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An wildem Nachmittag Auswärtspunkt veredelt

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Passt mir ja gut auf: Trainer Mario Schappert mit Oli Schmidt, verlängerter Arm des Trainers auf dem Feld. Foto: Bär © Bär

Waldgirmes . Den jüngsten Auswärtspunkt veredelt hat Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes durch einen 3:1 (2:1)-Heimsieg gegen den FC Eddersheim.

Das Warmmachen vor dem Spiel und die anschließenden 94 Spielminuten bezeichnete SC-Trainer Mario Schappert als einen »wilden Nachmittag«. Zu Recht, denn wenige Minuten vor dem Anstoß musste sein Akteur Luis Böttcher mit Verdacht auf eine Knieverletzung passen. Nach einer halben Stunde schied Maximilian Wiessner mit Sprunggelenksproblemen aus. Und ausgerechnet die Defensive, das eigentliche Prunkstück der Gäste, ebnete den Lahnauern den Weg zum Sieg. »Es war wie immer, wenn wir gegen Waldgirmes spielen. Gibst Du denen das 1:0, dann wird es sehr schwer«, fühlte sich Eddersheims Trainer Christian Lüllig in einem regelrechten »Deja vu« gefangen. »Wir haben den Einstieg ins Spiel total verpasst und dann dreimal naiv verteidigt«, ärgerte sich der 43-jährige.

SC Waldgirmes - FC Eddersheim 3:1

Wie in Minute vier, als sein Torhüter Daniel Zeaiter einen harmlosen Schuss Wiessners vor die Füße von Felix Erben klatschte, der locker zum 1:0 abstaubte. Wie in Minute 23, als ein weiter Freistoß von SC Torhüter Maik Buss von Claudius Fürstenau per Kopf auf den Torschützen »Maxi« Wiessner verlängert wurde. Und wie in Minute 86, als Schapperts »Joker« Natnael Tega ungestört zum 3:1 ins lange Eck verwandelte. Nach dem Anpfiff bestimmte Waldgirmes bis zum 2:1 die Partie. Aus einer guten Grundordnung heraus präsentierten sich die Hausherren enorm aufmerksam. Die Lahnauer gewannen fast alle Zweikämpfe samt der sogenannten »zweiten Bälle« und waren in jeder Beziehung hellwach. Die ohne den beruflich verhinderten Ex-Waldgirmeser Dennis Lang angetretenen Gäste wurden erst mit dem 1:2-Anschlusstreffer durch den völlig blank stehenden Hendrik Dechert wach. Plötzlich schoben sie im Verbund raus aus der Deckung und waren im Spiel, das den Gastgebern nun zunehmend entglitt. Der SC präsentierte sich - von ganz wenigen Phasen abgesehen - viel zu passiv, arbeitete aber dafür in seiner Deckung fast fehlerfrei. Eddersheim, das zuvor in über sechs Stunden Nettospielzeit keinen Gegentreffer kassiert hatte, bekam gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Mit jenem Ballbesitz fingen die Gäste von der Main-Staustufe außer einer Gelegenheit für Luftrim Kodraliu, die SC-Torhüter Maik Buss prächtig entschärfte (73.), rein gar nichts an. Sie schoben das Spielgerät horizontal und gelegentlich auch vertikal hin und her, ohne aber auch nur einen Ansatz eines Ertrages zu generieren. Zweifellos arbeitete Waldgirmes gut nach hinten, aber ohne den verletzt ausgeschiedenen Wiessner fehlte bei den Konterversuchen jegliche Geschwindigkeit nach vorne. »Das war ein klares Handicap für uns, aber wir haben es trotzdem gut gemacht«, fand Mario Schappert, der genau wusste, dass die Partie erst mit Tegas spätem 3:1 endgültig entschieden war.

Ob die Ergebniskrise des SC Waldgirmes nun behoben ist, lässt sich mit dem Sieg über Eddersheim noch nicht wirklich seriös beurteilen. Dafür fiel dem mit vielen technisch guten Fußballern ausgestatteten Gast schlicht zu wenig ein. Und dafür tat der SC Waldgirmes nach seiner 2:0-Führung nach vorne nicht genug. »Unter dem Strich bleiben drei wichtige und verdiente Punkte für uns«, resümierte Schappert. Drei Meter entfernt von ihm stand sein Kollege Christian Lüllig, der sich noch immer im persönlichen »SC Waldgirmes-Deja-Vu« gefangen sah.

Waldgirmes: Buss - Safiew, Schmidt, Erler, Cost - Schneider, Fürstenau - Wiessner (28. Ünal, 68. Hartmann), Bartheld (61. Golafra), Fürbeth (81. Cinemre) - Erben (70. Tega)

Eddersheim: Zeaiter - Hille, Redl (28. Speck), Finger, Schmitt - Scholl (66. Niklas Rottenau), Kummer (57. Demirbas), Lüders - Pandza, Kohlbacher (70. Kodarliu), Dechert

Tore: 1:0 Erben (4.), 2:0 Wiessner (23.), 2:1 Dechert (27.), 3:1 Tega (86.). - Schiedsrichter: Schleicher (Badenhausen) - Zuschauer: 270

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