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Augen auf bei Eintracht-Baustelle

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Frankfurt. Mit Junior Dina Ebimbe gibt es aktuell nur einen langfristen Ausfall bei der Frankfurter Eintracht. Der französische Außenbahnspieler hat sich beim 3:0-Heimsieg gegen Schalke 04 eine Verletzung am Syndesmoseband zugezogen und muss in diesen Tagen operiert werden.

Ebimbe fällt womöglich bis zum Ende der Saison aus. Sportvorstand Markus Krösche hat gegenüber dem »Kicker« geäußert, dass die Eintracht sich in der letzten Woche der winterlichen Transferperiode dennoch nicht um einen neuen Spieler bemühen wird. Er vertraue auf das »vorhandene Personal«. Eine klare Aussage und trotzdem ist damit noch nicht alles gesagt. Denn natürlich wird die Eintracht weiter die Augen offen halten, ob bis zum nächsten Dienstag, wenn das Transferfenster schließt, doch noch eine Verstärkung möglich ist. Zumal sich Trainer Oliver Glasner dies durchaus wünschen würde.

Die Lage im Defensivbereich der Eintracht ist außen wie innen durchaus kompliziert. Zwar war gegen Schalke für Ebimbe mit Aurelio Buta ein Zugang aus dem letzten Sommer auf Anhieb erfolgreich eingesprungen (Torschütze zum 3:0). Aber der portugiesische Profi, gekommen aus Antwerpen, war mehr als ein halbes Jahr verletzt und keiner kann so richtig einschätzen, wie belastbar er im Dauerstress schon sein kann.

Mit dem Brasilianer Tuta fällt aktuell ein weiterer Abwehrspieler aus, soll aber bald wieder dabei sein. Die Dreierkette mit Kristijan Jakic, Hrvoje Smolcic und Evan Nidcka konnte gegen Schalke nicht überzeugen und hat grundsätzlich nicht den Eindruck hinterlassen, als wäre sie für die großen Aufgaben auf hohem Niveau der Weisheit letzter Schluss.

Allrounder Jakic wird zudem auch immer mal wieder woanders gebraucht, kann rechts spielen und im defensiven Mittelfeld. Für Smolcic, der gegen Schalke erstmals in der Anfangsformation gestanden hat, schien die Aufgabe des Abwehrchefs (noch) eine Nummer zu groß. Und Ndicka ist aktuell das größte Sorgenkind der Eintracht.

Die Leistungen des ehemaligen französischen U-21 Nationalspielers steigen nicht in gleichem Maße, wie er von seinen Beratern für viel Geld bei allen möglichen Klubs angeboten wird. Die Dreierkette wirkt alles andere als stabil, alleine Makoto Hasebe ist eine ernstzunehmende Alternative mit der Aussicht auf eine Stabilisierung.

»Wundertüte«

Auch auf den Außenbahnen sind die Frankfurter nicht so gut aufgestellt, wie es der aktuelle Tabellenplatz zwei vermuten lässt. Schon Ebimbe war im Grunde eine Notlösung, genau wie es Jakic wäre. Buta ist noch eine »Wundertüte«, Timmy Chandler keine Dauerlösung. Auf der anderen Seite wechseln sich Christopher Lenz und Luca Pellegrini ab, beide sind sehr verletzungsanfällig.

Auch deshalb muss der eigentlich offensiv eingestellte Ansgar Knauff ebenfalls abwechselnd links oder rechts in einer eher defensiveren Rolle aushelfen. Alles zusammen sicher nicht ideal, wenn man sich wie die Eintracht das Ziel gesetzt hat, am Ende der Saison auf einem Champions-League-Rang zu stehen und in den Pokalen national wie international mindestens noch ein Runde weiterzukommen. Auch wenn es Trainer Oliver Glasner in seiner Frankfurter Amtszeit immer wieder gelungen ist, aus der Not eine Tugend zu machen, personelle Lösungen aus dem Hut zu zaubern wie andere Hasen aus dem Zylinder, gibt es keine Garantie, dass dies immer klappt.

Ein neuer starker Abwehrspieler aber würde die Chancen der Eintracht, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, zweifellos erhöhen. Die Idee hinter Krösches Zurückhaltung ist freilich auch nachzuvollziehen. Der Sportchef will das Geld zusammenhalten, um im Sommer reagieren zu können, wenn der eine oder andere Star den Verein verlassen würde. Zudem bietet der Wintermarkt nicht so viel Auswahl Das ist die eine Seite.

Andererseits bietet sich der Eintracht, Stand jetzt, wieder einmal eine historische Chance. Zumindest ein Platz unter den ersten Sechs, also die Qualifikation für weitere europäische Spiele im nächsten Jahr, ist ziemlich groß. Genau darum wird Krösche in den nächsten Tagen die Augen offen halten, ob vielleicht doch noch etwas möglich ist.

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