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Klimpke

249 Besucher sind zugelassen

Wetzlar. Generalprobe mit Hindernissen: Statt Serbien, das kurzfristig zahlreiche Corona-Fälle zu beklagen hat, ist es den Verantwortlichen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gelungen, kurzfristig für das Länderspiel am Sonntag (19.05 Uhr) in der Wetzlarer Buderus-Arena Ersatz zu finden.

Und was für einen! Mit dem Test gegen Olympiasieger Frankreich hat sich die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason einen der attraktivsten Kontrahenten angeln können, der wenige Tage vor Beginn der EM in Ungarn und der Slowakei (13. bis 30. Januar) zur Verfügung stand. Grund genug, Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Länderspiel zu beantorten.

Wird die Partie aus der Buderus-Arena im Fernsehen übertragen?

Ja, und zwar ab 19 Uhr live bei Sport1. Dass die EM bevorsteht, zeigt aber auch das außergewöhlich große Interesse der Öffentlich-Rechtlichen an der Sportart. So sind DHB-Kapitän Johannes Golla und EM-Debütant Djibril M’Bengue an diesem Samstag ab 23 Uhr zu Gast im ZDF-Sportstudio.

Warum werden keine Zuschauer in der Halle sein?

Die Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes, vor fast leeren Rängen zu spielen, erfolgte zwangsläufig nach den rund um Weihnachten beim Bund-Länder-Treffen gefassten Beschlüssen zur Corona-Lage und den damit verbundenen Verordnungen des Bundeslandes Hessen.

Wer ist überhaupt zugangsberechtigt?

249 Besucher dürfen in der Halle anwesend sein. Neben Journalisten und Dienstleistern sind dies ausschließlich Gäste des DHB. Die HSG Wetzlar, die als Partner des DHB fungiert, kann niemanden einladen.

Warum hat sich der Deutsche Handball-Bund zum achten Mal für Wetzlar als Austragungsort eines deutschen Männer-Länderspiels entschieden?

Weil die Buderus-Arena mitten in Deutschland liegt. Weil sich das Organisations-Team der HSG Wetzlar um Vertriebsleiter Alexander Finke für solche Aufgaben bewährt hat. Und weil gerade das letzte Länderspiel 2018 gegen Israel eine hohe Wertschätzung beim DHB erfahren hat. Es fand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt, die die Grün-Weißen zusammen mit Polizei und Stadt souverän meisterten.

Welche Aufgaben haben die Verantwortlichen der HSG Wetzlar rund um die Partie?

Als Partner des DHB ist die HSG mit der Infrastruktur in der Buderus-Arena bestens vertraut. Geht es um die Einweisung der Zeitnehmer, das Verlegen des Bodens und die Aufstellung des Mobiliars, so sind die Grün-Weißen zur Stelle.

Mit welchem Personal tritt die DHB-Auswahl in der Buderus-Arena an?

Natürlich mit Lokalmatador Till Klimpke, der inzwischen Torwart-Routiniers wie Silvio Heinevetter (MT Melsungen) oder Jogi Bitter (HSV Hamburg) aus dem Aufgebot verdrängt hat. Bundestrainer Alfred Gislason hat zwei Legionäre, einen Akteur aus Liga zwei, aber auch nur je einen der beiden Bundesliga-Top-Clubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt im Aufgebot. Ob der ehemalige Wetzlarer Jannik Kohlbacher, der aufgrund einer Adduktorenverletzung im Trainingslager zuschauen musste, auflaufen wird, steht noch in den Sternen.

Wie ist es dem deutschen Team bisher geglückt, keine Corona-Fälle zu haben?

Der Verband hat alle nur erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. »Wir haben ja leider schon viel Erfahrung bei der Einhaltung des Hygienekonzepts. Unsere Spieler wissen, dass sie hohe Auflagen erfüllen müssen«, so DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Die EM-Fahrer hätten Silvester nur im kleinsten Kreis verbracht und seien im Trainingslager ausnahmslos in Einzelzimmern untergebracht. Jeden Tag wird zweimal getestet, zudem bewegt sich der gesamte Tross mit Maske. »Das zu verschärfen geht kaum noch und halten wir auch nicht für nötig«, sagte Kromer.

Welche Erinnerungen hat der französische Coach Guillaume Gille an Spiele in Wetzlar?

Nur gute! Gleich nach seiner Verpflichtung im Jahre 2002 setzte es für den damaligen Spielmacher des HSV Hamburg zwei Niederlagen (25:26, 16:28), ehe in der Spielzeit 2004/05 ein 27:27 folgte. In Gilles weiteren sieben Jahren an der Alster verließ der HSV stets als Gewinner die damalige Rittal-Arena.

Wie sieht das Programm des DHB-Teams nach dem Test aus?

Nach einem Essen in der Buderus-Arena reist die deutsche Mannschaft wieder ins Teamhotel nach Großwallstadt, wo Montag und Dienstag einige Trainingseinheiten auf dem Programm stehen. Am Mittwoch fliegt der Tross dann um 11.30 Uhr von Frankfurt aus nach Bratislava. In der Hauptstadt der Slowakei steigen dann die drei Vorrunden-Partien der Gruppe D gegen Belarus (Freitag, 14. Januar, 18 Uhr), Österreich (Sonntag, 16. Januar, 18 Uhr) und Polen (Dienstag, 18. Januar, 18 Uhr).

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