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Barnes ohne Nerven

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Leverkusen-Gießen. Erst in der letzten Minute eines packenden Basketball-Krimis verstummen die Leverkusen-Fans unter den knapp 1000 Zuschauern. Und erst als 8,6 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung Bayer-Hoffnungsträger Nick Hornsby nach seinem fünften Foul das Feld verlassen muss, weicht auch der letzte Hoffnungsschimmer aus der Halle.

Bayer Leverkusen - Gießen 46ers 93:97 n.V.

Jubeln aber dürfen die Gießener Fans. Lautstark und erleichtert. Denn die 46ers sichern sich mit 97:93 nach Verlängerung zwei enorm wichtig Punkte in Leverkusen und blicken weiterhin gen Tabellenspitze in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Nach einer anfangs zerfahrenen Begegnung, nach einer aber beachtlichen kämpferischen Leistung der Mannen von Trainer Branislav Ignatovic sehen die Mittelhessen nun optimistisch dem Heimspiel am Sonntag entgegen.

Und die Matchwinner der 46ers lassen sich schnell benennen: In der Verlängerung entpuppt sich Jordan Barnes als Mann ohne Nerven und versenkt Freiwurf um Freiwurf. Zuvor aber sammelt unter dem Korb Stefan Fundic Punkt um Punkt und bereitet den Bayer-Vertretern derart Kopfschmerzen, dass das Aspirin gewiss noch tagelang bei der medizinischen Abteilung nachgefragt werden dürfte.

Doch von Anfang an: Nach wenigen Sekunden wissen die Zuschauer, wer der Hauptdarsteller des Abends sein will. Nach zwei Vierteln weiß jeder, dass Nick Hornsby auch tatsächlich der Hauptdarsteller beim Werksteam ist. Denn der Rückkehrer nach zwei Jahren in Israel und den USA (Kommentar von Gießens Trainer: »Der Weihnachtsmann hat es gut mit Leverkusen gemeint mit diesem Neuzugang.«) drückt dem Spiel von Bayer Leverkusen seinen Stempel auf. Einen Stempel, der den Gießen 46ers eine Halbzeit lang wie ein fieses Brandzeichen vorkommen muss. Und erst ganz am Ende befreien sich die 46ers von diesem Bayer-Kreuz. Hornsby macht die ersten beiden Punkte zum 2:0. Hornsby macht den ersten Dreier zum 5:5. Hornsby macht sein Team, das gegen den Abstieg kämpft, besser,. Bayer führt prompt mit 11:5. Und als Jordan Barnes Dreier-Versuch auf der Gegenseite fehlschlägt, führt Leverkusen nach dem ersten Viertel mit 23:16. Die Gäste bleiben auch danach zu eigensinnig. Der Kopf soll durchs Bayer-Kreuz. Der Kopf passt aber oftmals nicht durchs Bayer-Kreuz.

Mit Kampf, Krampf und dem überragenden Fundic halten sich die 46ers allerdings im Spiel. Zu Pause liegen sie nur 38:44 zurück. Und danach steigern sich die Gäste, weil Barnes die Zügel in die Hand nimmt.

Beim 84:78 kurz vor Schluss scheint alles zugunsten des Bundesliga-Absteigers entschieden. Doch in den letzten Sekunden verdaddelt Gießen Ball um Ball. Und ein Traum-Dreier von Haris Hujic beschert das 86:86 und die Verlängerung.

Auch diese dominieren die 46ers. Doch erst als Hornsby das Feld verlassen muss, dürfen sich die Hessen ihrer Punkte sicher sein. Und Trainer Ignatovic atmet wenig später auf und sagt: »Ich bin froh und erleichtert, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Wir hatten diesen Sieg aber auch verdient, hätten ihn nur früher sicherstellen müssen.«

Bayer Leverkusen: Oliviera Neto (3), Gray (18), Merz, Kovacevic (8), Stoll (3), Hujic (17), Jostmann (6), Fortin (6), Hornsby (20), Drijencic (12)

Gießen 46ers: Barnes (24), Fundic (22), Brauner (12), Figge (7), Martin (17), Strangmeyer (4), Nyama (9), Miksic (2), Kahl

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