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20-Jähriger als Matchwinner

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Harte Abwehr als Schlüssel zum Derbyerfolg: Die Dutenhofener Lukas Gümbel (links) und Jonas Müller (rechts) stoppen den Pohlheimer Leon Friedel. Foto: Sawellion © Sawellion

Dutenhofen. »Derbysieger, Derbysieger, hey, hey«, intonierten die Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen. Die Grün-Weißen haben das erste mittelhessische Drittliga-Nachbarschaftsduell seit fast zehneinhalb Jahren für sich entschieden: Gegen den Aufsteiger HSG Pohlheim setzte sich die Spandau-Truppe vor einer spärlichen Derbykulisse von 380 Zuschauern mit 28:

24 (13:12) durch.

HSG Dutenhofen/M. - HSG Pohlheim 28:24

Dabei avancierte gewissermaßen einer zum Matchwinner, der sonst eher in der zweiten Reihe steht: Lorenz Rinn. Der 20-jährige Schlussmann der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen hütete vor allem deshalb 60 Minuten lang das Tor, weil Simon Böhne als Nummer eins aufgrund eines Schleudertraumas nicht für einen Einsatz infrage kam.

Und dann wurde Rinn, ein eher ruhiger Vertreter seiner Zunft, mit elf Paraden in der zweiten Hälfte zum Unterschiedsfaktor, zog Pohlheim den Zahn. »Wenn wir die Dinger machen, hätten wir es deutlich enger gestalten können. Der Torwart war der Unterschied«, bedauerte Gäste-Trainer Andreas Lex. Axel Spandau, Trainer der siegreichen Grün-Weißen, lobte: »Lorenz hat eine super Partie gemacht. Wir haben im Vorfeld mit Schussbildern gearbeitet, das hat gut funktioniert.«

Keine Frage, für den Gastgeber war es ein Sieg der Defensive. Denn neben Rückhalt Rinn verteidigte auch die 6:0-Deckung sehr ansprechend - obwohl das Mittelblock-Duo Marvin Lindenstruth/Maduwuike Okpara bereits zur Pause mit jeweils zwei Zeitstrafen belastet war und deshalb im zweiten Abschnitt weitgehend Malvin Werth/Jonas Müller im Zentrum deckten. »Die beiden haben es nahtlos fortgeführt«, befand Spandau.

Derweil summierten sich die Pohlheimer Defizite: Die schwache Wurfquote zum einen, die vielfach fehlende Inspiration und zu hohe Fehlerrate beim Bespielen der gegnerischen Abwehr zum anderen. Was die Grün-Weißen nach einer knappen 13:12-Halbzeitführung in Durchgang zwei dann auch konsequent in Zählbares ummünzten: Linksaußen Leon Bremond besorgte via erster Welle das 17:14 (38.), Rückraummann Paul Geffert und Rechtsaußen Tim Rüdiger erhöhten mittels Tempogegenstoß-Doppelschlag auf 20:15 (41.). Pohlheim versuchte es nochmals mit einer Umstellung auf eine 5:1-Abwehr - ohne Erfolg. Bis auf 26:19 (54.) zogen die im Angriff vom starken Rückraumakteur Leon Boczkowski (sieben Tore) angetriebenen Grün-Weißen davon. Ehe ein wenig der Schlendrian Einzug hielt und 191 Sekunden vor Schluss nochmal eine Auszeit her musste, um den Heimerfolg seriös über die Ziellinie zu bringen.

»Für mein Dafürhalten war es insgesamt kein gutes Drittligaspiel. Wir haben nach dem Ein-Tor-Rückstand zur Pause unseren Stiefel mit technischen Fehlern weitergespielt, da kam auch von den Führungsspielern kein Impuls. Man kann in Dutenhofen mit vier Toren verlieren, man muss es in diesem Spiel aber nicht«, resümierte Pohlheims Trainer Andreas Lex, dessen Team somit weiterhin auf die ersten Punkte nach dem Aufstieg wartet.

Gegenüber Spandau - ein kühles Gewinner-Bier in der Hand - indes war nach dem ersten Sieg in dieser Saison freilich zufrieden: »Der Druck war schon da, daher ist die Erleichterung groß. Wir kommen langsam in Schwung.« Das gilt es bereits am Mittwochabend (20 Uhr) wieder zu beweisen, wenn die Grün-Weißen mit dem Derbysieg im Rücken beim VfL Gummersbach II gastieren.

Dutenhofen/Münchholzhausen: Rinn (1. - 60.), Knop (bei einem Siebenmeter); Gümbel, Hoepfner (1), Boczkowski (7), Lindenstruth, Rüdiger (5), Bremond (7/3), Datz, Lauer (1), Werth, Steinmüller, Okpara, Müller (4), Geffert (3).

Pohlheim: Schlegel (ab 40.), Wüst (1); Friedel (2), Happel, Rühl (4), Schier (6/3), Lex (2), Niclas (5), Drommershausen, Neul (1), Weinandt, Lambrecht (2), C. Träger, J. Träger (1), Wagner.

Schiedsrichter: Staszak/Walter (Schmelz/Karlsruhe) - Zuschauer: 380 - Zeitstrafen: neun (Lindenstruth/2, Bremond, Okpara/3, Geffert/3) - sieben (Happel/2, Rühl/2, Lex, Niclas, Wagner) - Rot: Okpara (48., dritte Zeitstrafe), Geffert (51., dritte Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/3:4/3.

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