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Aufgaben klar benannt

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Frankfurt . Nach dem Fehlstart zum Rückrunden-Start braucht die Frankfurter Eintracht am Samstag einen Neustart. Alles andere als ein Sieg beim stark abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart würde die Frankfurter im Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle zementieren.

Der eigene Anspruch aber ist längst höher. Nach dem tollen Zwischenspurt zum Ende des letzten Jahres wurde mehr oder weniger offen wieder von Europa geträumt. Zumindest um die Plätze, die zur Teilnahme am internationalen Fußball berechtigen, wollen die Frankfurter mitspielen. Dafür brauchen sie drei Punkte beim Vorletzten aus Stuttgart. Dumm nur, dass die Eintracht gerade gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel schlecht aussieht. Während die Stuttgarter bei einem Trainingslager im spanischen Marbella Sonne und gute Laune getankt haben, sind die Frankfurter wie fast alle anderen Klubs auch zu Hause geblieben. Trainer Oliver Glasner hat die kurze Länderspielpause zu intensiven Trainingseinheiten, einem Testspiel (1:0 in Mainz) und einem Kurzurlaub übers letzte Wochenende genutzt.

Die Aufgaben für die Übungseinheiten hat Glasner klar benannt. »Aggressiver und kompakter verteidigen, schnörkellos nach vorne spielen und eine gewisse Effizienz an den Tag legen«, hat er gesagt, »das sind die Themen, die wir angehen.«

Ob er die kurze Unterbrechung der Liga zu größeren Umstellungen in Form einer Systemänderung nutzen wird, ist nicht bekannt. Nicht nur wegen Corona haben sich die Frankfurter in ihre Blase zurückgezogen, die keine Blicke von außen gestattet. Veränderungen bieten sich deshalb an, weil mit Daichi Kamada ein wichtiger Baustein der sowieso schon dünn besetzten und im winterlichen Transferfenster nicht wirklich verstärkten Offensive wegen einer Verletzung fehlen wird. Mit Neuzugang Ansgar Knauff und Rückkehrer Christopher Lenz hat der Eintracht-Trainer immerhin zwei weitere Alternativen auf den Außenpositionen. Durchaus möglich also, dass Filip Kostic ein wenig nach innen rückt und gemeinsam mit Jesper Lindström hinter Rafael Borré das Offensiv-Dreieck bilden wird.

Spannend auch, wie frustriert Borré von der jüngsten Länderspielreise zurückgekehrt ist. Sportlich nämlich ist auf seinem Trip nach Südamerika so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Borré hat wenig gespielt, hat mit Kolumbien zweimal 0:1 verloren, zu Hause gegen Peru, auswärts in Argentinien. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ist für die Kolumbianer und damit für Borré in weite Ferne gerückt. Aktuell beträgt der Rückstand in der Südamerika-Qualifikation zwei Spieltage vor Schluss vier Punkte auf Peru und fünf auf Uruguay. Das Problem der Kolumbianer: In 16 Spielen haben sie nur 16 Tore erzielt. Da konnte auch der »Frankfurter« Borré nicht helfen. Gegen Peru hat er 66 Minuten gespielt, gegen Argentinien gar nicht.

Neben Kamada müssen die Frankfurter in Stuttgart auch auf Aymen Barkok verzichten, der nach der Teilnahme mit Marokko an der Afrika-Meisterschaft noch ein paar Tage Urlaub machen darf. Zudem wird der Eintracht in den nächsten Wochen auch Diant Ramaj fehlen. Der Torwart hat sich eine Knieverletzung zugezogen. Jens Grahl, der gerade beim Testspiel in Mainz so gut gehalten hat, rückt nur hinter Kevin Trapp als »Nr. 2« in den Kader. Die drei U 19-Torhüter Matteo Bignetti (17), Marcel Bonk (17) und Jannik Horz (18) kämpfen um den dritten Platz, der nicht nur die Trainingsbeteiligung bei den Profis bedeutet, sondern auch die Meldung für die Europa-League.

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