein. Aber auch Arbeitnehmer sollten stark darauf achten, was sie annehmen und was nicht. Allgemein gilt natürlich, dass Geschenke etwas hermachen sollen und das bedeutet in manchen Fällen, dass sie teuer sind. Zum Beispiel teure Uhren werden schnell damit verbunden, dass daran eine Gegenleistung geknüpft ist. Grundsätzlich gibt es aber kein Gesetz, das den Wert von Geschenken an Arbeitnehmer oder Geschäftspartner regelt.

Laut Karrierebibel hängt der Wert eines Geschenkes nicht unbedingt damit zusammen, ob es sich um eine Pflichtverletzung im Arbeitsverhältnis oder um eine strafrechtlich relevante Bestechung handelt. Günstige Geschenke seien vergleichsweise unproblematisch, eindeutige Grenzen gebe es da aber nicht. Oft stehen die Zahlen 35 Euro und 50 Euro im Raum, die für Geschenke noch akzeptabel sind. Eine allgemeingültige Lösung gibt es da aber nicht.

Geschenk oder Bestechung: Es hängt auch von der sozialen Adäquanz ab

Von sozialer Adäquanz wird eigentlich bei einem Straftatbestand gesprochen, der allgemein gebilligt wird. Die soziale Adäquanz ist ein Faktor, der bei der Beurteilungen von Geschenken am Arbeitsplatz hilft.

Vorstandsvorsitzender bekommt 500 Euro teures GeschenkNormaler Arbeitnehmer bekommt 500 Euro teures Geschenk
Verdienst: MillionengehaltVerdienst: ca. 2000 Euro im Monat
Geschenk: sozial adäquatGeschenk: hohe Diskrepanz zwischen Wert und Verdienst

Geschenke richtig annehmen: Unternehmenswerte können helfen

Arbeitnehmer sollten laut Karrierebibel Klarheit für ihre Angestellten schaffen, das könne man mit internen Corporate Compliance Regelungen schaffen. Damit sind firmenweite Regeln gemeint, die die jeweilige Firma selbst erschaffen hat. Diese haben zwar keine bindende Verpflichtung, bieten aber trotzdem Vorteile.

Geregelt werden kann zum Beispiel der konkrete Umgang mit Geschenken, ob diese überhaupt angenommen werden und welchen Wert diese haben dürfen.

Das Geschenk wurde angenommen – welche Folgen hat das?

Möglicherweise verstoßen Sie gegen das Gesetz oder gegen interne Corporate Compliance Regeln und das kann für Sie dann Folgen haben. Bei kleineren Verstößen können Sie mit einer Abmahnung rechnen. Manchmal sprechen Arbeitgeber auch eine deutliche Unterlassung aus. Wenn es sich um einen schwerwiegenden Verstoß handelt, dann droht Ihnen die (fristlose) Kündigung. Das ist meist der Fall, wenn Sie vorsätzlich gegen die Pflichten oder das Gesetz verstoßen. Strafbar machen Sie sich, wenn Sie als Arbeitnehmer ein teures Geschenk annehmen und den Geschenkgeber dann unlauter bevorzugen. Darauf steht eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Geschenk oder Bestechung - so sind Sie auf der sicheren Seite

Sollte es keine internen Regelungen bei Ihnen geben, dann fragen Sie sicherheitshalber bei dem Arbeitgeber nach, wie Sie sich verhalten sollen. Die Antwort sollten Sie sich am besten schriftlich geben lassen.

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