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Auf dem Weg nach oben

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Hoch gesprungen und hochgelobt: Leonid Akulinin (hier gegen Eddersheim) trifft gegen Hanau zweimal. Sein Einsatz ist aber aufgrund von Patellasehnen-Problemen fraglich. Foto: Ben © Ben

Gießen (tsu). Daniyel Cimen ist kein Mensch, der rasch euphorisch wird, dafür kennt er die Unwägbarkeiten des Fußballs aus eigener (Spieler-)Anschauung, aber auch als Trainer, nur allzu gut. Und so läuft die Frage, ob er beim 4:1 gegen den 1. FC Hanau das beste Spiel seiner neuformierten Mannschaft in der bisherigen Saison gesehen habe, ein wenig ins Leere.

»Gegen den Ball war es das beste Spiel, vor allem angesichts der Englischen Woche, denn obwohl das Substanz gekostet hat, waren wir in Sachen Balleroberung und dann auch im Umschaltspiel sehr, sehr gut.«

SV Steinbach - FC Gießen (Sonntag, 15 Uhr)

Das wird jeder Augenzeuge der hochüberlegen geführten Heimpartie des FC Gießen am vergangen Sonntag so unterschreiben. Allerdings relativiert der 37-Jährige vor der Auswärtspartie im osthessischen Steinbach (Sonntag, 15 Uhr) in Bezug auf den bis dahin ungeschlagenen Kontrahenten ein wenig: »Hanau haben zwei wichtige Spieler gefehlt und Cem Kara musste auch verletzungsbedingt früh raus. Das hat uns schon geholfen.« Mag sein, aber tatsächlich dürfte jeder Zuschauer sich überrascht die Augen reiben, wenn er erfährt, dass die Mannschaft des FC Gießen erst auf den letzten Drücker zusammengestellt wurde. Und so ist Daniyel Cimen die Tabellen-Momentaufnahme, die den FC Gießen in der erweiterten Spitzengruppe zeigt, weniger wichtig, als die Tatsache, dass »die Mannschaft immer besser zusammenwächst und sich wirklich gut gefunden hat«. Das sei das primäre Ziel gewesen bisher. Und da sei man schon recht weit. Dass der Anschluss nach vorne hergestellt wurde, nimmt Cimen zwar zur Kenntnis, scheint ihn aber (noch) nicht sonderlich zu interessieren.

Standards verbessern

Zumal dem Übungsleiter auch noch ein paar Dinge nicht gefallen haben. Und da nennt er allen voran die Standards. Den letztlich bedeutungslosen Gegentreffer kassierte der FC Gießen nach einer Ecke, die »man besser verteidigen kann«. Darüber hinaus ist der Ex-Profi auch mit den eigenen Offensiv-Standards nicht zufrieden. »Da laufen wir oft nicht gut ein, lassen eine vernünftige Staffelung vermissen«, sagt Cimen, was nach einem 4:1-Erfolg gegen einen Gegner aus den vorderen Gefilden nach Jammern auf hohem Niveau klingt: »Aber ich muss das schon differenziert betrachten.«

Zumal es in der nächsten Sonntagspartie beim SV Steinbach nicht leichter werden wird. Die Osthessen liefen ein wenig unter dem Radar, weil sie sich in der vergangenen Saison doch sehr zum Klassenerhalt mühen mussten. Aber nicht nur der FSV Fernwald hat beim Saisonauftakt (1:3 zuhause) die Stärke der Elf von Trainer Petr Paliatka zu spüren bekommen. Mit 14 Zählern liegt Gießens Gastgeber auf Rang sieben, das heißt einen Platz hinter den Rot-Weißen, die mit einem Erfolg tatsächlich eine kleine Kluft zwischen Spitzengruppe und Mittelfeld aufmachen könnten. Steinbach habe »eine hohe Qualität und ein sehr, sehr gutes Umschaltspiel.« Sagt Cimen. Fast alle SV-Treffer seien dadurch gefallen. »Die sind schwer auszuschalten und enorm effektiv«, ist er voll des Lobes, das er auch an seinen zuletzt verpflichteten Akteur Leonid Akulinin weiter gibt. Der ukrainische Stürmer hat gegen Hanau nicht nur hervorragend gearbeitet, sondern sich auch mit zwei Toren belohnt. »Das freut mich sehr.«

Allerdings hat Akulinin Probleme an der Patellasehne, fraglich ist, ob er am Sonntag spielen kann. »Im MRT war nichts zu sehen, somit ist es wohl eine Entzündung und er darf schmerzorientiert trainieren und spielen. Er ist auf jeden Fall mit einem Fragezeichen zu versehen«, erläutert Cimen, dem die Stürmer ausgehen: »Ansonsten müssen wir improvisieren,« Denn mit Mert Pekesen und Aykut Öztürk sind zwei Offensivkräfte langfristig verletzt. Torwart Daniel Duschner und Mittelfeldakteur Lian Rodrigues sind wieder im Mannschaftstraining.

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