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Am Ende hält Lapcic den Dreier fest

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Von: Thomas Suer

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Matchwinner mit Doppelpack: FCG-Neuzugang Michael Gorbunow. Foto: fro © fro

Friedberg/Gießen . Schiedsrichter Stübing hatte die Partie gerade abgepfiffen, da begruben Matheus Beal und Aryan Assar ihren Mitspieler Aleksa Lapcic jubelnd unter sich. Grund genug hatten sie dazu, denn der Torhüter des FC Gießen war mit dem in der Schlussphase stark parierten Strafstoß von Noah Michel zum Garanten für den 2:1-Erfolg bei Türk Gücü Friedberg geworden.

Türk Gücü Friedberg - FC Gießen 1:2

Zum zweiten Matchwinner in der Wetterau avancierte Michael Gorbunow. Der Angreifer, der erst vor eineinhalb Wochen verpflichtet worden war und für den verletzten Leonid Akulinin (Diagnose noch offen) erstmals in die Startelf rückte, erzielte gleich beide Treffer. Lapcic und Gorbunow übernahmen also die Hauptrollen - und um im Bild zu bleiben: Es war lange Zeit kein spektakulärer Spielfilm, den die 360 Zuschauer geboten bekamen. Der FCG stellte das bessere Team, erwies sich als bissiger und präsenter und mit der besseren Spielanlage ausgestattet, machte aber nach dem Blitztor zum 1:0 den Sack nicht zu. Paradox: Nachdem endlich das 2:0 gefallen war (75.) und die Gäste in Überzahl agierten, wechselte das Genre und das Duell des Tabellendritten gegen den Rangvierten wurde zu einem echten Krimi. »Wir haben es unnötig spannend gemacht«, monierte Trainer Daniyel Cimen, der gleichwohl völlig zurecht von einem verdienten Sieg sprach und ergänzte: »Der Rasen sieht zwar super aus, ist jedoch äußerst uneben. Das hat die Mannschaft super angenommen. Defensiv haben wir einen riesen Job geleistet. Nach der ersten Hälfte müssen wir mit 3:0 oder 3:1 vorne liegen. Nach dem 2:0 haben wir es bei dem Standard nicht gut gemacht und zu schnell das 1:2 kassiert.«

Mit dem dritten Dreier und dem achten ungeschlagenen Match am Stück verdrängten die Gießener die Friedberger von Platz drei und haben das Spitzenduo Rot-Weiß Walldorf und Eintracht Stadtallendorf, zu dem die beiden nächsten Auswärtsfahrten führen werden, fest im Blick.

Und es ging gleich traumhaft los für die Rot-Weißen. Der quirlige Connor Filsinger, im ersten Abschnitt an vielen Offensivaktionen beteiligt, legte für Gorbunow auf, der mit einem satten Flachschuss das 1:0 besorgte. Während die Hintermannschaft die Friedberger Offensivabteilung um den früheren Gießener Michel mit Ausnahme einer Szene in der 41. Minute im Griff hatte, erarbeiteten sich Filsinger und Co auch in der Folge weitere Einschussgelegenheiten. Filsingers Flanke landete in der 24. Minute bei Yassine Maingad, dessen Abschluss geblockt wurde. In Minute 37 bediente Beal Kapitän Wessam Abdel-Ghani, der an Keeper Felix Koob scheiterte. Den Nachschuss setzte Filsinger über das Gehäuse.

Im zweiten Abschnitt änderte sich an den Kräfteverhältnissen wenig. Dem FCG fehlten nun zwar zwingende Gelegenheiten wie in Durchgang eins, dennoch war er dem 2:0 näher als Türk Gücü dem 1:1. Eine Viertelstunde vor dem Ende zog Kireski von der Strafraumgrenze ab, die Kugel prallte abgefälscht gleich mehrfach ans Aluminium und aus dem Tor heraus. Gorbunow schaltete am Schnellsten und drückte das Spielgerät über die Linie. Friedbergs Masih Saighani reklamierte den vorausgegangenen Eckstoß und sah dafür Gelb-rot (76.). Die Angelegenheit schien damit erledigt, doch der Schein trog. Die Gäste gerieten in der Hitze des Gefechts mit einigen Unterbrechungen und Verwarnungen, deren 14 waren es insgesamt vom etwas kleinlich entscheidenden Stübing aus Breitenborn, wider Erwarten in die Bredouille. In der 80. Minute schlug Toni Reljic einen Freistoß auf den langen Pfosten, die Kopfballablage von Kodai Hayashi beförderte Daniel Henrich zum Anschluss in die Maschen. Elion Mahmuti und Beal versäumten es drei Zeigerumdrehungen darauf, den alten Abstand wiederherzustellen, ehe in der 87. Minute im Strafraum der Cimen-Truppe Vorjahrestorschützenkönig Michel im Zweikampf mit Fink zu Boden ging (Cimen: »Micha trifft da klar den Ball«). Strafstoß! Michel trat das Leder durchaus platziert ins Eck, allerdings nicht hoch genug, was dem klasse reagierenden Lapcic die Chance eröffnete, seine Farben vor dem Ausgleich zu bewahren. Daniyel Cimen freute sich besonders für den Schlussmann: »Er hat vielleicht beim 2:0 gegen Hadamar ein bisschen unsicher gewirkt, heute hat er uns den Sieg gehalten.«

Der Auftakt in die Englische Woche ist gelungen. Im auf Mittwoch in Rödgen gegen TuS Dietkirchen (19.30 Uhr) angesetzten Nachholspiel und am nächsten Samstag gegen den TSV Steinbach II könnte der FCG das Topduo Hadamar und Stadtallendorf sprengen.

Türk Gücü Friedberg: Koob - Usic (46. Scheffler), Häuser, Saighani, Eren - Jost (46. Mahmudov), Henrich, Reljic - Imek (69. Hayashi), Michel, Yikilmaz.

FC Gießen: Lapcic - Assar, Kireski, Fink, Abdel-Ghani - Harder (70. Mahmuti), Hagley, Beal - Maingad, Gorbunow, Filsinger (83. Pekesen).

Tore: 0:1 Gorbunow (2.), 0:2 Gorbunow (75.), 1:2 Henrich (80.). - Schiedsrichter: Stübing (Breitenborn). - Gelb-rote Karte: Saighani (76./Friedberg). - Besonderes Vorkommnis: Aleksa Lapcic hält Foulelfmeter von Noah Michel (87.). - Zuschauer: 360.

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