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Auf dem Weg nach oben

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Dutenhofen (flo). Zeit ist für Ole Klimpke ein rares Gut. Die Tagespläne des jungen Handballers sind straff getaktet: Die Arbeit als Elektroniker für Betriebstechnik, Training sowohl beim Bundesligisten HSG Wetzlar als auch beim Drittligisten HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U 23. An manchen Tagen sind es gar drei Einheiten. »In der Regel versuche ich aber, es bei maximal zwei mal Training pro Tag zu halten«, sagt der 20-Jährige, der heute Abend (20.

15 Uhr, Main-Kinzig-Halle) mit der Mannschaft von Trainer Andreas Klimpke beim Drittliga-Spitzenreiter HSG Hanau zu Gast ist.

Keine Frage, dass die Grün-Weißen bei dieser hohen Hürde auch auf die Dienste ihres Top-Torjägers angewiesen sind. In der Liste der besten Werfer der Staffel hat sich Klimpke bis auf Rang sechs vorgepirscht, 67 Mal, davon sechs Siebenmeter, hat der Youngster bislang getroffen. Und das, obwohl es in dieser Saison längst nicht immer rund lief. »Ich bin nur schwer in die Runde reingekommen«, gesteht Klimpke.

Der deshalb Gespräche mit seinen Trainern - Ben Matschke und dem damaligen U 23-Coach Michael Ferber - suchte. »Ich habe danach versucht, das, was die Trainer von mir sehen wollen, zu zeigen. Das ist mir immer besser gelungen, deshalb habe ich mehr Spielzeit bekommen und konnte zeigen, was ich wirklich kann.« Beim 28:18-Erfolg gegen Bad Neustadt Mitte November ließ es der Bruder von Nationalkeeper Till Klimpke zehn Mal klingeln, in den sechs Begegnungen danach kamen weitere 45 Treffer dazu.

»Ole hatte zu Beginn der Saison wenige Spielanteile, konnte daher auch nur wenig Verantwortung übernehmen«, sagt Andreas Klimpke, der nicht nur Trainer, sondern auch Onkel des sowohl auf halblinks als auch auf der Mitte einsetzbaren Rückraumspielers ist. »Da«, betont der Trainer Klimpke, »sehe ich aber keinen Unterschied zu anderen Spielern. Meine Aufgabe ist es, dass sich Ole bei uns als Leistungsträger für höhere Aufgaben empfehlen kann.« Denn das große Ziel lautet Bundesliga. »Dorthin«, ordnet der Spieler selbst ein, »ist es noch ein sehr weiter Weg.« Insbesondere in der Deckung will sich das Talent verbessern, darf sich im Erstligatraining bereits auf der Halbposition ausprobieren. Auch seine Führungsstärke auf dem Parkett will er weiter ausbauen.

Matschke hält jedenfalls große Stücke auf Klimpke. »Ole hat eine große Bereitschaft und wahnsinnigen Ehrgeiz, sich durchsetzen zu wollen. Er bringt handballerisch alles mit, was notwendig ist, um oben anzukommen«, sagt der Trainer der HSG Wetzlar. »Der nächste Schritt ist nun, dass er mit konsequenter und cleverer Trainingssteuerung neun, zehn Mal pro Woche auf Bundesliganiveau trainieren kann.« Bis 2023 läuft Klimpkes aktueller Kontrakt noch. Wie blickt der Dutenhofener selbst nach vorne? »Ich fühle mich wohl bei der HSG und versuche, mich zu zeigen. Ich bin noch jung, habe durchaus noch etwas Zeit, die aktuelle Saison ist mein erstes richtiges Drittligajahr. Ich würde auch noch eine weitere Runde in der 3. Liga spielen und gucken, wie ich meine Form stabilisieren und mich beweisen kann.«

Zunächst einmal aber will Klimpke seinen Teil dazu beitragen, mit der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen den direkten Klassenerhalt zu schaffen. In Hanau hängen die Trauben freilich hoch, die Grimmstädter haben alle ihren bisherigen sieben Heimpartien gewonnen. »Wir haben schon viel zusammen erreicht. Vielleicht«, sagt Torjäger Klimpke, »ist für uns auch in Hanau etwas drin.« Wohlwissend, dass das Vermeiden der Abstiegsrunde einen Zeitplan ein wenig verschlanken würde.

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