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»Alle sind platt, aber es hilft nichts«

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Von: Nico Hartung

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Zuletzt ratlos: Der TV Hüttenberg und Routinier Christian Rompf. © Röczey

Hüttenberg. Keine 96 Stunden nach der wohl bittersten Niederlage der bisherigen Spielzeit ist der TV Hüttenberg schon wieder voll gefordert. Am Mittwochabend (19.30 Uhr) gastiert mit dem TuSEM Essen ein direkter Tabellennachbar der 2. Handball-Bundesliga im Sportzentrum.

TV Hüttenberg - TuSEM Essen (Heute, 19.30 Uhr)

In jener Halle also, die bis Samstagabend noch eine schier uneinnehmbare Festung für die Gäste aus der Handball-Republik gewesen war. Sieben Mal hatten die Blau-Weiß-Roten seit Saisonbeginn in ihren heimischen vier Wänden das Parkett betreten, sieben Mal hatten sie es anschließend wieder als Sieger verlassen.

Und auch am Samstag, beim am Ende deutlichen 27:34 gegen den HC Empor Rostock, hatte es bis in die zweite Halbzeit hinein danach ausgesehen, dass der Heimnimbus der Hüttenberger halten würde. Ehe zwölf Minuten, in denen die Gastgeber elf Gegentreffer kassierten, aber selbst nur deren zwei erzielten, die Partie zum Kippen brachte.

Es war zugleich das erste Mal in der laufenden Saison, dass die Hüttenberger nach dem 19:33 beim TV Emsdetten in der Vorwoche zwei Niederlagen in Folge einstecken mussten. Keine leichte Ausgangslage also für die letzten beiden Begegnungen in diesem Kalenderjahr - und dies insbesondere dann nicht, wenn der TuSEM Essen im Handkäsedorf gastiert. »Essen hat im vergangenen Jahr einen fantastischen Handball in der ersten Liga gespielt, auch wenn sie am Ende abgestiegen sind. Aus meiner Sicht sind sie einer der Topfavoriten auf den Aufstieg und das ist auch ihre eigene Zielstellung«, sagt TVH-Trainer Johannes Wohlrab mit Respekt.

Der Gast aus dem Kohlenpott kommt mit der breiten Brust aus zuletzt vier ungeschlagenen Spielen, darunter der jüngste 32:26-Heimsieg gegen den TV Großwallstadt am Samstagabend. »Das war eine wirklich starke Vorstellung von uns, das Ergebnis hätte sicherlich noch ein bisschen deutlicher ausfallen können. Natürlich gab es auch Dinge, die mir nicht gefallen haben, aber wirklichen Grund zum Meckern habe ich nicht, wir sind derzeit gut drauf«, blickt Essens Trainer Jamal Naji auf den neunten TuSEM-Sieg zurück, der dafür gesorgt hat, dass der Club von der Margarethenhöhe dem Tabellenfünften aus Hüttenberg bis auf einen Zähler auf die Pelle gerückt ist. Ein Grund für den derzeitigen Essener Erfolg ist die Ausgeglichenheit im Team, mit der sich die Verantwortung in den entscheidenden Situationen auf diverse Schulter verteilt:

So tummeln sich mit Eloy Morante Maldonado (61 Tore), Lukas Becher (57), Noah Beyer (52) und Justin Müller (47 Tore) gleich vier Akteure im Kader des dreimaligen Deutschen Meisters, die in kritischen Momenten vorangehen. Um gegen den Absteiger nach zuletzt zwei Niederlagen zum Jahresende hin noch einmal eine Trendwende herbeizuführen, beruft sich Wohlrab auf jene gern zitierten Hüttenberger Tugenden, die Auswärtsspiele beim »Original aus Mittelhessen« für die Kontrahenten bislang so unangenehm gemacht hat: »Wir brauchen ein Maximum an Einstellung und Bereitschaft. Es geht nur, wenn Du im Kollektiv eine Topleistung über 60 Minuten bringst und noch einmal über die eigene Grenze hinausgehst. Alle sind platt, aber es hilft nichts. Wir haben noch zwei Spiele gegen Essen und in Hamm, da müssen wir alle noch einmal an einem Strang ziehen.«

Bei diesem Vorhaben nicht mithelfen können wird dem 35-Jährigen und den Seinen erneut Tobias Hahn, der aufgrund einer hartnäckigen Blessur am Fuß in diesem Jahr wohl nicht mehr einsatzfähig sein wird.

Selbiges gilt für Joel Ribeiro (Aufbautraining) und Keeper Simon Böhne (Kahnbeinbruch). Demgegenüber hofft Wohlrab, zumindest wieder mit den zuletzt kurzfristig ausgefallenen Philipp Schwarz (Quarantäne) und Moritz Zörb (Kapselverletzung im Zeh) planen zu können, was allerdings noch unklar ist.

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