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Auftakt in die Woche der Wahrheit

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Besinnliche Vorweihnachtszeit? Von wegen! Für die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg sind die verbleibenden Tage bis Heiligabend jedes Jahr aufs Neue mit Terminen nur so vollgepackt.

Bevor die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab am kommenden Freitag ihre Geschenke unter dem Christbaum in Empfang nehmen dürfen, stehen ihnen noch zwei kräftezehrende Heimspiele gegen den HC Empor Rostock (Samstagabend, 19.30 Uhr) und den TuSEM Essen (Mittwochabend) bevor, ehe am zweiten Weihnachtsfeiertag dann das Handball-Kalenderjahr mit dem Auswärtsduell beim ASV Hamm-Westfalen zu Ende geht. Rostock (Tabellensechster), Essen (Siebter) und Hamm-Westfalen (Fünfter) - oder anders ausgedrückt: Für den Tabellenvierten aus Hüttenberg ist die letzte englische Woche des Jahres zugleich wohl so etwas wie die Woche der Wahrheit. Denn nach diesen drei Begegnungen wird abzusehen sein, wie und ob sich der bislang so beeindruckende Höhenflug des TVH in der Rückrunde fortsetzen wird.

Doch für TVH-Trainer Wohlrab geht es vor allem auch darum, die Scharte der jüngsten 19:33-Pleite beim TV Emsdetten auszuwetzen: »Wir haben den klaren Auftrag, jetzt gegen Rostock vor heimischem Publikum eine Reaktion zu zeigen. In Emsdetten haben wir definitiv unsere bislang schlechteste Saisonleistung gezeigt.« Ein Resultat, das in seiner Deutlichkeit zwar ebenso deftig wie unerwartet war, sich beim Blick auf die Tabelle jedoch etwas relativiert. Denn das »Original aus Mittelhessen« ist weiterhin Bestandteil der Spitzengruppe, selbst der zu Saisonbeginn so unantastbare Spitzenreiter aus Gummersbach liegt weiterhin in Schlagdistanz.

Diejenige Mannschaft, die den »Oberbergischen« ihre erste von bislang drei Niederlagen beibringen konnte, gibt am Samstag ihre Visitenkarte im Hüttenberger Sportzentrum ab. Der Aufsteiger aus Rostock überraschte nämlich den Aufstiegstopfavoriten. »Bislang spielen wir eine gute Runde, damit müssen wir zufrieden sein. In den letzten Partien vor Weihnachten wollen wir noch einmal so viele Punkte mitnehmen wie möglich. Auch wenn klar ist, dass wir als Außenseiter nach Hüttenberg fahren«, weiß Empor-Coach Till Wiechers.

Der 38-Jährige, in dessen Team mit Marc Pechstein ein alter Hüttenberger Bekannter steht (von 2012-2014 beim TVH) hat den Seinen eine klare Spielidee verordnet, wie Wohlrab bereits analysiert hat: »Rostock spielt sehr diszipliniert und agiert an sich mit wenigen Spielzügen, sie arbeiten viel über das Stoßen und Rückstoßen sowie einstudierte Kleingruppenaktionen. Zudem gehen sie oft ins sieben gegen sechs.« Mit eben dieser Marschroute ist das Team von der Ostsee zuletzt gut gefahren: In den vergangenen drei Partien, allesamt ausgetragen in der heimischen OSPA-Arena, fuhr der siebenmalige DDR-Meister insgesamt 6:0-Punkte ein. Entsprechend groß dürfte das Rostocker Selbstbewusstsein sein, obgleich die Auswärtsbilanz der Mecklenburger sich nicht ganz so rosig darstellt.

Ein Grund mehr für den TVH, dem Kräftemessen positiv entgegenzublicken, schließlich sind die Hüttenberger gemeinsam mit Gummersbach das einzige Team, das in der heimischen Arena noch verlustpunktfrei dasteht. »Wir wollen unsere Festung beibehalten«, so Wohlrab.

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