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Aufregung um Absetzung

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Gießen (mcs). Für reichlich Aufregung sorgte die Absetzung der Gruppenliga-Partie zwischen der SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen und dem VfL Biedenkopf. So war ein Schnelltest eines VfL-Spielers am Samstagabend positiv ausgefallen, woraufhin Biedenkopf bei KOA bezüglich einer Spielverlegung anfragen wollte, die Lumdataler den Tabellenzweiten aber zunächst an den Klassenleiter Jörg Wolf verwiesen.

Bei seiner Entscheidung, einer Spielverlegung nicht zuzustimmen, sieht sich Wolf an die »Handlungsempfehlungen des Verbandsausschusses für Spielbetrieb zu Anstoßzeiten und Spielabsagen infolge der Corona-Pandemie« vom 24. Februar gebunden. In der heißt es: »Wird/Werden ein/e (oder mehrere) Spieler/Spielerin(nen) am Spieltag durch einen zertifizierten Schnelltest (Bürgertest) positiv auf das Corona-Virus getestet und liegt noch keine Absonderungspflicht (Isolation/Quarantäne) des Gesundheitsamtes für die Kontaktpersonen vor, so kann ein Spiel auf Antrag des Vereins durch den Klassenleiter am Spieltag abgesetzt werden.«

Wäre der Bürgertest vom Sonntag der erste positive des Spielers gewesen, hätte er Biedenkopfs Antrag stattgegeben, bestätigt der Klassenleiter: »Aber der erste Test war eben vom Samstag. Klar klingt das jetzt nach Erbsenzählerei, ein wenig engstirnig. Aber wo soll ich die Grenze ziehen, bei 17 Uhr, bei 21 Uhr?«

Ungenehmigtes Nichtantreten

Für ihn sei es aufgrund der Vorgaben somit ein ungenehmigtes Nichtantreten, stellte am Sonntag Jörg Wolf fest. Die Spielwertung kann er aber nach den neuesten Bestimmungen nicht selbst vornehmen, sondern muss diese dem Einzelrichter überlassen.

Zuständig ist dabei der langjährige Hinterländer Kreisrechtswart Erhard Fuchs. Biedenkopfs Vorsitzender Karsten Plitt sieht den Fall als noch nicht entschieden an. »Spieltag heißt für mich nicht Sonntag, sondern der 19. Spieltag, und der hat am Samstag begonnen. Und wir haben ja keinen Verdachtsfall, sondern einen positiven Corona-Test. Wir werden nun eine Stellungnahme abgeben und abwarten, wie es weitergeht. Wir sehen es so: Bis jetzt ist das Spiel lediglich abgesetzt.«

Der VfL Biedenkopf ist weder mit dem Vorgehen des Klassenleiters einverstanden, sondern ärgerte sich auch über das Vorgehen der Kesselbacher Dreier-SG, wobei deren Trainer Dennis Frank das nicht nachvollziehen kann. »Biedenkopf wollte die Partie wegen einer Hochzeit am Samstag schon frühzeitig vorverlegen. Wir hatten den Freitagabend angeboten, da wollten sie aber nicht spielen. Wenn am Samstagabend um 22 Uhr dann ein positiver Test vorliegt, ist es nicht an uns, über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Da muss der Kontakt mit dem Klassenleiter gesucht werden, was dann ja auch geschehen ist«, schildert Frank.

Da Biedenkopf am Sonntag nicht antrat, begründet mit den Bedenken, dass weitere Spieler sich infiziert haben könnten, könnten die Punkte auf das Konto der Lumdataler wandern. Das letzte Wort hat dann aber das Regionalsportgericht.

So oder so ein für den Sport unglücklicher Ablauf, den Kreisfußballwart Henry Mohr auch der Tatsache geschuldet sieht, dass der »angewandte Passus noch aus den Zeiten der Delta-Variante herrührt.« Das sei eine Formulierung in den Handlungsempfehlungen, die abgeändert gehöre, müsse man doch in Omikron-Zeiten wegen eines positiven Tests nicht mehr alle aus dem Verkehr ziehen.

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