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Aufatmen nach einer turbulenten Saison

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Im Vorwärtsgang: Der Dutenhofener Lukas Gümbel. © Bär

Dutenhofen. Eine turbulente Saison mit Happy End - so lässt sich diese Spielzeit der Drittliga-Handballer der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen zusammenfassen. Mit Andreas Klimpke als Interimstrainer realisierten die Grün-Weißen schließlich den vorzeitigen Klassenerhalt, ohne in die Abstiegsrunde zu müssen. Wir blicken zurück und voraus - mit den wichtigsten Fragen und Antworten rund um dem mittelhessischen Drittligavertreter.

Wie lief die Saison?

Bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen wurde in dieser Saison wahrlich nichts ausgelassen. Den ersten Trainerwechsel gab es bereits weit vor der Saison, als Gennadij Chalepo im Juli zurücktrat. Michael Ferber, eigentlich als Assistent eingeplant, sprang ein - und legte mit der Mannschaft einen furiosen Saisonstart mit 9:1 Punkten hin. Im Oktober grüßten die Grün-Weißen für zwei Spieltage sogar von der Tabellenspitze.

Doch die Euphorie verflog rasch. Rechtsaußen Tristan Kirschner, der sich in den ersten Partien als Eckpfeiler herauskristallisiert hatte, spielte ab Mitte Oktober plötzlich nur noch für den Zweitligisten TV Hüttenberg. Auch Christian Grzelachowski, der für fünf Partien die vakante Stelle als Co-Trainer bekleidete, war wegen Differenzen mit Ferber schnell wieder weg. Derweil sorgte ein schleichender Prozess dafür, dass auch der Chefcoach in die Kritik geriet, die Verantwortlichen waren mit der Weiterentwicklung von Mannschaft und Einzelspielern nicht zufrieden. Die Folge: In der Winterpause musste Ferber gehen.

Für ihn sprang interimsweise Klimpke ein. Dessen Bilanz: Acht Spiele, vier Siege, drei Niederlagen, ein Remis. Einzig gegen den TV Kirchzell (29:30) patzten die Grün-Weißen in diesem Kalenderjahr. »Es ist überragend, wie die Jungs durch das, was alles passiert ist, als Mannschaft durchgegangen sind. Sie haben alles, auch die vielen Verletzungen, weggesteckt. Das zeigt, wie sehr es mannschaftlich stimmt«, lobt Klimpke. Platz fünf mit 23:17 Punkten steht letztlich zu Buche. »Der direkte Klassenerhalt war das ausgegebene Ziel, daher sind wir zufrieden«, sagt Klimpke.

Wie geht es weiter?

Die Saison ist früher denn je zu Ende. Am Ligapokal nimmt die HSG nicht teil, dafür ist die Personaldecke zu dünn. Spielmacher Lukas Gümbel (Mittelhandbruch) fehlt noch eine Weile, Rückraumspieler Phillip Opitz ist zum einen verletzt und zum anderen ab der Genesung wieder zurück beim TV Hüttenberg. Die Ausleihe ist (erstmal) beendet. Ole Klimpke fällt mit einer Sprunggelenksverletzung ebenfalls aus, soll aber zudem im Schwerpunkt mit dem Erstligateam trainieren und eventuell auch Bundesligaluft schnuppern. Erik Irle (Achillessehnen-Operation) und Paul Geffert (Kreuzbandriss) sind im Aufbautraining. »Wir haben das Training etwas runtergefahren, trainieren drei Mal die Woche«, erzählt Klimpke. Wie über die nächste Woche hinaus verfahren wird, darüber ist er im Austausch mit dem künftigen Trainer Axel Spandau. Je nach Personalsituation bestreitet die HSG womöglich nochmal Testspiele gegen Teams, die sich auf die Abstiegs- oder Aufstiegsrunde einstimmen wollen. »Anfragen haben wir mehr als genug«, so Klimpke.

Wie laufen die Personalplanungen?

Das Gros der Mannschaft bleibt wohl zusammen. Der Abgang von Torwart Marcel Kokoszka ist fix, bei Opitz hängt eine etwaige weitere Ausleihe von der Planung des TVH ab. Klar ist ebenso, dass Rückraum-Linkshänder Florentin Datz aus der A-Jugend zum Drittligateam stoßen wird. Auch Ole Klimpke soll sich ein weiteres Jahr bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen beweisen und mit dem Reifeprozess zum absoluten Führungsspieler für höhere Aufgaben empfehlen.

Ob Irle nach seiner langen Verletzungspause möglicherweise andernorts Spielpraxis sammeln soll, ist offen. Auf der Wunschliste stehen Verstärkungen für beide Halbpositionen im Rückraum und fürs Tor. Wer wird Co-Trainer des neuen Chefcoachs Spandau? »Das müssen wir mal sehen, vielleicht machen wir es auch mit einem spielenden Co-Trainer«, sagt Klimpke.

Wie ist die strategische Ausrichtung?

Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen will sich weiterhin als Ausbildungsteam positionieren. Dazu passt, dass der Austausch mit der HSG Wetzlar unter dem neuen Trainer Benjamin Matschke wiederbelebt wurde. »Ben ist sehr interessiert an der Drittliga-Mannschaft. Er macht sich Gedanken, welche Spieler für ihn für die Zukunft interessant sind, die bei uns möglicherweise zwecks Spielpraxis geparkt werden könnten«, erzählt Klimpke. Der Sportliche Leiter betont: »Wir sind weiterhin ein Verein. Und wir sind immer daran interessiert, die Zusammenarbeit mit der HSG Wetzlar wieder weiter zu intensivieren.«

Ebenso besteht nach wie vor ein Austausch mit dem benachbarten Zweitligisten aus Hüttenberg. »Auch da gilt es zu gucken, welche Spieler der TVH holt, die den Sprung in die 2. Liga nicht direkt schaffen und denen wir vielleicht Spielpraxis geben können.«

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