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Alzenauer Energieleistung

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Waldgirmes (flh). Und wieder war es nichts mit dem zweiten Sieg in Folge. In der Fußball-Hessenliga verlor der SC Waldgirmes am Samstag nach einer ganz schwachen Vorstellung trotz langer Überzahl zuhause gegen den FC Bayern Alzenau hochverdient mit 0:3 (0:1).

SC Waldgirmes - Bayer Alzenau 0:3

Bei den Analysen der beiden Trainer kam der Spielminute 19 eine entscheidende Bedeutung zu. Bis zu der hatten die Gäste auf dem Waldgirmeser Kunstrasen nicht nur mehr Ballbesitz, sondern auch durch ihr aggressives und frühes Anlaufen die Gastgeber nicht ins Spiel finden lassen. Marcus Alexander, Dreh- und Angelpunkt des Alzenauers Spiels und mit ebenso feinem Auge wie Ballgefühl ausgestattet, hatte sogar mit einem Fernschuss an die Latte (5.) am Führungstreffer geschnuppert.

Dann kam ein langer Ball in den Lauf von Robin Fürbeth, der eskortiert von drei Gegenspielern auf Schlussmann Daniel Endres zulief und von Ramon Fernandez Tascon kurz vor der Strafraumgrenze unfair gebremst wurde. Schiedsrichter Joschka Pfeifer (Rimbach) sah den Foulenden als letzten Mann und stellte ihn mit der roten Karte vom Platz (19.). FC-Trainer Angelo Barletta schimpfte wegen des aus seiner Sicht ungerechtfertigten Platzverweises zunächst wie ein Rohrspatz und richtete dann seine Elf neu aus. Fortan agierten die Gäste ohne echten Stürmer und mit einer Fünfer- und kurz davor mit einer Viererkette, dazu mit viel Leidenschaft und einer vorbildlichen Einstellung, die ihre nummerische Unterzahl mehr als wettmachten. Die Taktik erinnerte zwar stark an den berühmten italienischen Catenaccio, sie stellte aber zudem die Hausherren vor nahezu unlösbare Probleme. Zwar hatten die nun viel mehr Ballbesitz und noch vor der Pause durch Natnael Tega auch ihre einzige hochkarätige Torchance (44.).

Sie waren auch wie immer bemüht, allerdings ebenfalls ungewohnt uninspiriert sowie emotions- und ideenlos. »Das war erschreckend blutleer und unsere bisher schlechteste Saisonleistung. Wir hätten heute noch Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen«, sprach der nach seiner Corona-Erkrankung noch nicht wieder einsatzfähige Kian Golafra Klartext. Was er meinte, waren unter anderem die vielen stupide hoch in den gegnerischen Strafraum geschlagenen Flanken, die von deren hochaufgeschossenen Verteidigern um den eingewechselten Marcel Wilke als Turm in der Schlacht meist problemlos geklärt werden konnten. Es waren auch die immer wieder eingestreuten Fehlpässe und technischen Fehler, die die Hausherren nicht nur Kraft, sondern auch Zeit kosteten.

Und es waren schließlich die fehlenden Prozentpunkte an Einstellung und Leistung, die den Alzenauer Sieg mit ermöglichten. »Wenn beim Gegner jeder der zehn Spieler 100 Prozent abruft und bei uns alle elf jeweils nur 90, dann reicht es einfach nicht. Dazu hat uns der Platzverweis sicher nicht in die Karten gespielt«, fasste der enttäuschte SC-Trainer Mario Schappert die Niederlage zusammen. Für die sorgten letztlich Marcus Alexander (45.+1) und Dusan Crnomut (80.) jeweils mit sehenswerten Distanzschüssen in den Winkel (Schappert: »absolute Traumtore«) und Malik Makey, der in der Nachspielzeit einen Konter per Kopf veredelte (90.+4). Crnomut (60., weiterer Lattentreffer),

Alexander (68.) und Paul Seikel (84., jeweils starke Paraden von SC-Keeper Maik Buss) hätten die Niederlage sogar noch höher ausfallen lassen können. »Das war heute ein absoluter Meilenstein. Wir haben als Team überragend gearbeitet. Im Nachhinein war die rote Karte fast gut für uns«, freute sich Barletta über Leistung und Sieg seiner Elf.

SC Waldgirmes: Buss - Cost (46. Safiew), Erler, Schmidt, Fürstenau (51. Götz) - Schneider - Fürbeth, Bartheld, Wiessner - Hartmann (60. Ünal), Tega (60. Erben).

Bay. Alzenau: Endres - Aul (90.+1 Aul), Milosevic, Topic, Pancar - Makey, Fernandez Tascon - Crnomut (90.+2 Bhatti), Alexander (78. Matic), Stanojevic (38. Wilke) - Seikel (90. Rivera).

Schiedsrichter: Pfeifer (Rimbach). - Zuschauer: 220. - Tore : 0:1 Alexander (45.+1), 0:2 Crnomut (80.), 0:3 Makey (90.+4). - Rote Karte: Fernandez Tascon (19., Alzenau) wegen einer Notbremse.

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