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46ers müssen runter

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Nach einem guten Start müssen sich JD Miller und die Gießen 46ers auch den Niners Chemnitz geschlagen geben. © Schepp

Gießen. »Zweite Liga, MTV«, war während des Abschlussviertels in der Gießener Osthalle zu hören. Ein Standort, der in der kommenden Saison nur noch zweitklassig sein wird. Denn nach der Pleite gegen die Niners Chemnitz ist klar: Die Gießen 46ers sind aus der Basketball-Bundesliga abgestiegen. Am Freitagabend um 22:08 Uhr war es soweit, der Traditionsclub von der Lahn unterlag den Sachsen in einer über weite Strecken einseitigen Begegnung mit 70:

91. Da der Mitteldeutsche BC kurz zuvor gegen Braunschweig gewann, ist der Gießener Gang in die ProA nun auch rechnerisch nicht mehr abzuwenden.

Gießen 46ers - Niners Chemnitz 70:91

Dabei starteten die 46ers zunächst mit viel Kampf und Willen in die Partie. Bjarne Kraushaar brachte seine Farben nach nur wenigen Sekunden in Front, gefolgt von einem defensiven »Big Play« von JD Miller. Der US-Boy blockte einen Chemnitzer Versuch rustikal ab. Dennoch waren die Sachsen nun wach, zwei erfolgreiche Würfe von jenseits der Dreierlinie brachte die Gästeführung. Doch steckten die 46ers längst noch nicht auf und suchten ihr Heil weiterhin im Angriff. Zwei erfolgreiche Dreier brachten die Hausherren wieder auf Tuchfühlung, anschließend glänzte Miller mit einem Steal samt erfolgreichem Zweierversuch, und auch Nuni Omot wusste nachzulegen. Plötzlich waren die Lahnstädter mit sechs Zählern in Front (16:10, 5.).

Doch so gut das 46ers-Spiel offensiv auch war, so fahrlässig war es in der Verteidigung. So kam das Team von Niners-Coach Rodrigo Pastore binnen weniger Sekunden wieder heran (18:18, 6.). Diese Gießener Schwächepause zwang Pete Strobl zur ersten Auszeit, danach blieb das Geschehen weiterhin umkämpft (27:25, 10.). Ein Beispiel: Die Niners hatten nach dem ersten Viertel bereits vier Teamfouls auf ihrer Seite stehen, bei den 46ers erwischte es Kraushaar zweimal.

Nun aber der große Knick. Zeitgleich machte der MBC den Heimsieg über Braunschweig perfekt, was die 46ers unter Zugzwang brachte. Sieg oder Abstieg - eine Drucksituation, an der Kendale McCullum und Co. schließlich zerbrachen. Die Niners legten schnell vor und zogen flink davon. Auf der anderen Seite brachten die Gießener kein Bein mehr auf den Boden. Zu viele Fehler - nun auch offensiv - ließen einen 0:13-Lauf zu. Als der Lette Martins Laksa die ersten 46ers-Punkte im zweiten Durchlauf auf das Scoreboard brachte, waren bereits 5:06 Minuten von der Uhr gelaufen. Am Geschehen änderte das aber nichts. Chemnitz wusste die vielen Unzulänglichkeiten im Gießener Spiel effektiv zu nutzen - acht Dreierversuche flogen durch die Gießener Reuse. 4:27 - ein Viertel, dass die gesamte Saison aus Sicht der 46ers in sämtlichen Punkten bestens widerspiegelt. (31:52, 20.).

Zumindest ein wenig Wiedergutmachung wäre nun angebracht gewesen. Allein Florian Koch sorgte mit seinen beiden Dreiern nach vier Minuten für mehr Punkte als im Viertel davor (37:59, 24.). Eine (ernsthafte) Aufholjagd wurde jedoch zu keiner Sekunde gestartet. Die Konsequenz daraus kam von den tapfer durchhaltenden, offiziellen 2023 Zuschauern: »Zweite Liga, Gießen ist dabei«, gefolgt von einem »Wir sind Gießener und ihr nicht« und »Ihr macht uns lächerlich«. Abgesänge der ganz bitteren Sorte. Und auf dem Spielfeld? Dort zogen die Sachsen fleißig die Hausherren an der Nase durch die Osthallen-Manege (43:76, 30.).

Immerhin im Schlussabschnitt zeigen die 46ers nochmals ihr Können - auch weil Chemnitz zwei Gänge herausnahm. Mit Tim Uhlemann, Bjarne Kraushaar, Kilian Binapfl sowie Maxi Begue standen zwischenzeitlich vier junge Spieler für die 46ers auf dem Court.

»Zum zweiten Mal in Folge abzusteigen, ist einfach nur traurig. Wir haben stark angefangen, aber noch stärker nachgelassen. Ab dem zweiten Viertel waren wir komplett energielos«, zeigte sich Eigengewächs Bjarne Kraushaar nach Spielschluss tief enttäuscht.

Gießen 46ers: McCullum 8, Omot 17, Kraushaar 9, Laksa 5, Begue, Uhlemann 4, Binapfl 4, Miller 12, Koch 9, Fayne 2.

Niners Chemnitz: Weidemann, Gregori, Zacharias, Ziegenhagen 16, Richter 14, Mike, Massenat 12, Susinskas 18, Atkins 8, Lockett 8.

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