Bausch-Aus ändert nichts an Radecks Plänen

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ORTENBERG - (tf). Matthias Bausch hat am Wochenende mit seinem Rücktritt als stellvertretender Verbandsfußballwart, Pokalspielleiter und Hessenliga-Klassenleiter zweifellos für einen Paukenschlag gesorgt. "Es ist die Summe aus Vorfällen der letzten Wochen, Monate und Jahre. Es gibt keine Einigkeit, jeder versucht seine Machtspielchen. Man ist jeden Tag unter Beschuss", erklärte Bausch im Kreis-Anzeiger vom Montag.

Dafür wolle er seine Zeit nicht mehr investieren. Ein aktuelles Beispiel für die Art des Umgangs miteinander sei die einstimmig im Verbandsspielausschuss getroffene Entscheidung über die Fortsetzung des Hessenpokals, gegen die dann hinten herum aber wieder Änderungsanträge eingebracht worden seien. Mit denen solle erreicht werden, dass die coronabedingt aus dem Wettbewerb genommenen im Achtelfinale stehenden Amateurmannschaften im Hessenpokal der nächsten Saison wieder im Achtelfinale und nicht wie beschlossen an passender Stelle eingegliedert werden. Warum das so nicht funktionieren könne, habe er im Vorfeld schon mehrfach erklärt, schildert Bausch, der aber Namen "seiner Gegner" nicht nennen wollte.

"Das ist natürlich sehr schlecht für den Hessischen Fußball-Verband", betont Verbandsfußballwart Jürgen Radeck. Der Ortenberger könne diese Entscheidung aber nachvollziehen. "Matthias hat schon mehrmals angedeutet, dass ihn mehrere Dinge massiv stören. Dennoch kommt der Zeitpunkt des Rücktritts etwas überraschend. Ich hätte einen anderen Zeitpunkt gewählt - hätte die Entscheidung vielleicht nach Beendigung der Hessenpokalrunde bekannt gegeben."

Radeck, der am Montag lange mit Bausch telefonierte, glaubt nicht an einen Rücktritt vom Rücktritt. "Wer Matthias kennt, der weiß: Das Ding ist durch."

Damit kommt in den nächsten Wochen viel Arbeit auf den Verbandsfußballwart und seine Helfer zu. "In erster Linie müssen wir uns um die Austragung des Hessenpokal-Endspiels kümmern. Dass der Hessenpokal so gut dasteht, ist Matthias' Verdienst. Er hat in den vergangenen Jahren alles super organisiert, viel Zeit und Nerven investiert. Es war nicht immer einfach, passende Termine für die stark beanspruchten Regionalligisten zu finden oder den großen Finalspieltag zu organisieren." Zudem müsse jemand Bauschs Hessenliga-Aufgaben übernehmen und seine Bereiche in der elektronischen Spielplanerstellung abdecken.

An Radecks Abschied vom Hessischen Fußball-Verband ändert Bauschs spontaner Rücktritt allerdings nichts - auch wenn sein designierter Nachfolger seit dem Wochenende nicht mehr zur Verfügung steht. "Ich habe immer gesagt, dass ich den Verband in der Pandemiezeit nicht im Stich lasse. Aber: Beim nächsten Verbandstag, der für Anfang September geplant ist, werde ich mein Amt nach neun Jahren niederlegen. Bis dahin sollte ein neuer Verbandsfußballwart in den Startlöchern stehen", betont der 64-Jährige.

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