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Auf nach Hawaii: Größer startet bei Ironman

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Gießen (red). 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,2 km Laufen und mehr als 5500 Starter beim ältesten Langdistanz-Triathlon der Welt auf Hawaii: Und mit Vincent Größer startet auch einer der heimischen Top-Athleten bei der berühmten Ironman-Weltmeisterschaft.

Dabei findet der Wettkampf in diesem Jahr zum ersten Mal an zwei Tagen statt. Teil 1 am Donnerstag, dem 6. Oktober, mit den Profi-Frauen und verschiedenen Altersklassen, darunter auch die M25-29 und Teil 2 am Samstag, dem 8. Oktober, mit den Profi-Männern und allen weiteren Altersklassen. Ein so großes Teilnehmerfeld hat Big Island bislang noch nicht gesehen und die enormen logistischen Themen stellen Veranstalter und Athleten gleichermaßen vor große Herausforderungen.

So stiegen zum Beispiel die Preise für Unterkünfte in Kona zuletzt in astronomische Höhen und für Apartments werden leicht 600 Euro und mehr pro Tag fällig.

Seit 1978 wird der Ironman ausgetragen und er hat viele Geschichten, Duelle und Mythen hervorgebracht. Sowohl beim Radfahren als auch auf der weitgehend schattenlosen Laufstrecke sind die Teilnehmer Temperaturen von zum Teil erheblich über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.

Es werden die Weltmeister über die Langdistanz gesucht und neben den Profis streiten sich auch mehr als 5000 Amateure in den unterschiedlichen Altersklassen um die Krone im Triathlon-Sport. Mit dabei der Gießener Triathlet Vincent Größer, der sich in den vergangenen fünf Wochen den Feinschliff und die Gewöhnung an die klimatischen Bedingungen in der Toskana geholt hat. 2500 Trainingskilometer auf dem Rad, dazu 300 km Lauftraining, zumeist in ermüdetem Zustand nach dem Radfahren, sowie 70 km Schwimmen, so die Bilanz des 25-Jährigen im Trainingslager in Italien. Neun Tage vor dem Wettkampf beginnt die Reise begleitet von Freundin und Familie, denn die zwölf Stunden Zeitunterschied müssen vom Körper zunächst verarbeitet werden.

»Die Vorbereitung seit dem letzten Rennen Anfang August in Frankfurt verlief optimal und ich habe die hohen Temperaturen in Italien dazu genutzt, um mich möglichst spezifisch auf Hawaii vorzubereiten«, lautet das Trainingslager-Fazit Größers. Tatsächlich lassen die Trainingsleistungen des angehenden Mediziners auf eine Top-Form schließen. Einige Trainingsfahrten auf der Zeitfahrmaschine mit Distanzen zwischen 150 und 200 km mit Stundenmitteln jenseits der 38 km/h-Marke bestätigen die gute Verfassung des Athleten vom Gießener Triathlon Team.

Gut 200 Starter in der Altersklasse M25-29, darunter 47 Deutsche, kämpfen um den Titel und trotz sehr starker internationaler Konkurrenz sollte für Größer ein gutes Ergebnis möglich sein. Wenn er sein Leistungspotenzial voll ausschöpfen kann, von technischen Defekten verschont bleibt und die klimatischen Verhältnisse nicht zu hohe Temperaturen und starke Winde verursachen, sollte für den Fernwälder eine Endzeit unter neun Stunden möglich sein. Wenn es ihm gelingt, Schwimmen und Wechsel 1 unter einer Stunde zu beenden, auf dem Rad mit einem Stundenmittel von 38-39 km/h eine Zeit von ca. 4:50 Stunden inkl. Wechsel zum Laufen zu erreichen und den abschließenden Marathon in ca. drei Stunden zu absolvieren, sollte das im Bereich des Möglichen sein. Alle Einzelleistungen sind vom Potenzial locker möglich und wenn Größer dies abrufen könnte, wäre ein Top 10-Resultat ein Traum-Ergebnis. »Eigentlich wünsche ich mir zum Radfahren schwierige Bedingungen, denn so kann ich einen Unterschied machen. Wenn ich zum Abschluss endlich einen Marathon innerhalb meiner Möglichkeiten laufe, wäre ein Platz unter den besten 10 nicht unrealistisch«, war dann auch vom Athleten kurz vor dem Abflug zu seiner 22-stündigen Reise zum »Aloha-State« zu hören.

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