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Wegen Massentourismus: Beliebte Ferienregionen Frankreichs führen Besucherlimit ein

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Von: Franziska Kaindl

Die Lavezzi-Inseln bei Korsika.
Die Lavezzi-Inseln bei Korsika erlauben nur noch 2.000 Besucher pro Tag. © Imago

Einige Reisegebiete in Frankreich beobachten mit Sorge die jährlich wachsenden Touristenmassen. Ein Besucherlimit soll die empfindliche Natur schützen.

„Jedes Jahr wird es schlimmer und es geht immer schneller“, berichtet die Umweltaktivistin Shaï-Hannah Mallet-Bitton hinsichtlich der Touristenmassen in ihrer Heimat. Sie ist in Étretat in der Normandie aufgewachsen, der Ort ist aufgrund der malerischen, weißen Klippen bekannt, die ihn umranden und ein tolles Fotomotiv darstellen. Doch das Interesse hat seinen Preis: Die Mülleimer quellen über, die Wanderwege sind breitgetreten, immer häufiger kommt es zu Erdrutschen und pro Tag werden 400 Kilogramm Kieselsteine von den Stränden weggetragen, wie das Online-Portal 24France informiert. Letztes Jahr musste die Kläranlage der Region wegen Überlastung geschlossen und gewartet werden – für bis zu 6.000 Besucher am Tag ist sie nicht ausgelegt.

„Wir brauchen den Tourismus, aber es muss ein Gleichgewicht gefunden werden. Die Touristen selbst würden am meisten davon profitieren. Viele von ihnen verlassen die Insel verärgert, nachdem sie mehrere Stunden im Auto verbracht haben, ohne einen Parkplatz, einen Platz zum Essen oder Toiletten zu finden, weil es nicht genügend Infrastruktur gibt. Dieser Massentourismus befriedigt niemanden“, meint Mallet-Bitton.

Calanques-Nationalpark in Frankreich führt Besucherlimit ein

So wie Étretat ergeht es immer mehr Touristenregionen in Frankreich. Einige von ihnen haben nun beschlossen zu handeln: So hat der Calanques-Nationalpark bei Marseille in diesem Sommer den Zugang zu zwei beliebten Buchten, Calanques von Sugiton und Pierres Tombées, auf 400 Besucher pro Tag beschränkt. Normalerweise werden diese laut 24France an schönen Sommertagen von bis zu 2.500 Menschen erkundet. Aufgrund dessen kommt es in beiden Buchten bereits zu Bodenerosionen. Jetzt müssen Reisende mindestens drei Tage im Voraus einen Tagespass über die Webseite des Calanques-Nationalparks buchen – die Tickets sind kostenlos. Besucher erhalten anschließend einen QR-Code, den sie bei einer Kontrolle vorzeigen müssen. Die Regelung gilt vorerst bis zum 21. August.

Korsika schränkt Zutritt zu drei Touristen-Hotspots ein

Die französische Feriensinsel Korsika ächzt ebenfalls unter den Touristenanstürmen im Sommer. Drei beliebte Regionen haben daher ein tägliches Besucherlimit festgelegt, wie das Online-Portal The Connexion berichtet:

Jährlich kommen fast 2,5 Millionen Touristen nach Korsika, 180.000 davon pilgern zu den drei genannten Gebieten. Bis 2026 werden bis zu 200.000 Besucher erwartet. Konkret für die Levazzi-Inseln gilt daher das Limit von 2.000 Personen pro Tag – wer sie fortan besuchen will, muss im Voraus online reservieren. „Unser Interesse ist es, (Anm. d. Red.: die Region) zu schützen, damit wir die wirtschaftliche Tätigkeit so lange wie möglich aufrechterhalten können. Wenn wir keine Schutzmaßnahmen ergreifen, werden sich die Umweltbedingungen verschlechtern und wir werden gezwungen sein, drastische Maßnahmen zu ergreifen. In diesem Fall werden alle verlieren“, erklärte der Präsident des korsischen Umweltamts, Guy Armanet. Die Beschränkungen sollen für die gesamte Saison gelten.

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