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Am Ried ist das Träumen erlaubt

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Klassenerhalt - und dann? Was in der kommenden Regionalliga-Saison für die TSG Wieseck möglich sein wird, wollen diese Damen herausfinden (h.v.l.): Dana Gohlke, Frieda Schlebusch, Abigail Andrews, Katharina Quapil, Pauline Schneider; (v.v.l.): Carmen Greinke, Emily Johanns, Miriam Färber, Hannah Bubel, Lina Mandler. Es fehlen: Ivana Gaydorova, Amelie Brach, Sarah Kunde und Julia Ishaque. Foto: TSG Wieseck © TSG Wieseck

Gießen (grm). In der abgelaufenen Spielzeit der Basketball-Regionalliga Südwest war die TSG Wieseck das Überraschungsteam der Liga, überzeugte mit einer schnellen und teils unkonventionellen Spielweise und belegte am Ende einen sensationellen dritten Platz. Auch in der neuen Saison, die für die TSG-Damen mit einem Auswärtsspiel beim MJC Trier (Sonntag, 15.

30 Uhr) beginnt, will die Mannschaft von Coach Florian Quapil wieder im oberen Tabellenbereich mitspielen.

Kommen und Gehen: 13 Spielerinnen gehören zum Kader. Emely Moos hat verletzungsbedingt aufgehört, außerdem haben Rebecca Maitra und Merle Bitter den Verein verlassen. Dass Bitter, die in der vergangenen Saison eine der konstantesten Wiesecker Scorerinnen war, eine Lücke hinterlassen wird, weiß auch Quapil, der jedoch Ersatz parat hat: Mit Emily Johanns holte die TSG eine gefährliche Distanzschützin aus Bad Homburg. Außerdem kommen Frieda Schlebusch und Julia Ishaque vom BC Marburg. Neu an Bord ist auch Ivana Gaydorova: »Sie ist für das Studium hierher gekommen, hatte uns geschrieben und beim Probetraining hat es gepasst. Sie ist sehr lernwillig und kann eine gute Rollenspielerin werden«, sagt Quapil über die Bulgarin. Außerdem stehen noch bis zu drei weitere Neuzugänge im Raum, deren Verpflichtungen jedoch noch nicht sicher sind.

Trainer: Florian Quapil steht vor seiner dritten Saison als Cheftrainer der Wiesecker Basketballerinnen. »Ich habe individuell sehr viel mit den Mädchen gearbeitet und mich dort natürlich drauf vorbereitet im Frühjahr und Sommer.« Auch weiterhin unterstützt ihn sein Vater Thomas als Co-Trainer und widmet sich aktuell vor allem der Fitness des Teams.

Stärken und Schwächen: Wie in der Vorsaison setzt Quapil auf eine schnelle Spielweise, wobei er aufgrund der Neuzugänge hofft, dass diese geordneter abläuft. Der Wiesecker Kader ist breiter besetzt als im vergangenen Jahr, sodass Quapil davon ausgeht, diesen seltener durch Spielerinnen aus der Wiesecker »Zweiten« auffüllen zu müssen. Zwar hat die TSG mit Bitter eine große Stütze verloren, aber verfügt mit Katharina Quapil, Abigail Andrews und Dana Gohlke über einen starken Kern, der durch die Neuzugänge noch ergänzt wird. Sollten Spielerinnen wie Pauline Schneider und Hannah Bubel noch konstanter in ihren Leistungen werden, ruht die Last beim Scoring nicht mehr nur auf zwei oder drei Schultern. Als möglichen Schwachpunkt sieht der Wiesecker Trainer hingegen Spiele gegen Teams mit starken Inside-Spielerinnen. Auch die Dreierquote war in der vergangenen Saison keine Stärke der TSG, die jedoch mit Johanns in diesem Bereich nachgebessert hat.

Modus: Gespielt wird in einer Hin- und Rückrunde. Der Meister der Regionalliga steigt in die 2. Bundesliga Süd auf, die beiden letztplatzierten Teams steigen ab. Abhängig von den Absteigern aus der 2. DBBL Süd kann es allerdings auch in der Regionalliga weitere Absteiger geben.

Ziel: Trotz der starken Vorsaison möchte Quapil zunächst den Klassenerhalt erreichen. Danach peilen er und auch sein Team erneut eine Platzierung in den Top Vier an, die laut Quapil »bei einer guten Saison möglich ist«.

Halle: Die TSG kann sämtliche Heimspiele in der Sporthalle am Ried austragen. Sorgen bereitet dem Wiesecker Trainer weiterhin der Zustand des Hallenbodens. »Es ist besser geworden, aber immer noch weit weg von gut.« Bedingt durch die angespannte Hallensituation in Gießen ist es möglich, dass die TSG für Trainingseinheiten in die Sporthalle der Friedrich-Ebert-Schule ausweichen muss.

Prognose: Quapils Topfavorit sind die Dillingen Diamonds. »Die wollen direkt wieder hoch und haben drei ausländische Spielerinnen im Team. Es würde mich schon überraschen, wenn Dillingen nicht Meister wird«, so der Übungsleiter. Als weitere Kandidaten für die ersten Sechs sieht er Bad Homburg, Hofheim, Weiterstadt und Trier - sowie seine eigene Mannschaft. Wie in der vergangenen Saison geht er jedoch davon aus, dass sein Team erst im Laufe der Saison ihr volles Potential ausschöpfen wird. Den Aufsteiger und Regionalkonkurrenten aus Grünberg sieht Quapil eher im unteren Bereich der Tabelle, betont jedoch gleichzeitig, dass der Grünberger Kader durch mögliche Verstärkungen von oben schwer einzuschätzen ist.

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