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Am Ende wird es richtig bitter

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Da kann Gästespieler Phillip Opitz nur noch hinterher schauen: Der Pohlheimer Torben Weinandt ist frei durch und zieht ab. Am Ende aber muss sich die gastgebende HSG Pohlheim im Derby der 3. Liga den Gästen aus Dutenhofen/Münchholzhausen knapp mit 25:26 geschlagen geben. Foto: Bär © Bär

Holzheim . Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen hat am Freitagabend auch das zweite Mittelhessen-Derby in der Dritten Männerhandball-Liga für sich entschieden und zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der Südwest-Staffel eingefahren.

Hatte das Team von Trainer Axel Spandau bis zu einer 23:18-Führung nach 45 Minuten alles im Griff, so kämpfte sich Gastgeber HSG Pohlheim bis auf einen Treffer heran und traf in den Schlusssekunden sogar zum vermeintlichen Ausgleich, dem die Anerkennung aber verweigert wurde. Folglich feierten die Grün-Weißen vor fast 600 Zuschauern in der Holzheimer Sporthalle einen hauchdünnen 26:25 (14:10)-Erfolg.

HSG Pohlheim - HSG Dutenhofen/Münchh. 25:26

»Wir haben 40 Minuten lang richtig stark gespielt, dann aber das Tempo und damit den Faden verloren. Zudem haben wir gegen Ende bei zwei freien Chancen die Entscheidung verpasst, sodass ein Remis durchaus auch gerecht gewesen wäre«, so Dutenhofens Coach Axel Spandau, der die Gastgeber zudem lobte: »Es wäre schade, wenn Pohlheim absteigt, denn solche Derbys machen einfach den Reiz aus.«

Das erste Tor des Duells gelang Leon Bremond, in der ersten Spielphase waren aber noch keine Unterschiede zu erkennen. Doch das Tor zum 3:3 (8.) durch Johannes Träger sollte bereits der letzte Ausgleich der Gastgeber gewesen sein, im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war Dutenhofen/Münchholzhausen klar Chef im Ring.

Nach zehn Minuten hatte der schnelle Linkshänder Tim Rüdiger einmal mehr nach zügigem Umschaltspiel getroffen und zum 6:3 eingeworfen. Nachdem Lukas Gümbel nach gut einer Viertelstunde zum 9:5 verwandelt hatte, versuchte Pohlheims Trainer Lex in einer Auszeit auf sein Team einzuwirken. Erfolglos, wie sich zeigen sollte, denn die Grün-Weißen legten nach dem 6:9 durch Lukas Drommershausen drei weitere Treffer nach und lagen nach einem Tor von Phillip Opitz mit 12:6 (20.) in Führung, zumal die Gastgeber auch zu schwach abschlossen.

Die nächsten Minuten waren dann von Derby-Atmosphäre geprägt, denn bis der nächste Ball nach 24 Minuten im Tor landete, verteilten die Schiedsrichter drei Zeitstrafen. Gleich fünf hagelte es in der ersten Hälfte für Pohlheim. Bis zum 13:7 (25.) hatte die Spandau-Sieben die Partie absolut im Griff, ehe die Gastgeber beim 10:14 (28., Leon Friedl) ein wenig Lunte rochen.

Doch auch nach dem Pausen-11:15 kam Pohlheim nicht richtig heran, stattdessen war es immer wieder der bärenstarke Rüdiger, der per Gegenstoß einnetzte und beim 19:14 (37.) bereits zum zehnten Mal (!) getroffen hatte.

Nach Torben Weinandts 18:21 (44.) schien Spannung aufzukommen, doch Malvin Werth und Tim Lauer erhöhten prompt auf 23:18 (46.). Und nachdem Mo Lambrecht seine dritte Zeitstrafe aufgebrummt bekommen hatte (47.), schien die Entscheidung gefallen zu sein. Doch mit großer Moral kam der Aufsteiger zurück, verkürzte nach einem Tore-Dreierpack auf 21:23 (50.) und war beim 25:26 (57.) durch Florian Niclas erstmals wieder auf einen Treffer heran.

Nachdem schließlich Leon Bremond kurz vor dem Ende mit einem Siebenmeter an Jannik Schlegel gescheitert war, bot sich Pohlheim in den Schlusssekunden noch die Chance auf den Punktgewinn. Nach einer Auszeit entschieden sich die Gastgeber unter Zeitspiel-Not für einen Kempatrick, der - abgeschlossen von Stefan Lex - auch tatsächlich im Netz landete. Doch die Unparteiischen, die sich schon zuvor bei mehreren Entscheidungen den Unmut der Hausherren zugezogen hatten, entschieden, dass die Gastgeber einen Pass zu viel gespielt hätten. Was dem Videostudium unmittelbar nach Abpfiff aber nicht standhielt. »Wir haben es uns direkt angeschaut, es war erst der vierte Pass. Das ist natürlich absolut bitter, denn aufgrund unserer tollen Moral und des großen Kampfgeistes hätten wir uns ein Unentschieden sicher verdient«, resümierte ein enttäuschter Pohlheimer Trainer Andreas Lex.

Pohlheim: Schlegel, Wüst - Wagner (2), Johannes Träger (3), Christoph Träger, Lambrecht, Torben Weinandt (5), Lukas Happel (1), Nick Weinandt, Neul (3), Drommershausen (2), Niclas (1), Lex (3), Schier, Nikolas Happel, Friedl (5/5).

Dutenhofen/M.: Böhne, Rinn - Spandau, Müller, Okpara, Steinmüller, Werth (1), Rüdiger (10), Lauer (1), Datz, Rinn, Bremond (5/3), Belter (1), Lindenstruth, Opitz (3), Hoepfner (1), Gümbel (4).

Schiedsrichter: Haas/Wilken (Dietmannsried/Kempten) - Zuschauer: 580 - Zeitstrafen: sieben (Lambrecht, 3, Rote Karte, 47., Niclas 2, Lukas Happel, Lex) - 3 (Lauer 2, Okpara) - Siebenmeter: 6/5 - 4/3

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