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Auf Cimen-Elf wartet ein beeindruckter Gegner

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Frederic Löhe, hier gegen Can Karatas aus Großaspach auf dem Posten, fehlt heute gegen den Topclub Elversberg. © Ben

Mit dem SV Elversberg erwartet Südwest-Regionalligist FC Gießen die Mannschaft der Stunde. Ausgerechnet jetzt fällt FCG-Stammkeeper Frederic Löhe aus.

Gießen (tsu). Krumm und schief: So sieht das Tabellenbild der Fußball-Regionalliga Südwest aus. Da hat beispielsweise der FC Gießen erst 28 Partien absolviert, der FK Pirmasens dagegen bereits deren 31. Das ist ein Grund, warum Daniyel Cimen im Abstiegskampf noch nicht so sehr auf das Klassement und die eigene Position im Vergleich zur Konkurrenz schaut, aber nicht der zentrale.

FC Gießen - SV Elversberg (Heute, 14 Uhr)

Dem Gießener Trainer fehlt schlichtweg die Muße, sich damit näher zu befassen. »Dafür ist keine Zeit da«, sagt der 37-Jährige und verweist auf die Spiele, die seit Dienstag (0:0 in Homburg) in den kommenden Englischen Wochen alle drei bis vier Tage anstehen. Die volle Konzentration liegt darauf, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen, um dann »nach dem Ulm-Spiel«, so Cimen, das am 23. April stattfindet, mal auf das Tableau zu schauen.

Den Zähler aus Homburg wertet der Ex-Profi als »Punktgewinn, wenn man die Voraussetzungen mit der Corona-Welle, die uns erwischt hat, und der zweieinhalbwöchigen Zwangspause berücksichtigt.« Heute nun treffen die Gießener dann im heimischen Waldstadion auf den nächsten Gegner aus dem Saarland, der jedoch ein anderes Kaliber darstellt. Bester Angriff, drittbeste Abwehr, ungeschlagen in den letzten acht Begegnungen mit der Ausbeute von 20 aus möglichen 24 Punkten, auswärts jüngst viermal am Stück »zu Null« siegreich: Diese beeindruckenden Werte und Statistiken gehören zur SV Elversberg, die als Zweiter mit Macht an die Tür zur 3. Liga klopfen. »Das wird eine Mammutaufgabe für uns, eine große Herausforderung«, erklärt Cimen deshalb wenig überraschend. Zumal Keeper Frederic Löhe, der in Homburg kurz vor Schluss mit Bravour das Remis rettete, mit Zahnproblemen ausfallen wird. Weil auch Matay Birol mit einem Hörsturz kaum trainieren konnte, wird wohl Vladan Grbovic zwischen die Pfosten rücken, der Löhe bislang bereits sechsmal vertreten und dabei insgesamt einen ordentlichen Eindruck hinterlassen hat. Mit einem Fragezeichen ist derweil die Einsatzfähigkeit von Goalgetter Giuseppe Burgio zu versehen. Mit ihm hatten die Gießener endlich einen Knipser gefunden, um die guten bis sehr guten Vorstellungen zu Beginn des Jahres auch in Form von Toren auf die Anzeigetafel zu bringen. Nach langer Fehlzeit erzielte der 33-Jährige in eineinhalb Spielen gleich drei Treffer, ist allerdings muskulär nach wie vor anfällig.

So verzichtete Cimen auf ihn in Homburg als Vorsichtsmaßnahme aufgrund einer Verhärtung, die seitdem nicht wie erwünscht abgeklungen ist, wobei ein MRT am Donnerstag keine größeren Probleme erkennen ließ. »Wir hätten ihn schon gerne dabei, er ist erfahren genug, uns grünes Licht zu geben, wenn es geht«, meint Cimen zu dieser Personalie. Eine Rolle könnte spielen, dass Gießen am Mittwoch mit dem VfB Stuttgart II bei einem direkten Widersacher im Abstiegskampf antritt. Giuseppe Burgio könnte bei den Schwaben vielleicht eher zu einem entscheidenden Faktor werden. Einen Kaderrückkehrer gibt es mit Kristian Gaudermann zwar auch zu vermelden, er wird aber zunächst auf der Bank Platz nehmen, sodass der FCG auf den Außenverteidiger-Positionen aller Voraussicht nach wie zuletzt mit Ben-Luca Fisher und Tobias Reithmeir auflaufen wird, die eigentlich in der zentralen Defensive zu Hause sind. »Elversberg hat eher kleine, wendige Außenspieler, da möchtest du natürlich gerne die Möglichkeit mit eigenen ähnlichen Typen haben«, sagt Cimen, der Fisher und Reithmeir gleichwohl voll vertraut. Und noch eine Überraschung hat Daniyel Cimen zu bieten: Gani Sevim, der bisher in der Zweiten gespielt hat, rückt in den Kader. Bei RW Koblenz und TSV Steinbach war er allerdings bereits bei 12 Regionalliga-Spielen im Einsatz, zumeist als Ergänzungsspieler. Er kann auf der Sechs oder in der Innenverteidigung eine Alternative sein. Dabei ist aus der U19 zudem Mika Gärtner, ein offensiver Außenbahnspieler. Cimen: »Beide haben sich das durch gute Leistungen auch verdient.«

Cimens Gegenüber Horst Steffen hat indes personell die Qual der Wahl. Beim 3:1 über Aalen am Mittwoch tauchten mit Charles Elie Laprevotte und dem zwölffachen Torschützen Valdrin Mustafa zwei bekannte Namen nicht in der Statformation auf. »Elversberg tut so eine Englische Woche definitiv nicht so weh wie uns«, meint Daniyel Cimen, der mit seiner Mannschaft aus dem Hinspiel Hoffnung schöpfen darf.

Denn auswärts landeten die Rot-Weißen mit einem 1:1-Unentschieden einen echten Coup.

Ob es in der kommenden Runde eine neuerliche Reise des FCG an die Kaiserlinde geben wird, steht wegen der Tabellenkonstellation in den Sternen. Ebenso wird sich wahrscheinlich die Personalzusammenstellung beim FC Gießen für die Saison 2022/23 in die Länge ziehen - ein leidiges Thema. »Stand heute wird die Kaderplanung relativ spät erfolgen«, sagt Cimen in Anbetracht der Unklarheit, in welcher Klasse der Club dann spielen wird und auch aufgrund der Unsicherheit, mit welchen finanziellen Mitteln zu rechnen ist. Verträge bis 2023 haben die Torhüter Matay Birol, Vladan Grbovic, Kristian Gaudermann und Giuseppe Burgio, die aber nur für die Regionalliga Gültigkeit besitzen. Michael Fink hatte als spielender Assistent ein Arbeitspapier bis 2023 unterschrieben, wobei sich das Trainerteam um Daniyel Cimen ligaunabhängig bis zu diesem Zeitpunkt gebunden hat.

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