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„One Love“-Eklat: DFB-Spieler setzen bei Mannschaftsfoto Zeichen - mit Mund-zu-Geste

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Von: Sascha Mehr

Die Lage rund um die Weltmeisterschaft 2022 in Katar im Überblick: der News-Ticker am Mittwoch, 23. November. 

+++ 14.48 Uhr: Der DFB hat sich zur Mund-zu-Geste auf dem Mannschaftsfoto geäußert. „Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt. Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht“, heißt es auf Twitter.

WM 2022: DFB-Spieler setzen bei Mannschaftsfoto Zeichen

+++ 14.10 Uhr: Die deutsche Nationalmannschaft hat kurz vor Anpfiff des Spiels gegen Japan ein weiteres Zeichen gesetzt. Beim Mannschaftsfoto hielten sich alle deutschen Spieler den Mund zu. Ein stiller Protest in Richtung Weltverband FIFA, der immer wieder den Eindruck vermittelte, ungewollte Meinungen zu unterdrücken.

Die DFB-Elf vor dem Spiel gegen Japan.
Die DFB-Elf vor dem Spiel gegen Japan. © IMAGO/Marcelo Machado de Melo

WM 2022: DFB-Auswahl setzt Zeichen

+++ 13.36 Uhr: Vor dem WM-Spiel gegen Japan hat die deutsche Nationalmannschaft im „One Love“-Streit ein Zeichen gesetzt. Die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick wärmte sich in Shirts auf, auf denen das Adidas-Logo in Regenbogenfarben zu sehen war.

Thomas Müller.
Thomas Müller. © IMAGO/Matthias Koch

+++ 13.08 Uhr: Die deutsche Aufstellung ist da. Mit folgender Aufstellung geht die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick in das erste Gruppenspiel:

Neuer - Süle, Rüdiger, Schlotterbeck, Raum - Kimmich, Gündogan - Gnabry, Müller, Musiala - Havertz

WM 2022: Ivan Barton leitet Deutschland gegen Japan

+++ 12.46 Uhr: Ivan Barton leitet die Partie Deutschland gegen Japan. Der 31-Jährige aus El Salvador ist der drittjüngste Schiedsrichter des Turniers und ein im Weltfußball eher unbekannter Name. „Schiedsrichter aus Süd- und Zentralamerika lassen sich überhaupt nichts sagen. Ich denke aber, dass er aufgrund der Qualität der Spieler auch schnell überfordert sein kann. Barton wirkt sehr gestenreich und wird aufgrund seiner geringen Erfahrung super übermotiviert sein“, sagt der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati im Gespräch mit Sportzbuzzer.

Ivan Barton leitet die Partie Deutschland gegen Japan.
Ivan Barton leitet die Partie Deutschland gegen Japan. © Howard C. Smith

„One Love“-Eklat: Was passiert, wenn Neuer es drauf ankommen lässt?

Update vom Mittwoch, 23. November, 10.10 Uhr: Die FIFA hat verboten, die „One Love“-Binde bei der WM in Katar zu tragen. Doch was wären die Konsequenzen, wenn Manuel Neuer diese Kapitänsbinde in der Partie gegen Japan plötzlich doch trägt?

Der Schiedsrichter der Partie würde den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vor Anpfiff auf „falsche Spielkleidung“ aufmerksam machen und Neuer bitten, die Binde abzunehmen. Sollte sich der 36-Jährige weigern, würde er die Gelbe Karte bekommen. Zu einem Platzverweis kann es dann aber nicht mehr kommen, denn ein Spieler darf nicht zweimal für das gleiche Vergehen bestraft werden.

Eine Möglichkeit wäre dann, dass der Unparteiische das Spiel nicht anpfeift, solange Neuer die Binde trägt. Dann hätte Deutschland die Partie automatisch verloren. Pfeift er die Partie an, obwohl Neuer die „One Love“-Binde am Arm trägt, könnte es der Schiedsrichter in seinem Bericht vermerken. Dann würde es eine nachträgliche Strafe durch die FIFA geben, zum Beispiel einen Punktabzug.

Allerdings hat der DFB und auch Hansi Flick bereits festgehalten, dass Neuer die Binde nicht tragen werde. Auch eine andere Aktion schloss Flick am Dienstag aus.

WM 2022: Habeck würde „One Love“-Binde trotzdem tragen

Erstmeldung: Katar - Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) würde an der Stelle von DFB-Kapitän Manuel Neuer die „One Love“-Kapitänsbinde bei der Fußball-WM in Katar trotz der angedrohten FIFA-Sanktionen tragen. „Ich wäre interessiert zu sehen, was der Schiedsrichter macht, wenn da einer mit der Binde rumkommt“, sagte er in der ZDF-Sendung Markus Lanz. „Ich würde es darauf ankommen lassen, es wäre ein moderater Protest“, so der Wirtschaftsminister weiter.

Die „One Love“-Kapitänsbinde am Arm von Manuel Neuer.
Die „One Love“-Kapitänsbinde am Arm von Manuel Neuer. © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer

WM 2022: Habeck würde „One Love“-Kapitänsbinde trotz angedrohter Sanktionen tragen

Schließlich handele es sich um eine Binde und nicht um eine „elaborierte“ Protestform wie etwa bei den Klimaaktivisten der Letzten Generation.  Habeck sagte, er erinnere sich an Proteste, die ikonisch geworden seien und etwas verändert hätten wie der Kniefall des damaligen US-Football-Profis Colin Kaepernick 2016 als Zeichen gegen Rassismus. Danach habe es breiter angelegte Proteste gegen Rassismus im Sport gegeben. Das Besondere sei, dass die WM in Katar anders als frühere Turniere politisch sei, es keinen unpolitischen Sport mehr gebe. „Dann fragt man sich natürlich auch, wie würde man in der Situation agieren.“ Zwar könne er nicht für andere sprechen, aber es sei klar, was nahe liege. (smr/dpa)

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