Aus Ruhrgebiet den Zusatzpunkt entführt

Gießen (red/mhe). Das letzte Spiel des Jahres führte die Wiesecker Damen in der Kegel-Bundesliga in das Ruhrgebiet nach Herne.

Viktoria Herne - KC 87 Wieseck 4788:4638; 45:33; 2:1: Drei Stammspielerinnen hatten den Gastgeberinnen beim vorherigen Spiel gefehlt, daher war nicht abzusehen, mit welcher Truppe die Herner auflaufen würden. Rasch war aber klar, dass die Heimmannschaft in vermeintlicher Bestbesetzung antrat. Der Zusatzpunkt sollte aus Wiesecker Sicht aber dennoch eingefahren werden.

Beatriz Sorrentino Di Bernardi (770/4) war lange Zeit auf Augenhöhe mit Herne (793/6 und 802/10), musste auf der letzten Räumgasse jedoch abreißen lassen. Auf der Abschlussbahn gab Luisa Stark (816/11) ordentlich Gas und setzte sich an die Spitze des Blocks. Somit waren die ersten beiden Wertungen gebucht.

Christina Vogel und Ann-Kristin Alexander bildeten die Mittelachse. Beide hatten etwas Probleme, die richtigen Wege zu finden. Während Alexander (706/1) zudem auch noch die dritte Räume ausließ, konnte Vogel 90 Wurf lang eine Heimspielerin in Schach halten. Hatte aber dann doch mit 757/2 : 781/5 das Nachsehen. Hernes beste Akteurin machte mit 850/12 den Sack in Sachen Gesamtholzzahl zu.

Lediglich drei Wertungen waren nun also auf dem Konto Wiesecks. Der Weg zum Punktgewinn war weit.

Herne stellte die erfahrenen Spielerinnen im Schlussblock. Wieseck hielt seinerseits mit Ramona Wilczek und Cornelia Gebauer dagegen. Bereits nach der ersten Bahn zeichnete sich ein spannendes Spiel ab - alle Akteurinnen waren auf Augenhöhe. Während Wilczek bei den Würfen 31 bis 90 abreißen lassen musste, auf der Schlussräume aber alles wieder rausholte, und mit 795/8 abschloss, vermochte Gebauer über die gesamte Distanz, die Gegner zu stellen. Mit 794/7 konnte sie nach langer Zeit wieder mithalten. Herne zog zwar mit 801/9 noch vorbei, musste aber bei 761/3 weitere Wertungen an die Gäste abtreten. Alles in allem ein verdienter Punktgewinn für die Mittelhessen zum Abschluss. Und Wiesecks Damen bleibt nicht viel Zeit nach den Feiertagen. Bereits am 8. Januar wird der Meisterschaftsmitfavorit Preußen Lünen seine Visitenkarte in Wieseck abgeben.

Herren, Hessenliga: KC 88 Wettenberg - M85 Mittelhessen 4787:4766 (2:1/35:43): Das Nachbarschaftsduell des elften Spieltages zwischen dem KC 88 Wettenberg und M85 Mittelhessen entschieden die Gastgeber trotz mäßiger Mannschaftsleistung im Gesamtergebnis ebenso glücklich wie knapp für sich. Die für den KC hoch verlorene Einzelwertung sprach dagegen eine ganz andere Sprache.

Die wegen personeller Schwierigkeiten aus der Bundesliga in die Hessenliga zurück gekehrten Mittelhessen mussten auch im Wißmarer Bürgerhaus weiterhin auf Thomas Becker und Topscorer Alexander Lehnhausen verzichten, so dass sich Jörg Schnell & Co. Hoffnungen auf einen Sieg machen durften. Der Spielverlauf war dann aber ein ganz anderer, als von den Wettenbergern erhofft - und zudem nichts für schwache Nerven.

Zu Beginn machte auf Wettenberger Seite Christian Lenz (840/12) mit der Tagesbestleistung und rund 60 Hölzern mehr als beim letzten Heimspiel an der Seite von Jörg Schnell (806/9) wieder eine sehr gute Figur. Damit vermochte er gegen den stark gestellten M85-Startblock Robert Gellert (813/10) und Michael Buhl (816/11) einen 17-LP-Vorsprung herauszuholen.

Einzelwertung geht klar an M85

Mittelhessen hatte sich im ersten Abschnitt mehr erhofft und so sollte in Block zwei das kleine Plus Wettenbergs deutlich ausgebaut werden, um vielleicht sogar ein 3:0 zu ermöglichen. Dazu gab der indisponierte M85-Akteur Stefan Hormel (728/1) alle Möglichkeiten, doch Kai Göbler (773/2) und Jan Lukas Anders (794/6) verpassten die Chance, ihr Team deutlicher in Front zu bringen. Mittelhessens stärkster Spieler an diesem Tag, René Junge (817/11), hielt seine Kollegen im Spiel.

Wettenbergs Liberos hatten einen überschaubaren 39-Holz-Vorsprung im Rücken, taten sich in der Folge aber ebenfalls äußerst schwer. Meteor holte auf und übernahm im Schlussblock nach den ersten Bahnen sogar zwischenzeitlich die Führung.

Am Ende hatten in einem nervenaufreibenden Finish mit Kai-Uwe Schnell (786/3) und Tino Anders (788/4) erstmals gleich vier Spieler bei Wettenberg die 800er-Marke zuhause nicht überboten, dennoch reichte es gegen den gehandicapten Kai Bolte (789/5) und Rolf Rohrbach (803/7) zum glücklichen 2:1-Erfolg, denn die Einzelwertung ging mehr als klar an Meteor 85 Mittelhessen.

Das könnte Sie auch interessieren