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„Wahnsinn!“: Frustrierter Bayern-Star Neuer watscht deutsche Abwehr ab und teilt gegen FIFA aus

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Von: Patrick Mayer

Siegtreffer für Japan: Deutschlands Manuel Neuer (li., FC Bayern) muss sich Takuma Asano (re., VfL Bochum) geschlagen geben.
Siegtreffer für Japan: Deutschlands Manuel Neuer (li., FC Bayern) muss sich Takuma Asano (re., VfL Bochum) geschlagen geben. © Robert Michael/dpa

Nach der WM-Blamage Deutschlands gegen Japan herrscht Frust. Bayern-Torwart Manuel Neuer kritisiert seine Defensive deutlich und hat eine Botschaft an die FIFA.

München/ ar-Rayyan- Er ist offensichtlich bedient: Selbst Manuel Neuer konnte die WM-Schmach der deutschen Nationalmannschaft gegen Außenseiter Japan (1:2) nicht abwenden. Dabei war der Torwart des FC Bayern noch der beste Spieler des DFB-Teams - Neuer verhinderte nach 73 Minuten noch den möglichen Ausgleich durch Junya Ito.

Manuel Neuer: Deutscher Kapitän kritisiert DFB-Defensive nach WM-Niederlage gegen Japan

Diesen besorgte der Freiburger Ritsu Doan (76.), ehe der Bochumer Takuma Asano (83.) Deutschland nach der zwischenzeitlichen Führung durch Ilkay Günndogan (33./Elfmeter) zum Auftakt der WM 2022 schockte. Der 28-jährige Japaner überwand Neuer mit einem listigen Schuss aus spitzem Winkel - brav begleitet durch Nico Schlotterbeck. Dass in der Abwehr viel nicht zusammenlief, kritisierte der deutsche Kapitän nach Spielschluss deutlich - ebenso wie ARD-Experte Bastian Schweinsteiger.

„Die liegen gelassenen Torchancen, das ist klar. Wir haben bis zum Ende nicht gut hinten verteidigt“, nannte Neuer in der ARD Gründe für die unerwartete Niederlage gegen die Asiaten: „Japan hat Druck gemacht, uns im Eins-gegen-eins angelaufen. Da hatten wir nicht die Ruhe hinten. Wir hätten eine bessere Positionierung gebraucht, so wie es in der ersten Halbzeit war.“

Im Video: Bitterer WM-Start - Deutschland verliert gegen Japan 1:2

Letztlich habe „dieses unbedingte Wollen am Ende den Ausschlag gegeben. Japan wollte unbedingt was holen, und wir haben gedacht, wir bringen das über die Bühne“, sagte er mit deutlicher Wortwahl: „Es ist nach dem Spiel schwer zu verstehen, wie wir das aus der Hand geben konnten.“

Manuel Neuer bei der WM 2022: Torwart des FC Bayern hat eine Botschaft an die FIFA

Nach der enttäuschenden Partie im Khalifa International Stadium hatte der Münchner noch eine Botschaft für den Weltfußballverband FIFA parat. Die deutsche Auswahl hatte sich vor dem Anpfiff beim Mannschaftsfoto kollektiv die Hand vor den Mund gehalten.

Damit wollte das DFB-Team gegen das Verbot der „One Love“-Binde für Kapitän Neuer protestieren. Das kurzfristige Verbot der „One Love“-Binde erst am Montag sei „vom Timing her“ für ihn „Wahnsinn“ gewesen, sagte der Torwart.

Botschaft an die Fifa: Die deutsche Nationalmannschaft hält sich vor der WM-Niederlage gegen Japan demonstrativ den Mund zu.
Botschaft an die FIFA: Die deutsche Nationalmannschaft hält sich vor der WM-Niederlage gegen Japan demonstrativ den Mund zu. © IMAGO/ULMER

„One Love“-Binde: Deutsche Nationalmannschaft setzt vor Japan-Spiel ein Zeichen

„Wir lassen uns vielleicht die Binde nehmen, aber wir lassen uns niemals unsere Stimme nehmen. Und unsere Werte“, erklärte Neuer: „Wir stehen für Menschenrechte ein. Das wollten wir damit zeigen. Dass wir uns von der FIFA vielleicht den Mund haben verbieten lassen - das machen wir vielleicht mit der Kapitänsbinde auf dem Platz, aber für unsere Werte stehen wir immer.“ Die Idee sei im Mannschaftskreis entstanden. „Wir wollten unbedingt was machen, und wir haben überlegt, was man machen kann. Uns war klar, dass wir ein Zeichen setzen wollten“, sagte der FCB-Profi in Katar: „Das ist ein Fingerzeig.“ (pm)

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